ANMELDEN„Nächsten Monat. An meinem Geburtstag“, sagte Felix ohne zu zögern.Elena hatte sein Geburtsdatum auf der Heiratsurkunde gesehen.Es war bald so weit, in weniger als zwanzig Tagen.Sie hatte nicht erwartet, dass er so schnell handeln und dazu noch einen so besonderen Tag wählen würde.In Königstadts feiner Gesellschaft kannte jeder Felix Stein.Wer sich mit ihm gutstellen wollte, gab es genug.Wenn er seinen Geburtstag feierte, würde das kein kleines Abendessen werden. Es würde ein Anlass sein, bei dem alle genau hinsahen.Allein der Gedanke daran machte Elena nervös und zugleich erwartungsvoll. Ein Lächeln trat in ihre Augen.„Gut.“Nachdem sie aufgelegt hatte, blieb Elena in dieser leichten, schwebenden Stimmung zurück.Genau darin unterschied sich Felix von Adrian. Felix sagte etwas und tat es dann auch, bei allem stellte er sie an erste Stelle.Adrian dagegen hielt seine Versprechen nicht. Ihre Angelegenheiten stellte er immer hinten an. Ihre Gefühle konnte er jederzeit übergehen.
In Felix’ dunklen Augen lag ein Hauch Überraschung. Er senkte den Blick zu ihr.„Hm? Hast du Angst, dass es jemand erfährt?“Elena schüttelte in seinen Armen den Kop, dann hob sie das Gesicht. Ihr Atem strich leicht über sein Kinn.„Ich frage mich nur, wann wir es öffentlich machen.“Sie sagte es vorsichtig und beobachtete dabei seine Reaktion.Felix achtete nicht einmal mehr auf das leichte Kitzeln ihres Atems.Er rückte plötzlich ein Stück von ihr ab. In seinen tiefen Augen lag für einen Moment etwas Ungewöhnliches. Er sah ihr fest in die Augen.„Du willst es öffentlich machen?“Elena sah ihn an, konnte aber nicht erkennen, was er dachte. Sie nickte und fügte hinzu: „Aber wenn es dir zu umständlich ist, müssen wir es auch nicht tun.“Kaum hatte sie das gesagt, spürte sie einen leisen Stich von Enttäuschung.Vielleicht wartete er noch immer auf die Frau, die er im Herzen hatte.„Ich will.“Felix’ feste Stimme erklang.„Ich kümmere mich darum.“Elena hob sofort den Blick und sah ihn üb
Während sie sprach, trat sie näher an ihn heran und nahm den leichten Alkoholgeruch an ihm wahr.„Heute Nacht schläfst du im Gästezimmer.“Sie wollte sich gerade umdrehen und gehen, da wurde ihr Handgelenk festgehalten. Im nächsten Moment zog Felix sie in seine breite, warme Umarmung.Der Geruch von Alkohol mischte sich mit seinem eigenen Duft nach Zedernholz und lag dicht um sie herum.„Gästezimmer ist in Ordnung.“Felix’ tiefe Stimme erklang über ihrem Kopf, ruhig und spielerisch.„Aber dann kommst du mit. Getrennte Betten sind nicht mein Stil. Was meinst du dazu, meine Frau?“Elena hob das Gesicht.Sie hob den Blick und sah direkt in seine dunklen Augen.Er sah sie so ruhig und eindringlich an, dass ihr Herz plötzlich aus dem Takt geriet.Ihr Atem stockte. Hitze stieg ihr in die Wangen, und sie wich seinem Blick hastig aus.„Wer sagt denn, dass ich mit dir schlafen will?“Sie senkte die Augen. Ihre langen Wimpern warfen feine Schatten auf ihre Lider.So wirkte sie brav und zugleich
Als Felix sie hereinkommen sah, stand er sofort auf.„Wir haben nur ein bisschen geredet. Warum bist du wach?“Elena hatte eben nur undeutlich etwas von „längst vergessen“ gehört, aber nicht alles verstanden.Während sie hineinging, antwortete sie.„Ich bin einfach aufgewacht. Ich dachte, du arbeitest noch. Ich wusste nicht, dass Herr Schwarz da ist.“Sie trat zu Felix und lächelte Theodor auf dem Sofa höflich an.Theodor sah von Felix zu ihr und grinste. Die beiden wirkten inzwischen erstaunlich selbstverständlich zusammen.„Elena, so förmlich musst du bei mir nicht sein. Sag einfach Theodor.“„Gut, Theodor.“Elena nickte lächelnd.Theodor war ungefähr in Felix’ Alter. Die beiden waren seit vielen Jahren befreundet.Elena erinnerte sich noch daran, dass sie früher bei den Empfängen der Familie Stein oft ein paar von Felix’ Freunden gesehen hatte.Damals hatte sie jedoch nur Adrian im Kopf gehabt. Mit Felix’ Freunden war sie nicht vertraut gewesen, und sie hatte auch nie besonders auf
