LOGIN„Woran denkst du gerade, Roman?“, fragte Vanessa und musterte ihn aufmerksam. Er wirkte völlig in Gedanken versunken.
Roman schreckte hoch und schaute die elegante Frau an, die ihm gegenübersaß. „Entschuldige, was hast du gesagt?“
„Ich habe gefragt, worüber du so tief nachdenkst“, wiederholte sie mit einem kleinen Lächeln auf den Lippen.
„Dieses Mädchen…“, murmelte Roman und ließ seinen Blick zurück zu der Stelle wandern, wo vor wenigen Minuten das Chaos ausgebrochen war.
„Sie ist entkommen, aber ehrlich gesagt solltest du sie für das Chaos zahlen lassen, das sie angerichtet hat“, schlug Vanessa vor.
Ein leichtes Grinsen breitete sich langsam auf Romans Gesicht aus. „Du hast recht. Sie muss definitiv dafür bezahlen, was sie getan hat.“
Vanessas Augen leuchteten erwartungsvoll auf. „Und… was jetzt?“
Sie hoffte insgeheim, er würde sie mit zu sich nach Hause nehmen und endlich der Spannung nachgeben, die sie schon seit Jahren spürte. Sie wollte ihn so sehr. Doch Roman hatte nie auch nur den kleinsten Schritt in ihre Richtung gemacht. Sie kannten sich seit über neun Jahren. Alle sagten, sie würden perfekt zusammenpassen, und seine Familie liebte sie. Sie hatte ihm unzählige Andeutungen gemacht, aber er hatte sie jedes Mal ignoriert. Sie brauchte nur eine echte Chance – sie war überzeugt, dass sie ihn dann für sich gewinnen könnte.
„Jetzt? Wir fahren nach Hause“, antwortete Roman ganz beiläufig, als wäre es das Selbstverständlichste der Welt. Er wusste genau, worauf sie hoffte, und entschied sich bewusst, es zu ignorieren.
Vanessa hatte sich schon vom ersten Moment an gewünscht, ein Teil seines Lebens zu werden. Aber Roman hatte sie nie auf diese Weise gesehen. Sie war kein schlechter Mensch, einfach nur nicht sein Typ. Es fehlte der Funke. Das Interesse. Sie hatte mehrmals versucht, ihn zu verführen, doch er blieb völlig ungerührt. Es war nicht leicht, an ihm vorbeizukommen – besonders bei Frauen. Roman wusste immer genau, was er wollte und was nicht.
„Bleibst du noch länger?“, fragte er höflichkeitshalber. „Ich fahre nämlich jetzt.“
Vanessa versuchte, ihre Enttäuschung über seinen kühlen Ton zu verbergen. „Nein, ich fahre mit dir“, sagte sie leise.
Im Auto lastete ein schweres Schweigen zwischen ihnen. Vanessa starrte aus dem Fenster und dachte darüber nach, wie ungerecht das alles war. Sie verdiente ihn viel mehr als all die anderen Frauen, mit denen er sich nur zum Spaß traf. Sein Reichtum, seine Macht, sein Status – all das sollte eigentlich ihr gehören. Sie hoffte weiterhin, dass er es irgendwann auch erkennen würde, aber bisher war das nie passiert. Heute Nacht beschloss sie, nicht länger zu warten.
„Roman, ich muss mit dir über etwas reden“, sagte sie und drehte sich zu ihm.
Er war gerade mit seinem Handy beschäftigt und schaute nicht einmal auf. „Was denn?“
„Schau mich an. Das ist ernst, Roman.“
Er seufzte genervt und legte das Telefon endlich weg. „Zufrieden? Dann sprich.“
Vanessa holte tief Luft. „Du weißt, dass ich dich liebe. Ich wollte schon immer mit dir zusammen sein. Unsere Familien verstehen sich so gut… Lass uns das endlich offiziell machen.“ Sie streckte die Hand aus und legte sie auf seine.
Roman starrte einen Moment auf ihre Hand, dann zog er seine sanft, aber bestimmt weg.
