Mag-log inMia Voss ist ein Omega — niemand, nichts, ein Schatten im Rudel. Kein Rang, keine Familie, keine Zukunft. Seit dem Tod ihrer Eltern lebt sie als Dienerin bei der mächtigen Familie Brenner, unsichtbar und vergessen. Lukas Brenner ist der gefährlichste Alpha des Schwarzwaldes — kalt, unnahbar, und begehrt von jeder Frau im Rudel. Beim großen Mondball geschieht das Unmögliche: Sein Wolf erkennt ausgerechnet Mia als seine Schicksalspartnerin. Doch das Schicksal ist grausam. Zwischen ihnen steht Lena Brenner — schön, mächtig und bereit, alles zu tun, um Mia zu vernichten. Und hinter Lukas dunklen Augen verbirgt sich ein Geheimnis, das alles verändern könnte. Kann eine Omega die Herz eines Alphas gewinnen — oder wird der Fluch sie für immer trennen?
view moreMia konnte nicht schlafen.Sie lag auf dem Rücken und starrte an die Decke und dachte an Sionas Hände. An das Kribbeln, das in beide Richtungen geflossen war. An den Moment, in dem dreißig Generationen Suchen in einem einzigen Händedruck weniger geworden waren.Sie dachte auch an Lukas.Das war das Problem.Er war den ganzen Rückweg still gewesen, aber nicht die Stille, die sie kannte, die ruhige, vollständige Stille von jemandem, der einfach da war. Diese Stille war anders. Angespannter. Als würde er etwas halten, das er nicht loslassen wollte, und als würde das Halten ihn Kraft kosten, die er nicht zeigte.Sie hatte ihn nicht gefragt.Vielleicht hätte sie es tun sollen.Sie warf die Decke zurück und stand auf. Es war kurz nach zwei. Das Anwesen war still, das tiefe, vollständige Still der Nacht, wo jedes Geräusch zu laut klang. Ihre Schritte auf dem Holzboden. Das Atmen der alten Wände. Das leise Knacken der Heizung.Sie zog sich eine Jacke über den Pyjama und ging nach unten.Die K
Der Ort war kein Gehöft diesmal.Es war ein Waldstück, drei Stunden entfernt, an einer Stelle, wo zwei alte Wege sich kreuzten, die auf keiner modernen Karte mehr eingezeichnet waren, weil sie für niemanden mehr Bedeutung hatten, außer für die, die wussten, dass alte Wege eine eigene Art von Gedächtnis hatten und dass Orte, die Menschen seit Generationen benutzt hatten, um sich zu treffen, eine Qualität bekamen, die mit der Zeit nicht verschwand, sondern sich vertiefte.Das war der Ort, den die Suchenden gewählt hatten.Mia hatte verstanden, warum, als sie ankamen und aus dem Auto stiegen und der Wald um sie herum war, still und alt und mit dieser besonderen Dichte von etwas, das lange gewartet hatte.Sie waren zu fünft.Lukas, Mia, Lara, und zwei der Männer, denen Lukas vertraute, nicht weil er Bewaffnung erwartet hatte, sondern weil Treffen wie dieses Zeugen brauchten und weil Zeugen körperlich anwesend sein mussten, um wirklich Zeugen zu sein.Der Wald nahm sie auf ohne Kommentar.
Die Antwort kam nicht auf dem Fensterbrett.Sie kam durch Valdur, was bedeutete, dass die Schattenjäger entschieden hatten, dass ein direkter Kanal sicherer war als das lautlose Kommen und Gehen, das sie in der Nacht gezeigt hatten. Oder es bedeutete, dass sie verstanden hatten, dass das lautlose Kommen und Gehen eine Grenze überschritten hatte, die sie nicht hätten überschreiten sollen, und dass ein Schritt zurück die klügere Wahl war.Mia wusste nicht, welches davon stimmte.Beides war möglich.Valdur schrieb kurz, wie immer, ohne Ausschmückung, mit der Direktheit von jemandem, der keine Energie für Worte verschwendete, die nicht notwendig waren. Er schrieb, dass die Schattenjäger ihn kontaktiert hatten, über einen Kanal, den er seit Jahren kannte aber selten benutzt hatte, einen alten Weg der Kommunikation zwischen Rudeln, der keine modernen Mittel verwendete und deshalb nicht abgefangen werden konnte. Er schrieb, dass sie eine Nachricht hinterlassen hatten, die er wortwörtlich wei
Die Botschaft kam drei Tage nach der Nacht.Nicht durch Valdur, nicht durch das kleine Rudel im Norden, das die Schattenjäger beobachtete. Sie kam direkt, was Mia überraschte und gleichzeitig nicht überraschte, weil direkt die Art war, wie man kommunizierte, wenn man verstanden hatte, dass Umwege keinen Sinn mehr machten.Sie lag am Morgen auf dem Fensterbrett des Arbeitszimmers.Nicht das Fensterbrett, auf dem die Briefe ihrer Mutter gewesen waren, nicht die Hintertür, an der Lara klopfte. Das Arbeitszimmer im ersten Stock, das Fenster, das auf den Garten zeigte, das Fenster, an dem sie gestanden und den Wald gespürt hatte, als die Schattenjäger sich bewegten.Jemand hatte gewusst, welches Fenster es war.Das war die erste Information.Mia nahm den Brief, der kein Brief war, sondern ein einzelnes Blatt Papier, gefaltet, ohne Umschlag, ohne Siegel. Sie öffnete es am Schreibtisch, mit der Ruhe von jemandem, die gelernt hatte, dass Ruhe keine Abwesenheit von Reaktion war, sondern die En