로그인HugoDas Licht Shanghais, grell und unpersönlich, filtert durch die immensen Glasfronten des Schlafzimmers. Es zeichnet bleiche Rechtecke auf den Marmorboden und auf das Bett, in dem wir ineinander verschlungen liegen.Ich bin seit der Morgendämmerung wach. Auf dem Rücken liegend, einen Arm unter ihrem Körper, den anderen hinter meinem Kopf, betrachte ich die Decke. Mein Geist, dieses sonst unfehlbare Werkzeug, arbeitet mit schwindelerregender Geschwindigkeit, aber auf einer einzigen Spur. Wie ein rasender Zug auf Schienen, deren Weichen ich soeben hinter mir verbrannt habe.Sie schläft noch. An meine Seite gekuschelt, ihr Kopf auf meiner Schulter, eine Hand flach auf meinen Brustkorb gelegt, als wolle sie sich vergewissern, dass ich noch da bin. Oder vielleicht, um mich zurückzuhalten. Ihr Atem ist leicht, regelmäßig. Ihr Gesicht hat im Sc
HugoIhr Blick gleitet über meinen Körper, meine angespannten Muskeln, den eklatanten, brutalen Beweis meines Verlangens nach ihr. Ihre Augen weiten sich. Da ist Angst, ja. Aber auch Faszination. Begehrlichkeit.Ich komme aufs Bett, lege mich auf sie, nehme mein ganzes Gewicht auf meine Unterarme, um sie nicht zu erdrücken. Der Haut-auf-Haut-Kontakt ist ein Elektroschock. Ein tiefes Knurren entsteht in meiner Brust. Sie ist so weich. So warm. So vollkommen geschaffen, um sich an mich zu schmiegen.Ich beginne, sie überall zu küssen. Es ist nicht mehr strategisch. Es ist zwanghaft. Ausgehungert. Mein Mund wandert ihren Hals hinab, kostet das leichte Salz ihrer Haut, spürt ihren rasenden Puls gegen meine Lippen. Ich fange eine ihrer Brüste durch die schwarze Spitze ein, der Mund schließt sich über dem Stoff und der darunter gehärtet
HugoDer private Aufzug fährt in kathedralenhafter Stille zum Penthouse hinauf. Der polierte Spiegel wirft uns zurück, zwei erstarrte Statuen in einer Kulisse aus Stahl und gedämpftem Licht. Sie steht einen Meter von mir entfernt, aufrecht, den Blick auf die vorbeiziehenden Zahlen geheftet. Sie hat ihre Tränen abgewischt, die Unordnung um ihre Knöchel herum behoben. Ihre Maske ist zurück, aber sie ist gesprungen. Ich sehe das fast unmerkliche Zittern ihres Kinns. Ich sehe die anhaltende Rötung am Ansatz ihres Halses, dort, wo mein Mund verweilt hat. Ich spüre noch immer an meinen Fingern, trotz des Sitzleders, an dem ich sie abgewischt habe, die feuchte, intime Wärme ihres Körpers, der für mich kapituliert hat.Die Spannung im Aufzug ist spürbar, fast fest. Es ist nicht mehr die der Strategie oder der Drohung. Es ist die eines zu straff gespa
NoraJedes Wort ist eine obszöne Liebkosung, ein Versprechen der Verwüstung. Mein Körper antwortet, verräterisch. Eine warme Flüssigkeit strömt zwischen meinen Schenkeln. Mein Atem ist zu einem feuchten Keuchen geworden. Ich spüre, wie die Seide meiner Unterwäsche nass wird. Die Scham müsste mich verschlingen. Sie ist da, brennend. Aber sie wird von einem Tsunami des Bedürfnisses überflutet.»Du sagst nichts«, stellt er fest, seine Hand, die unter meinem Kleid war, wandert hinauf, streift den Rand meines Höschens, verweilt am Gummiband. »Du sagst nicht Nein.«Es ist wahr. Ich sage nichts. Ich bin versteinert, entflammt, einwilligend in meiner Stummheit.Seine Finger gleiten unter das Gummiband, streifen die weichen Härchen, dann tiefer, die Wärme findend, die Feuchtig