Vanessa spürte, wie ihr das Herz in die Hose rutschte. Ihre Stimme zitterte. „W-was…?“
„Nachdem, was du gerade gesagt hast, ist es nur fair, wenn ich auch ehrlich bin“, antwortete er mit fester Stimme. „Hör zu, Vanessa, du bist ein guter Mensch und verdienst jemanden, der dich wirklich glücklich macht. Aber ich empfinde diese Art von Verbindung nicht für dich. Wir passen einfach nicht zusammen.“
„Aber warum nicht?“, fragte sie mit brechender Stimme und kämpfte gegen die Tränen. „Wir kennen uns seit einer Ewigkeit. Wir verstehen uns. Unsere Familien kommen aus derselben Welt. Ich liebe dich, Roman. Reicht das denn nicht?“
„Liebe ist nicht alles, Vanessa. Du liebst mich vielleicht, aber ich empfinde nicht dasselbe. Ich sage nicht, dass ich mich nie verlieben werde – vielleicht tue ich es irgendwann, aber mit der richtigen Person. Du bist nett, aber du bist einfach nicht die Richtige für mich. Ich war nie auf diese Weise an dir interessiert. Ich weiß, dass das wehtut, aber es ist besser, jetzt ehrlich zu sein. Verschwende bitte nicht noch mehr Zeit mit mir. Du wirst jemanden finden, der dich wirklich verdient.“
Vanessa sagte kein Wort mehr. Sie drehte sich wieder zum Fenster und ließ die stillen Tränen den Rest der Fahrt über ihre Wangen laufen.
Als das Auto schließlich vor ihrem Haus hielt, war das Schweigen erdrückend. Sie wischte sich die Augen ab und schaute ihn ein letztes Mal an.
„Danke, dass du ehrlich warst, Roman“, sagte sie leise. „Ich werde dich nicht weiter belästigen, wenn du nicht dasselbe fühlst. Aber ich habe dich neun Jahre lang geliebt… und ich tue es immer noch. Ich hoffe, dass du eines Tages erkennst, was wir zusammen haben könnten. Ich werde auf diesen Tag warten.“
Roman zog nur eine Augenbraue hoch bei ihrem hartnäckigen Versprechen, sagte aber nichts.
Ohne auf eine Antwort zu warten, stieg Vanessa aus dem Wagen.
Roman atmete tief durch, als sie weg war. Es fühlte sich seltsam befreiend an, es endlich ausgesprochen zu haben. Er war kein herzloser Mensch – er empfand einfach nichts Romantisches für sie.
Der Anblick seines glücklich verheirateten Bruders und seiner Schwägerin hatte in ihm wieder den Glauben an die Liebe geweckt. Vor Jahren hatte er gedacht, er wäre in Elara verliebt – seine Schwägerin und ehemals beste Freundin. Doch inzwischen wusste er, dass es nur Bewunderung für ihre freundliche und unschuldige Art gewesen war, nicht echte Liebe.
Er war gerade dreißig geworden. Seine Mutter lag ihm ständig in den Ohren, er solle endlich sesshaft werden und eine Familie gründen. Sie mochte Vanessa sehr, aber Roman wusste genau, dass sie nicht die Richtige war.
In letzter Zeit hinterließ der Anblick glücklicher Paare bei ihm nur ein leeres Gefühl. Er sehnte sich nach jemandem, den er von ganzem Herzen lieben und verwöhnen konnte. Jemandem, dem er seine ganze Welt schenken wollte. Eine Frau, die ihn wirklich verstand, die an seiner Seite blieb, egal was passierte. Jemand, zu dem er nach Hause kommen, die Arme um sie legen und alle Lasten teilen konnte. Jemand, der ihn wollte – nicht sein Geld, nicht seinen Status, einfach nur ihn.
Aber er wusste, dass echte Liebe nicht leicht zu finden war. Deshalb galten die Menschen, die sie hatten, als so glücklich.
Seine Gedanken wanderten zurück zu dem Mädchen aus dem Club. Da war etwas an ihr… etwas Magisches. Er kannte nicht einmal ihren Namen, doch er konnte nicht aufhören, an die Art zu denken, wie sie sich bewegt hatte, wie sie ohne zu zögern mit diesen Typen fertiggeworden war. Sie war anders.
Mit einem kleinen Schmunzeln zog er sein Handy heraus und wählte die Nummer seines Assistenten.
Ezra nahm nach ein paar Klingeltönen ab, seine Stimme klang verschlafen. „Hallo…?“
„Ich brauche Informationen über ein Mädchen“, kam Roman sofort zur Sache.
Es folgte eine lange Pause. „Sir… es ist mitten in der Nacht. Wie soll ich jetzt irgendwas herausfinden?“, versuchte Ezra, seine Frustration zu verbergen.
„Das ist dein Problem“, antwortete Roman locker. Er wusste, dass er unvernünftig war, aber er genoss es manchmal, Ezra ein bisschen zu ärgern.
‚Leck mich‘, dachte Ezra bitter, antwortete aber höflich: „Wie heißt sie, Sir?“
„Ich kenne ihren Namen nicht. Sie hat heute Abend im Club eine Schlägerei angezettelt. Finde heraus, wer sie ist. Ich will die Infos morgen früh als Erstes.“
Noch bevor Ezra protestieren konnte, legte Roman mit einem Grinsen auf.
