Gefangen im Blick des Millionärs

Gefangen im Blick des Millionärs

last updateTerakhir Diperbarui : 2026-05-06
Oleh:  Nayla BlackBaru saja diperbarui
Bahasa: Deutsch
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Sophie dachte immer, Greyhaven wäre der Ort, aus dem sie eines Tages verschwinden würde. Doch dann taucht Adrian Blackwood auf. Dunkle Anzüge. Ruhige Worte. Ein Mann, der den Raum verändert, ohne seine Stimme zu heben. Während in Greyhaven immer mehr Häuser verkauft werden und niemand offen ausspricht, was wirklich passiert, gerät Sophie immer tiefer in ein Spiel aus Macht, Geheimnissen und Kontrolle. Und Adrian scheint längst mehr über sie zu wissen, als er sollte. Je näher Sophie ihm kommt, desto stärker wird das Gefühl, dass hinter seinem Blick mehr steckt als bloße Aufmerksamkeit. Etwas Gefährliches. Etwas, dem sie sich nicht entziehen kann. Denn manche Menschen betreten dein Leben nicht zufällig. Und manche Blicke lassen dich nie wieder los. „Du stellst die falschen Fragen.“

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Bab 1

Kapitel 1 - Stillstand

Sophie hatte schon lange das Gefühl, dass sie sich im Kreis drehte, während alle anderen ihren Weg längst gefunden hatten. Die Tage vergingen, einer nach dem anderen, ohne dass sich wirklich etwas veränderte. Jeder Morgen begann gleich, jede Woche fühlte sich an wie die letzte, und manchmal fragte sie sich, ob das schon alles gewesen sein sollte.

Sie stand am Fenster ihres kleinen Zimmers und schob den Vorhang ein Stück zur Seite. Der Himmel war grau, wie so oft in letzter Zeit, und ein feiner Schleier aus Nieselregen lag über den Straßen.

Nichts Besonderes.

Genau wie gestern.

Und wie vorgestern.

Aus der Küche drang leises Klappern nach oben, kurz darauf folgte die Stimme ihrer Mutter.

„Sophie? Bist du wach? Du musst gleich los.“

Sophie schloss für einen Moment die Augen, atmete tief durch und ließ den Vorhang wieder los.

„Ja, bin wach“, rief sie zurück, auch wenn sie sich kein bisschen wach fühlte. Sie wandte sich vom Fenster ab, strich sich die Haare mit den Fingern nach hinten und griff nach dem Pullover, der über dem Stuhl hing.

Ihr Blick fiel auf die Uhr. Nicht zu spät – aber spät genug, um sich gehetzt zu fühlen.

Als sie die Treppe hinunterging, hörte sie unten Geschirr aufeinandertreffen. Der vertraute Klang ließ keinen Zweifel daran, dass ihre Mutter schon längst in der Küche war. Sophie blieb kurz im Türrahmen stehen.

„Morgen“, murmelte sie.

Ihre Mutter drehte sich zu ihr um, eine Tasse in der einen und die Kaffeekanne in der anderen Hand.

„Morgen? Für dich vielleicht“, sagte sie trocken. „Für mich ist der halbe Tag schon rum.“

Sophie setzte sich an den Tisch und lächelte müde.

„Du übertreibst.“

„Tue ich nicht. Wenn du so weitermachst, verschläfst du irgendwann noch den ganzen Vormittag.“

„Mache ich nicht.“

Ihre Mutter stellte ihr die Tasse hin und schenkte Kaffee ein.

„Du arbeitest zu viel und schläfst zu wenig.“

„Ich arbeite ganz normal.“

„Für dich vielleicht, für andere nicht“, sagte ihre Mutter ruhig.

Sophie antwortete nicht sofort. Sie umschloss die warme Tasse mit beiden Händen und starrte einen Moment auf den Tisch. Das Gasthaus war schon lange ihr Alltag geworden. Zu lange vielleicht.

Jeden Tag dieselben Gesichter, dieselben Gespräche, dieselben Abläufe.

Früher hatte sie gedacht, das wäre nur vorübergehend. Ein paar Monate arbeiten, Geld sparen, dann weiterziehen. Irgendwohin, wo mehr passierte. Wo sich etwas bewegte. Aber aus Monaten waren Jahre geworden.

