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Kapitel 200 – Der Verbündete des Alphas

last update publish date: 2026-11-03 14:41:03

Mara

Frieden macht viel mehr Papierkram als Krieg. Ganze Stapel, die in dreifacher Ausfertigung abgelegt werden müssen.

In der zweiten Woche halbwegs ruhiger Verhältnisse sieht mein Schreibtisch aus, als würde er sich fortpflanzen.

Da sind Materialanforderungen aus Hollowrock, Berichte aus Silvercrest, Neuigkeiten von den Grenzpatrouillen, Handelsabkommen, Jagdgenehmigungen und ein ganzer Stapel anonymer Vorschläge, mit welchen Rudeln wir uns verbünden und was wir dafür verlangen sollten.

Angri
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    EliBlackthorn war noch nie so still.Nicht einmal der Wind wagt zu flüstern, als der Mond seinen höchsten Punkt erreicht. Die Luft wirkt wie aus Silber und Rauch gemeißelt.Der Hof wurde freigeräumt und von Fackeln umgeben. In der Mitte steht die Feuerschale, ein altes eisernes Ding, in das dieselben Runen eingraviert sind, die wir alle über dem Herzen tragen. Jemand hat sie poliert, bis sie glänzt.Nach und nach versammelt sich das Rudel. Jace und Hazel zuerst. Ihre Schultern berühren sich, als sie ihren Platz einnehmen. Mara steht aufrecht neben der Flamme, ihr Gesicht halb im Licht, halb im Schatten. Selbst im Frieden die perfekte Befehlshaberin. Vaughn ist auch da. Seine Hollowrock-Wölfe halten sich an den Toren zurück, still und respektvoll.Ronan tritt vor, und die Stille wird tiefer. Das Licht fängt sich in seinem Haar, auf der Narbe an seinem Kiefer, an der Metallschließe seines Messergürtels. Er sieht aus, als hätte man ihn aus dem Berg selbst gehauen. Unerschütterlich, ewig

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    MaraFrieden macht viel mehr Papierkram als Krieg. Ganze Stapel, die in dreifacher Ausfertigung abgelegt werden müssen.In der zweiten Woche halbwegs ruhiger Verhältnisse sieht mein Schreibtisch aus, als würde er sich fortpflanzen.Da sind Materialanforderungen aus Hollowrock, Berichte aus Silvercrest, Neuigkeiten von den Grenzpatrouillen, Handelsabkommen, Jagdgenehmigungen und ein ganzer Stapel anonymer Vorschläge, mit welchen Rudeln wir uns verbünden und was wir dafür verlangen sollten.Angriffe von Redmaw haben mich weniger Nerven gekostet.Eli meint, ich sollte dankbar sein.„Du wolltest Stabilität“, hat er mir gestern gesagt, während er sich in meinem Stuhl breitgemacht hat, als gehöre der ihm.„So sieht Stabilität eben aus. Langweilig. Bürokratisch. Du musst sie sexy machen. Sei kreativ. Schaff dir schöne Momente. Vielleicht kannst du Alpha Vaughn auf deinem Schreibtisch verführen?“Ich habe ihm einen Stift an den Kopf geworfen. Er hat ihn mühelos gefangen und das als Beweis mei

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    JaceDie Kälte kriecht von unten in mich. Ein unbarmherziger Gegensatz zu der Glut, die zwischen uns gebrannt hat, bis wir zu müde zum Weitermachen waren und in den Armen des anderen eingeschlafen sind.Es ist nicht mehr die beißende Kälte des Sturms. Es ist die tiefe, feuchte Kälte des uralten Steins, die durch die dünne Decke nach oben dringt. Meine Muskeln sind angespannt, vibrieren vor diesem satten, herrlichen Ziehen danach.Ich öffne die Augen, und der Anblick lässt mir den Atem in der Lunge stehen. Hazel liegt neben mir, an meinen Körper geschmiegt, ihre Haut im Licht des erlöschenden Feuers. Sie ist vollkommen entblößt. Ihr Anblick schickt ein schweres, drängendes Ziehen durch meinen Schritt. Besitzanspruch.Ich stütze den Kopf auf eine Hand, atme tief und genieße den herben Geruch von Schweiß, Sex und Regen, der noch an ihr haftet. Selbst im Schlaf habe ich den Triumph gespürt. Jetzt brennt er mit der Hitze von tausend Sonnen.Der unerbittliche Wolf, den ich losgelassen habe,