Am anderen Ende stöhnte Ezra laut auf. „Verdammtes Leben“, murmelte er und wusste schon jetzt, dass er viel zu früh aufstehen musste.
Zurück im Auto starrte Roman aus dem Fenster. Das Gesicht des Mädchens ging ihm einfach nicht aus dem Kopf. Ihre Selbstsicherheit, ihre Bewegungen, das Feuer in ihren Augen – alles an ihr hatte ihn gepackt.
„Bis morgen, geheimnisvolles Mädchen“, flüsterte er leise vor sich hin.
Vivienne betrachtete ihr Spiegelbild. In ihrem wunderschönen Brautkleid sah sie aus wie ein gefallener Engel aus dem Himmel – einfach wie eine echte Prinzessin. Ja, heute war ihr Hochzeitstag. Sie würde den Mann ihrer Träume heiraten, ihren Bad Boy, Roman Knight.Viviennes Sicht:Hey ihr Lieben, ich bin Vivienne King… und bald schon Mrs. Vivienne King. Ja, ich behalte meinen Nachnamen. Ich war schon immer eine unabhängige Frau, und mein Nachname bedeutet mir sehr viel – er ist ein Teil meiner Identität. Ich habe nie vorgehabt, ihn zu ändern. Und ich könnte nicht glücklicher sein, denn mein zukünftiger Mann und seine Familie unterstützen mich voll und ganz. Es ist ihnen egal, und sie respektieren meine Entscheidung von Herzen.Endlich heirate ich die Liebe meines Lebens – meinen Roman. Unsere Wege haben sich auf so viele dramatische Weise gekreuzt. Wir haben zusammen gelacht, geweint, Eifersucht, Wut und Trennungen erlebt. Aber das Schicksal hat uns immer wieder zueinander geführt, und
Währenddessen konnte auch Vivienne nicht aufhören, immer wieder verstohlene Blicke zu Roman zu werfen. Er sah unglaublich gut aus, aber gleichzeitig so gebrochen. Sie hatte sich längst entschieden, ihm zu verzeihen und ihm noch eine Chance zu geben.Sie hatte bemerkt, dass er sie die ganze Zeit nur ansah. Sie wusste genau, dass er ihr sofort folgen würde, sobald er die Gelegenheit dazu bekam. Also beschloss sie, es endlich hinter sich zu bringen.Als sich eine passende Gelegenheit ergab, schlüpfte sie in den Palast. Ohne sich umzudrehen, spürte sie, dass Roman ihr folgte, tat aber so, als würde sie es nicht merken.In ihrem Zimmer angekommen, wollte sie gerade die Tür schließen, als er sie aufhielt. Er drückte die Tür auf und trat entschlossen ein.Vivienne hatte zwar gewusst, dass er ihr folgte, doch diese plötzliche Aktion überraschte sie trotzdem. Roman schloss die Tür hinter sich ab und stand ihr nun direkt gegenüber.Beide schwiegen einen Moment und sahen sich mit einer Flut von
Vivienne wollte den Kopf schütteln, doch ihr Verstand konnte nicht mehr. Stattdessen schlang sie plötzlich die Arme um ihre Mutter, was Isadora nur noch mehr Sorgen bereitete.Isadora zog ihre Tochter sofort fest in die Arme. Sie hatte schon seit Tagen gespürt, dass etwas nicht stimmte – es stand Vivienne deutlich ins Gesicht geschrieben. Während sie sie eng umschlungen hielt, flüsterte sie ihr beruhigende Worte ins Ohr: „Es ist gut, mein Schatz. Du kannst es Mommy erzählen.“Sie führte Vivienne in den weitläufigen Garten und setzte sich mit ihr in den großen Pavillon. Eine Weile saßen Mutter und Tochter einfach nur schweigend nebeneinander. Dann brach Vivienne leise das Schweigen.„Mom… was würdest du tun, wenn Papa dich jemals etwas beschuldigen würde, das du nie getan hast?“Isadora blickte einen Moment lang in den offenen Himmel, bevor sie antwortete. „Ich wäre wütend auf ihn, weil er mein Vertrauen gebrochen hätte. Ich würde ihn ein bisschen bestrafen… aber wenn er sich entschuld