„Du bist schon wieder in Gedanken“, sagte ihre Mutter.

Sophie blinzelte.

„Bin ich nicht.“

„Doch. Das machst du in letzter Zeit ständig.“

„Ich denke nur nach.“

„Über was?“

Sophie zuckte leicht mit den Schultern.

„Keine Ahnung. Über alles halt.“ Ihre Mutter sah sie einen Moment lang an, sagte aber nichts. Stattdessen stellte sie die Kaffeekanne zurück auf den Herd.

„Du solltest trotzdem los“, sagte sie dann. „Und denk dran, du schließt heute auf. Ich muss später zum Arzt.“ Sophie sah auf.

„Stimmt, hab ich schon wieder vergessen.“

„Deshalb sag ich es dir ja.“

Sophie nahm noch einen Schluck, stellte die Tasse hin und stand auf.

„Ich geh ja schon.“

„Bis später“, sagte ihre Mutter.

„Bis später.“

Draußen schlug ihr kühle Luft entgegen, als sie die Haustür öffnete. Der Regen hatte aufgehört, aber die Straßen glänzten noch feucht, der Himmel hing tief über den Dächern. Sophie zog den Reißverschluss ihrer Jacke höher und machte sich auf den Weg.

Der Weg zum Gasthaus war kurz. So kurz, dass sie ihn längst auswendig kannte. Selbst wenn sie nicht darauf achtete, trugen ihre Schritte sie automatisch in die richtige Richtung. Die Häuser standen dicht nebeneinander, jedes mit einem kleinen Vorgarten, der noch nass vom Regen war. Vor einigen Fenstern brannte Licht, irgendwo bellte ein Hund. In einem Ort wie diesem blieb selten etwas unbemerkt. Man kannte sich, auch wenn man nicht wollte.

„Morning, Sophie.“

Sie hob kurz die Hand, als Collins vor seinem Haus die Zeitung aufhob.

„Morning.“

Mehr Worte brauchte es nicht.

Sie bog um die Ecke, und das vertraute Schild des Gasthauses kam in Sicht. Es hing wie immer leicht schief über der Tür und bewegte sich knarrend im Wind.

Einen Moment blieb sie stehen.

Das Gasthaus gehörte ihrer Familie, solange sie denken konnte. Schon als Kind war sie zwischen den Tischen herumgelaufen, hatte in der Küche gesessen und ihrem Vater zugesehen, wie er hinter dem Tresen stand und mit den Gästen lachte. Nach seinem Tod war alles anders geworden. Ihre Mutter hatte weitergemacht, weil sie weitermachen musste. Und Sophie blieb, obwohl sie damals sicher gewesen war, dass es nur für eine Weile sein würde.

Nur bis sich wieder alles eingespielt hatte.

Nur bis ihre Mutter alleine klarkam.

Nur bis…

Sophie zog den Schlüssel aus ihrer Jackentasche und steckte ihn ins Schloss. Das leise Klicken klang in der stillen Straße lauter als sonst. Sie drückte die Tür auf und trat hinein. Drinnen war es kühl. Die Luft roch nach Holz, nach Kaffee vom Vortag und ein wenig nach Reinigungsmitteln. Die Stühle standen noch auf den Tischen, so wie sie sie am Abend zuvor hochgestellt hatten.

Sophie schloss die Tür hinter sich, legte den Schlüssel auf den Tresen und begann, einen Stuhl nach dem anderen herunterzustellen. Heute war sie allein. Ungewohnt.

Die Bewegungen gingen ihr leicht von der Hand. Sie musste nicht mehr darüber nachdenken. Als sie den letzten Stuhl abstellte, strich sie sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Ein Geräusch draußen ließ sie kurz innehalten. Reifen auf nassem Kies. Langsam zog das Auto an den Fenstern vorbei. Dann verschwand es wieder. Sophie blieb einen Moment stehen. Zu früh für Gäste. Sie lehnte sich leicht gegen den Tresen und sah in den leeren Gastraum. Und wieder war dieses Gefühl da.

Leise.

Unbestimmt.

Hartnäckig.

„Reiß dich zusammen“, murmelte sie.

Es war ein ganz normaler Morgen, noch.

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