Vom Alpha Erwählt – Doch Verflucht

Vom Alpha Erwählt – Doch Verflucht

last updateLast Updated : 2026-06-16
By:  Viv Rex Updated just now
Language: Deutsch
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Mia Voss ist ein Omega — niemand, nichts, ein Schatten im Rudel. Kein Rang, keine Familie, keine Zukunft. Seit dem Tod ihrer Eltern lebt sie als Dienerin bei der mächtigen Familie Brenner, unsichtbar und vergessen. Lukas Brenner ist der gefährlichste Alpha des Schwarzwaldes — kalt, unnahbar, und begehrt von jeder Frau im Rudel. Beim großen Mondball geschieht das Unmögliche: Sein Wolf erkennt ausgerechnet Mia als seine Schicksalspartnerin. Doch das Schicksal ist grausam. Zwischen ihnen steht Lena Brenner — schön, mächtig und bereit, alles zu tun, um Mia zu vernichten. Und hinter Lukas dunklen Augen verbirgt sich ein Geheimnis, das alles verändern könnte. Kann eine Omega die Herz eines Alphas gewinnen — oder wird der Fluch sie für immer trennen?

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Chapter 1

DAS MÄDCHEN, DAS NIEMAND SAH

Der Regen hörte nicht auf.

Mia zog die Schultern hoch und lief schneller, aber es nützte nichts mehr. Ihr Haar klebte ihr ins Gesicht, ihr billiger Kapuzenpullover war längst durchnässt. Der Kiesweg zum Anwesen schimmerte im Dunkel, und irgendwo hinter den Bäumen leuchtete der Vollmond durch die Wolken – groß, rund, unerbittlich.

Heute Nacht war der Mondball.

Sie hätte zu Hause bleiben sollen. Nein – sie hatte kein Zuhause. Sie hatte ein Zimmer unter dem Dach des Anwesens, eine schmale Matratze, einen Holzstuhl und einen Spiegel, der zu klein war, um darin ihr ganzes Gesicht zu sehen. Das war kein Zuhause. Das war eine Abstellkammer für Menschen, die niemand brauchte.

Menschen wie Mia Voss.

Sie war achtzehn, Omega, und die einzige Tochter von Eltern, die vor zehn Jahren gestorben waren. Seitdem lebte sie bei der Familie Brenner. Nicht als Gast. Nicht als Pflegekind. Als Hausangestellte – die jüngste, die billigste, die unsichtbarste. Sie putzte, kochte, wusch, schwieg. Und wenn Lena Brenner schlechte Laune hatte, tat sie so, als wäre Mia Luft.

Meistens war das einfacher so.

Sie erreichte das Vordach des Anwesens – und blieb stehen.

Lena stand dort. Natürlich stand Lena dort. In einem silbernen Kleid, das aussah wie flüssiges Mondlicht, flankiert von Clara und Sophie, die beide so taten, als wären sie ihre Leibwächterinnen. Alle drei sahen Mia an. Lena lächelte – das Lächeln, das nie ihre Augen erreichte.

„Du bist nass," sagte Lena.

„Ich weiß," sagte Mia.

„Du siehst schrecklich aus."

„Ich weiß."

Lena neigte den Kopf, wie eine Katze, die mit ihrer Beute spielt. „Du weißt, dass du heute Nacht nichts hier verloren hast, oder? Der Mondball ist für echte Mitglieder des Rudels. Nicht für—" sie machte eine Handbewegung, die Mia von Kopf bis Fuß erfasste, „—das."

Clara kicherte. Sophie schaute weg.

Mia schluckte. Sie kannte dieses Spiel. Wenn sie antwortete, wurde es schlimmer. Wenn sie schwieg, wurde es auch schlimmer – aber wenigstens schneller vorbei. Sie senkte den Blick, wich zur Seite aus und betrat das Anwesen durch den Seiteneingang, den Eingang, den nur die Bediensteten benutzten.

Der Korridor roch nach Kerzenwachs und frischen Blumen.

Der Ballsaal roch nach Macht.

Mia blieb in der Nähe der Küchentür stehen und beobachtete alles aus sicherer Entfernung. Hunderte Kerzen. Seidenkleider in Grün und Schwarz und Silber. Männer, die aussahen, als wären sie aus einem anderen Jahrhundert herausgetreten – breit, dunkel, gefährlich. Die Energie im Raum war so dicht, dass Mia sie fast schmecken konnte.

Und dann – Stille.

„Das Rudel empfängt seinen Alpha."

Die Menge teilte sich.

Mia stellte sich auf die Zehenspitzen.

Lukas Brenner war nicht so, wie sie ihn in Erinnerung hatte. Sie hatte ihn zuletzt vor drei Jahren gesehen – kurz, flüchtig, aus der Distanz. Damals war er groß und ernst gewesen. Jetzt war er etwas anderes. Etwas, für das Mia kein Wort hatte. Er betrat den Saal wie jemand, der es gewohnt war, dass Räume sich um ihn herum veränderten – und Räume taten es tatsächlich. Die Luft wurde schwerer. Die Gespräche verstummten. Selbst die Kerzen schienen heller zu brennen.

Sein Blick glitt durch die Menge.

Und dann traf er Mias Augen.

Es war wie ein Sturz. Nicht schmerzhaft – aber plötzlich und vollständig, so als hätte jemand den Boden unter ihr weggezogen. Ihr Herz machte einen seltsamen, holprigen Schlag. Ihre Fingerspitzen kribbelte. Irgendwo tief in ihrem Inneren regte sich etwas – leise, warm, und völlig fehl am Platz.

Sie trat zurück. Stieß gegen die Wand. Blinzelte.

Lukas Blick war bereits weitergeglitten. Ruhig. Ungestört. Als wäre nichts gewesen.

Als hätte er sie nicht gesehen.

Mia presste die Hand gegen ihre Brust und versuchte, normal zu atmen.

Das war nichts. Das war der Vollmond. Das war die Magie, die heute Nacht in der Luft lag und alle ein bisschen verrückt machte. Das bedeutete gar nichts.

Sie wiederholte es, bis sie es fast glaubte.

Eine Stunde später wollte sie gehen. Sie hatte genug gesehen – genug von Lenas strahlendem Lächeln, genug von Lukas' undurchdringlichem Gesicht, genug von einem Abend, zu dem sie nie hätte kommen sollen. Sie legte die Hand auf die Küchentür.

„Warte."

Tiefe Stimme. Ruhig. Direkt hinter ihr.

Mia erstarrte.

Sie drehte sich langsam um.

Lukas Brenner stand einen Schritt entfernt. Nur einen. Der Korridor war leer, der Lärm des Ballsaals gedämpft durch die geschlossene Tür. Seine dunklen Augen lagen auf ihr – diesmal ohne Ablenkung, ohne Publikum. Einfach nur er. Einfach nur sie.

Mia vergaß, wie man atmet.

„Wie heißt du?" fragte er.

Sie schluckte. „Mia. Mia Voss."

Irgendetwas in seinem Gesicht veränderte sich. Kaum merklich. Ein Anspannen des Kiefers. Ein kurzes Aufflackern hinter seinen Augen.

„Mia Voss," wiederholte er leise.

Und dann sagte er die vier Worte, die ihre Welt in zwei Hälften rissen.

„Mein Wolf kennt deinen."

Ende Kapitel 1

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