Vivienne stürmte in ihr Zimmer. Sie war frustriert und konnte einfach nicht fassen, was ihre Mutter getan hatte. Ihre und die Geschichte ihrer Mutter ähnelten sich auf seltsame Weise – beide hatten ihre Erinnerungen verloren und später zurückerlangt. Der einzige Unterschied war: Ihre Mutter hatte einen aufrichtigen, liebevollen Mann an ihrer Seite gehabt, der ihr geholfen hatte. Sie selbst hatte einen Mann, den sie am liebsten für immer vergessen würde.„Warum kann ich diesen Mann einfach nicht vergessen? Warum muss ich mich an alles erinnern? Warum, Gott? Warum?!“, murmelte sie verzweifelt vor sich hin. „Und wenn ich ihn schon nicht vergessen kann, dann lass mich ihn wenigstens hassen! Ich halte das nicht mehr aus!“ Tränen der Verzweiflung liefen ihr über die Wangen.***Der nächste Monat verging wie im Flug, und schon war der Hochzeitstag von Victor und Lila gekommen. Alle waren mit den Vorbereitungen für die Hochzeit und ihren eigenen Angelegenheiten beschäftigt.In all diesen Ta
Zur Mittagszeit versammelte sich everyone im Essbereich. Vivienne stieß ebenfalls zu ihnen. Die Bediensteten servierten die Gerichte eines nach dem anderen und stellten die eleganten Teller vorsichtig auf den langen, polierten Tisch. Elizabeth und Victoria schauten sich mit stiller Verwunderung um, ihre jungen Augen wurden groß, während sie jedes luxuriöse Detail in sich aufnahmen. Sie hatten in ihrem Leben schon viel Luxus gesehen, aber nichts Vergleichbares – die Royals hoben das Niveau von „posh“ auf eine ganz andere, fast unwirkliche Stufe.Alina hatte sie bereits vorher über Vivienne aufgeklärt und ihnen streng eingeschärft, nicht zu erwähnen, dass sie sie von früher kannten. Als brave, gehorsame Kinder, die immer gut zuhörten, befolgten sie die Anweisungen ihrer Mutter, ohne ein einziges Wort darüber zu verlieren.Victor gesellte sich ebenfalls zum Mittagessen zu ihnen. Während der gesamten Mahlzeit schweiften Romans Augen immer wieder zu Vivienne zurück. Es fühlte sich immer no
„Wer waren diese Leute, Schwester?“, fragte Edmund.„Ich weiß es nicht. Mama kennt sie irgendwie. Lass uns jetzt lieber deine Probleme anschauen.“ Vivienne wollte nicht länger über sie nachdenken. Lila würde sich jetzt um sie kümmern...........Lila führte die Knights in einen leeren Flügel des Palastes. Sobald sie ein Zimmer betreten hatten, schloss sie schnell die Tür hinter ihnen.Schließlich brach Elara das Schweigen. „Was soll das alles, Lila?“, fragte sie. Die Verwirrung stand ihnen allen ins Gesicht geschrieben.Lila holte tief Luft. „Ihr hättet gar nicht erst herkommen sollen. Zweitens: Es gibt keine Aria Ashford mehr auf diesem Planeten. Und drittens: Erzählt niemals jemandem, dass Vivienne King wie Aria Ashford aussieht.“„Ist das alles, Lila?! Gibt es keine Erklärung für Aria und Vivienne King?!“, fragte Roman aufgebracht. Er konnte einfach nicht glauben, dass Aria tot sein sollte. Es musste eine Verbindung zwischen ihr und Vivienne King geben.Lila nickte. „Die gibt es. N
Ihre Welt kam plötzlich zum Stillstand. Es fühlte sich an, als wäre ein Teil ihres Gehirns einfach dunkel geworden. Die Menschen um sie herum erschraken bei ihrer plötzlichen Reaktion.„Geht es dir gut? Was ist los?“, fragte die ältere Frau besorgt.„Ich… ich weiß es… nicht…“, stammelte sie.„Du we
Als Aria ihn zuerst abgewiesen hatte, war Roman überrascht gewesen. Dass sie jetzt so bereitwillig zustimmte, warf ihn erst recht aus der Bahn. Dazu kam noch seine eigene verwirrende Reaktion auf sie, die ihn völlig durcheinanderbrachte.Er starrte sie einen langen Moment lang ausdruckslos an, sein
„Es tut mir sooo leid, Baby! Bitte, bitte, bitte verzeih mir!“, jammerte Lila und lief nervös hin und her, während sie sich mit beiden Händen die Ohren zuhielt. Seit zwanzig Minuten bettelte sie schon um Vergebung für den Vorfall von letzter Nacht.Aria schaute nicht einmal auf. Sie blieb konzentri
„Es tut mir sooo leid, Baby! Bitte, bitte, bitte verzeih mir!“, jammerte Lila und lief nervös hin und her, während sie sich mit beiden Händen die Ohren zuhielt. Seit zwanzig Minuten bettelte sie schon um Vergebung für den Vorfall von letzter Nacht.Aria schaute nicht einmal auf. Sie blieb konzentri