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    HazelAls er mich küsst, ist es ein Zusammenprall. Heftig und besitzergreifend beansprucht er mich und zerschlägt die zerbrechliche Fassung, an der ich seit einem Jahr arbeite.Sein Mund sollte als gefährliche Waffe eingestuft werden. Ich verliere den Atem. Meinen Namen. Einen Moment lang kann ich mich nur an seinen Schultern festhalten, um nicht umzukippen. Mein Verstand ist irgendwo zwischen uns verloren gegangen. Er zieht sich einen Fingerbreit zurück, die dunklen Augen glühend. „Immer noch wütend?“„Bitte küss mich noch mal“, flehe ich flüsternd. Die unverhüllte Unterwerfung lässt meine Stimme zittern. Ich bin eine starke, unabhängige Frau. Es sei denn, Jace und Nacktheit kommen ins Spiel, anscheinend.Er tut es. Ohne zu zögern. Der zweite Kuss ist langsamer, tiefer, verändert grundlegend meine Vorstellung davon, wozu Atmen eigentlich gut ist. Mir ist so heiß, dass ich die Decke abwerfen will. Ich vergesse das echte Feuer, als seine große, raue Hand meinen Nacken hinaufgleitet und

  • Vom Alpha Markiert: Blutschwur   Kapitel 197 – Der Wachturm

    HazelAls der Regen in Strömen losbricht und sofort klar ist, dass die Brücke überflutet und unpassierbar sein wird, habe ich längst beschlossen, Eli umzubringen.Nicht schnell. Langsam. Mit Papierkram. Denn wenn dieser kleine Wichser eines nicht erträgt, dann Langeweile.Regen peitscht über den Kamm und verschlingt den Weg hinter uns wie ein gieriges Tier. Vor uns ragt der alte Wachturm auf, halb verfallener grauer Stein, die Tür hängt nur noch an einer Angel. Dass die Ruine so einsam liegt, ist nicht der Grund, warum ich mich sträube, hineinzugehen. Mit Jace auf engstem Raum festzusitzen, ganz allein, ist die wesentlich beängstigendere Aussicht.Jaces Stimme durchdringt den Wolkenbruch. „Rein. Sofort.“Er schreit nicht. Seine Stimme trägt die Autorität ganz von selbst. Schwer, absolut, ohne jeden Raum für Widerspruch. Aus purem Trotz dränge ich mich an ihm vorbei, tropfe alles voll und lasse meinen Rucksack mit einem rebellischen Wumms fallen. Nichts davon ist tatsächlich seine Schu

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    EliManche Menschen mischen sich leise ein. Ich bevorzuge Stil.Der Morgen ist zu ruhig. Das Rudel arbeitet am Wiederaufbau, Ronan ist auf widerwärtige Weise tüchtig, und ich bin rastlos. Ich habe bereits entschieden, dass man Glück nicht horten darf. Jetzt muss ich es nur noch verbreiten.Genauer gesagt in Richtung Hazel und Jace. Jeder, der das Pech hat, mit den beiden in einem Raum festzusitzen, fühlt sich, als wäre er im zweiten Akt mitten in einen Streit zwischen Liebenden geraten. Nur dass die fraglichen Liebenden einander mit bemerkenswertem Fleiß ignorieren. Das kann nicht gesund sein.Also nehme ich es selbstverständlich auf mich, die Sache in Ordnung zu bringen.Es braucht einige Überredungskunst, um alle Teile an ihren Platz zu bringen, und verdammt viel hängt davon ab, dass das Wetter tut, was es soll. Doch am späten Vormittag ist alles in Bewegung.Hazel muss eine Lieferung aus Hollowrock abholen. Einige Fässer lagern beim alten Wachturm auf halber Strecke des Kammwegs. N

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