NoraEr knurrt gegen meinen Mund, ein Laut wilder Befriedigung. Eine seiner Hände ist noch immer in meinem Haar geschlungen, hält meinen Kopf in dem Winkel, den er begehrt. Die andere wandert hinab. Sie gleitet meinen Hals entlang, eine brennende Berührung durch die Seide meines Kleides, verweilt auf dem rasenden Puls am Ansatz meiner Kehle. Seine Finger schließen sich, nicht um zuzudrücken, sondern um das Leben zu spüren, das dorthin strömt, überstürzt, ungeordnet. Seine Besitzergreifung ist total, sensorisch, erbarmungslos.Der Wagen gleitet durch die Nacht von Shanghai, ein stiller, rollender Höllenraum. Der Fahrer hinter seiner abgedunkelten Scheibe existiert nicht. Die Stadt, ihre Millionen Lichter, existiert nicht. Es existiert nur die Dunkelheit, das Schnurren des Motors, und dieser Mund, der mich verschlingt, und diese Hände, die meinen K
HugoIm Panoramaaufzug, der in die Lobby hinabgleitet, ist die Stille elektrisch. Wir sind allein, umgeben von der glitzernden Stadt. Ich sehe sie nicht an. Ich starre ins Leere und spüre, wie jede Faser meines Wesens von der Anstrengung vibriert, sie nicht zu berühren. Sie nicht gegen die Glaswand zu drücken und ihr ein für alle Mal zu zeigen, wem sie gehört.Ihre Stimme, kaum ein Flüstern, bahnt sich einen Weg in das Dröhnen meines Blutes.— Sie haben ihn fast bedroht.— Ich habe ihn in seine Schranken gewiesen.— Welchen Platz habe ich, Hugo?Ich wende mich endlich ihr zu. Der Aufzug gleitet, geräuschlos. Ihr Spiegelbild und das meine überlagern sich im Glas, umgeben vom Lichtchaos Shanghais.— Stellst du die Frage wirklich? Nach diesem Morgen?Ihre Lippen zittern. Sie wendet den Blick nicht ab.— Ich will es hören.Der Aufzug hält an. Die Türen öffnen sich zur marmornen Lobby, um diese Zeit menschenleer.Ich beuge mich vor. Mein Mund streift ihr Ohr. Ich spüre ihr heftiges, sofort
NORAIch verlasse die Wohnung fast im Laufen, meine Tasche schlägt gegen meine Hüfte, meine Finger klammern sich noch immer an den Riemen, als wäre das das Einzige, was mich noch festhält. Ich renne die Treppen zu schnell hinunter, meine Absätze hallen auf jeder Stufe wider, mein Atem ist kurz, und
NORADas Blatt zittert zwischen meinen Fingern, mein Herz schlägt so heftig, dass ich das Gefühl habe, es pocht direkt gegen das Papier, als ob jedes Wort, das ich lese, ein Puls wäre, der sich in meinen Adern fortsetzt. Ich falte es behutsam auseinander, meine Augen verschw
NORAIch zittere, keuche, mein Körper ist noch gezeichnet von unseren ersten Ergießungen, und doch spüre ich schon, wie die Spannung zurückkehrt, schleichend, beharrlich, dieses Fieber, das mir keine Ruhe lässt, das jede Faser meines Fleisches schlagen lässt,
NORASeine Worte hallen noch in mir nach wie ein Versprechen und eine Drohung, ich spüre meine Kehle trocken, meine Haut zu empfindlich, und doch bewege ich mich nicht, bleibe unter dem Kronleuchter erstarrt, unfähig, meinen Blick von ihm zu wenden, von seinem langs







