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KAPITEL 100: DER RISS

Author: Viv Rex
last update publish date: 2026-05-25 15:32:46

Es begann mit einem Brief.

Nicht von Klaus. Nicht von Margarethe oder Paul oder jemandem aus dem Netz.

Von einem Rudel.

Ein Rudel, das Mia nicht kannte, das sich das Eisenberg-Rudel nannte, und das einen Brief schickte, der höflich formuliert war und dessen Inhalt trotzdem wie ein Schlag wirkte.

Sie las ihn zweimal.

Dann legte sie ihn auf den Tisch.

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Lukas las ihn danach.

Er las ihn einmal.

Sein Gesicht veränderte sich nicht.

Aber Mia kannte sein Gesicht.

Und sie sah, was sich dahinter verän
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  • Vom Alpha Erwählt – Doch Verflucht   KAPITEL 100: DER RISS

    Es begann mit einem Brief.Nicht von Klaus. Nicht von Margarethe oder Paul oder jemandem aus dem Netz.Von einem Rudel.Ein Rudel, das Mia nicht kannte, das sich das Eisenberg-Rudel nannte, und das einen Brief schickte, der höflich formuliert war und dessen Inhalt trotzdem wie ein Schlag wirkte.Sie las ihn zweimal.Dann legte sie ihn auf den Tisch.---Lukas las ihn danach.Er las ihn einmal.Sein Gesicht veränderte sich nicht.Aber Mia kannte sein Gesicht.Und sie sah, was sich dahinter veränderte.„Was ist das Eisenberg-Rudel?" fragte Mia.„Ein Rudel im Norden," sagte Lukas. „Alt. Traditionell. Ihr Alpha ist seit zwanzig Jahren im Amt." Er legte den Brief hin. „Wir hatten keinen Kontakt seit Jahren."„Und jetzt schreiben sie."„Ja."Mia sah den Brief an.Die Kernaussage war klar.Das Eisenberg-Rudel forderte eine Versammlung. Nicht eine Einladung. Eine Forderung. Sie schrieben, dass das, was im Schwarzwald-Rudel passiert sei, Auswirkungen habe, die über das Schwarzwald-Territorium

  • Vom Alpha Erwählt – Doch Verflucht   KAPITEL 99: WAS BLEIBT

    Der Februar ging.Der März kam.Das war das Verlässliche an den Monaten. Sie kamen und gingen, ohne Rücksicht auf das, was die Menschen darin erlebten. Das war kein Vorwurf. Das war einfach so.Der März brachte das erste zögernde Tauen. Nicht Frühling, noch nicht, aber das Ankündigen davon. Die Schneeränder, die kleiner wurden. Das erste Vogelkonzert am Morgen, das noch nicht vollständig war, aber begann.Mia bemerkte es, wie sie alles bemerkte, mit dem Kribbeln, das die Jahreszeiten kannte.---Jana kam jetzt regelmäßig.Das war das Wort, das das Muster beschrieb. Nicht wöchentlich, nicht nach Plan, aber regelmäßig. Einmal, manchmal zweimal im Monat. Meistens Donnerstags, was zufällig war und sich trotzdem als Muster herausgestellt hatte.Sie klopfte inzwischen immer an die Hintertür.Das war der Unterschied zum Januar.Sie sprachen nicht immer über das Kribbeln.Manchmal sprachen sie über das Gewöhnliche. Janas Arbeit, eine Stelle in einem Archiv, die gut zu ihr passte, weil Archive

  • Vom Alpha Erwählt – Doch Verflucht   KAPITEL 98: FEBRUAR

    Der Februar war kalt und kurz.Das war das Gute an ihm. Er machte keine Versprechen, die er nicht halten konnte. Er war, was er war, der kälteste Monat, der kürzeste, und er versteckte das nicht.Mia mochte das an ihm.---Jana kam zweimal im Januar zurück.Beide Male zum Mittagessen geblieben. Beide Male durch die Vordertür geklingelt.Im Februar klingelte sie einmal und klopfte einmal an die Hintertür.Das war der Unterschied.Mia bemerkte es.Sagte nichts.Das Klopfen an die Hintertür war Jana, die ankam. Nicht vollständig. Aber mehr als beim ersten Mal.---Paul schrieb einen Brief.Handgeschrieben, was Mia überraschte, weil Paul ihr als jemand erschienen war, der Effizienz schätzte.Der Brief war kurz.Er schrieb, er habe mit seinem Sohn gesprochen. Drei Stunden. Das erste wirkliche Gespräch seit Jahren. Er schreibe das nicht, um zu berichten, sondern weil er gedacht hatte, dass Mia wissen würde, was das bedeutete.Das wusste sie.Sie schrieb zurück, am Donnerstag.Kurz und direk