Sie rieb sich die Schulter. Felix sah es sofort und kam zu ihr.„Tut es weh?“Elena nickte ganz ehrlich.„Ja. Das ist anstrengender als Badminton.“Aber sie musste zugeben, dass es ihr guttat. All der Frust, den Nina über die Jahre in ihr angestaut hatte, war mit diesen Schlägen endlich herausgebrochen.Zurück blieb eine Erleichterung, die sie kaum in Worte fassen konnte.Felix drehte sie sanft mit dem Rücken zu sich und begann, ihr die Schultern zu massieren.Seine Bewegungen waren so sicher, dass Elena fast glaubte, er hätte es eigens gelernt.Nach und nach entspannte sich ihr ganzer Körper.„Wenn ich fertig bin, cremen wir deine Handflächen ein.“Während Felix ihr weiter die Schultern massierte, klang seine Stimme ruhig und liebevoll.„Und fürs nächste Mal merkst du dir eins. Nimm gleich etwas in die Hand. Verletz dir nicht die Hände.“Elena drehte überrascht den Kopf zu ihm.„Felix, findest du nicht, dass ich zu hart war?“Als sie an Ninas geschwollenes Gesicht dachte, fand sie sel
„Ohne dich hätte Adrian sich nur um mich gekümmert. Wegen dir musste ich drei Jahre weg!“„Ich hasse dich so sehr. Am liebsten würde ich dich ruinieren!“Klatsch!Die Beschimpfungen brachen mit dem klaren Geräusch einer Ohrfeige abrupt ab.Ninas Kopf wurde zur Seite geschlagen. Auf ihrer Wange zeichneten sich sofort fünf rote Fingerabdrücke ab.Sie starrte Elena fassungslos an.„Du wagst es, mich zu schlagen?“Klatsch! Klatsch!Elena zögerte keine Sekunde und gab ihr noch zwei Ohrfeigen, eine links, eine rechts.Die Bilder von gestern Abend kamen wieder hoch.Und mit ihnen die Erinnerungen an die Zeit an der Universität. Nina hatte andere Studentinnen fertiggemacht und Elena die Schuld dafür zugeschoben.All das, was Elena jahrelang hinuntergeschluckt hatte, fand in diesem Moment einen Ausweg.Eine Ohrfeige nach der anderen traf Ninas Gesicht.Elena schlug schnell, klar und ohne jedes Zögern zu. Sie wollte keine Erklärung mehr. Sie wollte, dass Nina endlich spürte, was sie angerichtet
Als er ihr distanziertes, kühles Gesicht sah, hob und senkte sich Felix’ Adamsapfel mehrmals. Erst nach einem Moment fragte er zögernd: „Wie lange wirst du weg sein?“Elena packte weiter ihre Sachen zusammen und antwortete dabei: „Schwer zu sagen. Wahrscheinlich so lange, bis der Dreh läuft und ich
Elena erstarrte für ein paar Sekunden. Ihr Herz schlug plötzlich viel zu schnell.Fast hätte sie es völlig falsch verstanden. Da fiel ihr wieder ein, dass Felix einmal gesagt hatte, es gäbe jemanden, den er mochte.Zusammen mit dem, was Lia vorhin gesagt hatte, ergab plötzlich alles einen Sinn.Also
Im Gegenteil. Elena beneidete Mara sogar ein wenig. Mara wusste ganz genau, was sie wollte.Nach dem Essen gingen die beiden noch ins Einkaufszentrum.Beim letzten Einkaufsbummel war ihnen Nina über den Weg gelaufen, und danach war die Stimmung völlig dahin gewesen. Mara hatte damals nicht einmal ri
„Adrian!“Nina sah ihn fassungslos an. In ihren Augen sammelten sich schon die Tränen. „Hat Elena dir irgendetwas erzählt? Glaubst du mir jetzt etwa kein Wort mehr?“„Sie sagt, ich wäre damals nur wegen eines Fehlers ins Ausland gegangen. Aber denkt sie auch daran, wie oft ihr euch meinetwegen gestr