  • Vom Alpha Erwählt – Doch Verflucht   KAPITEL 97: WAS PAUL WEISS

    Paul kam zwei Wochen nach Jana.Auch allein.Auch ohne Ankündigung, was Mia überraschte, weil Paul beim ersten Treffen der Sorgfältigste gewesen war, der Mann, der jeden Satz abwog, bevor er ihn sagte. Solche Menschen kündigten sich normalerweise an.Aber er stand an einem Dienstagvormittag einfach vor der Tür.Mia öffnete und sah ihn an.Er sah zurück.„Ich war in der Gegend," sagte Paul.Das war offensichtlich nicht wahr, weil Paul zwei Stunden entfernt lebte, das hatte Reiter beim ersten Treffen erwähnt. Aber Mia verstand, was dahinter war.Er hatte sich nicht angemeldet, weil die Ankündigung bedeutet hätte, dass er auch hätte absagen können.Das war klug.Das war das Kluge an Paul.„Komm rein," sagte Mia.---Paul war anders als Jana.Jana hatte Angst gehabt und die Angst benannt und das war der Weg gewesen, der für sie richtig war.Paul hatte keine Angst.Oder er hatte sie, aber sie war so tief vergraben, nach siebzig Jahren, dass sie nicht mehr Angst hieß. Sie hieß Skepsis. Sie

  • Vom Alpha Erwählt – Doch Verflucht   KAPITEL 96: JANA

    Jana kam an einem Donnerstag.Allein, wie sie gesagt hatte.Sie klingelte an der Vordertür, nicht der Hintertür, was Mia bemerkte, weil die Tür, die man wählte, manchmal sagte, wie man sich fühlte. Vordertür war offiziell. Noch nicht vertraut.Das war in Ordnung.Mia öffnete.Jana sah aus wie beim ersten Mal, denselben Mantel, dieselbe Haltung, aber das Gesicht war anders. Weniger angespannt. Nicht entspannt, das war zu viel verlangt, aber weniger angespannt.„Komm rein," sagte Mia.---Sie saßen in der Küche.Hedda war da.Das überraschte Jana kurz, das sah Mia an Janas Gesicht. Sie hatte vielleicht erwartet, dass das Gespräch privater sein würde.Aber Hedda am Herd war so normal wie das Licht in der Küche. Keine Bedrohung. Einfach da.Jana entspannte sich nach zwei Minuten.Das war die Magie der Küche.Das war Heddas Magie.Mia machte Kaffee.Setzte sich.Wartete.Das war das Richtige bei Jana, das Kribbeln sagte es. Jana brauchte keinen Anstoß. Sie brauchte Raum.Jana trank einen S

  • Vom Alpha Erwählt – Doch Verflucht   KAPITEL 95: DAS NEUE JAHR

    Das neue Jahr kam ruhig.Nicht mit dem Knall und dem Lärm, den manche Jahre hatten, die großen Ankündigungen, die Versprechen, die zu groß waren für einen einzigen Abend. Dieses Jahr war anders. Oder vielleicht war Mia anders, und deshalb war das Jahr anders.Sie feierten zu Hause.Das Anwesen, die Menschen, die dazugehörten.Kurz nach Mitternacht, als das Feuerwerk irgendwo im Dorf zu hören war, saßen sie auf der Terrasse, alle, in Jacken und mit warmen Getränken.Der Himmel war klar.Die Sterne, deutlich.Das neue Jahr, das anfing.Mia hielt Lukas' Hand.Das war alles.Das war genug.---Der Januar begann mit Kälte, die ernst meinte.Nicht der zaghafte Frost des Dezembers, der kam und wieder ging. Diese Kälte blieb. Die Fenster hatten Eisblumen am Morgen. Der Atem wurde sichtbar. Der Weg zum kleinen weißen Haus, den Lara täglich lief, war vereist, was Lara nicht aufhielt.Das war Lara.---Thomas Reiter kam am zweiten Januarwochenende.Diesmal mit zwei anderen.Eine Frau, Mitte drei

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