登入Der Wind, der aus dem Tal kam, schmeckte nach kaltem Stein... Öl... und dem scharfen, metallischen Beigeschmack von Angst.Hoch über den schweren Eisentoren der Festung von Thorncross schwangen fünfzig Eisenkäfige im gefrierenden Bergsturm.Darin saßen die jungen Erben der Adelshäuser und die Ältesten der Stadt in der Dunkelheit zusammengekauert, ihre Schreie gedämpft von der Entfernung und dem Brüllen von Marcus Thornes Lautsprechern. Vierzig Fuß unter ihren baumelnden Stiefeln lag der harte, unerbittliche Marmor der äußeren Einfahrt.Marcus stand auf der mittleren Brustwehr, flankiert von zwanzig schwer bewaffneten Söldnern, die taktische Schrotflinten trugen. Er blickte auf unsere herannahende Armee hinab, sein Gesicht zu einem Ausdruck von verzweifeltem, arrogantem Triumph verstellt."Du hast fünf Minuten, Valdyr!", dröhnte Marcus' Stimme über den schneebedeckten Talboden. "Schick Rielle allein über die äußere Markierung! Schick sie zu mir, damit sie die Blutlinie der Thornes dort
Die Lüge hing in der feuchten Luft der Höhle wie eine Wolke aus Fäulnis.Marcus Thorne war in unserem Zuhause. Er war durch die Tore von Thorncross marschiert, hatte die innere Festung besetzt und die Kinder der Adelshäuser als Schutzschilde genommen.Aber es war der andere Teil... die Lüge, die er wieder aus dem Auktionshaus hervorgekramt hatte... die Caspians silberne Augen in zwei Gruben aus flüssigem Tod verwandelte.Caspian brüllte diesmal nicht. Er warf nicht sein Schwert und zerschmetterte nicht den Stein unter seinen Stiefeln.Er streckte seine große, blutverschmierte Hand aus, schloss sie um meinen Nacken und zog mich dicht an seine Brust. Sein Daumen drückte hart auf meinen Pulspunkt und spürte das hektische, hämmernde Schlagen meines Herzens an seiner Handfläche. Die Hitze, die von seiner nackten Haut ausging, war erstickend und hüllte meine Schultern ein wie ein eiserner Ofen."Er erzählt der Stadt, du trägst sein Blut", murmelte Caspian, seine Stimme fiel in ein tiefes, f
Der Schmerz des schwarzen Gifts fühlte sich an wie flüssiges Eis, das glatt in das Mark meiner Knochen glitt.Es kroch in dicken, dunklen Linien mein Handgelenk hinauf... kämpfend gegen die goldene Hitze meines Blutes der Ersten Mondin. Aber ich zog mich nicht zurück. Ich grub meine Fingernägel tiefer in Caspians blutende Handfläche... presste unsere Hände so fest zusammen, dass die Knochen in unseren Fingern ächzten."Lass los!", brüllte Caspian, seine Stimme brach in einen Laut purer, hysterischer Panik.Seine Muskeln spannten sich mit genug Kraft an, um Stein zu zerschmettern, während er versuchte, seine Hand aus meinem Griff zu reißen. Er kümmerte sich nicht um die nördlichen Alphas, die um uns herum ihre Schwerter zogen. Er kümmerte sich nicht darum, dass die Höhle bebte. Er kümmerte sich nur um die schwarze Fäulnis, die meinen Arm hinauf auf mein Herz zukroch."Hal
Der Wind aus dem Nordpass schmeckte nach Salz und Eis, als wir in die versteckte Schlucht hinabstiegen.Unterhalb der Schneegrenze, direkt in den lebenden Felsen einer Küstenhöhle gehauen, wo der Berg auf das eisige Nordmeer traf, lag der Versunkene Altar der Ersten Mondin. Riesige Steinsäulen erhoben sich aus dem dunklen Wasser, ihre Spitzen glühten im Licht Dutzender eiserner Fackeln.Dreißig nördliche Alphas standen um den äußeren Ring der Höhle.Es waren massive Männer und Frauen, gehüllt in dicke Felle und schwere Eisenrüstungen, ihre gelben und grauen Augen folgten uns, als Caspian mich die Steinstufen hinuntertrug. Sie verbeugten sich noch nicht, aber ihre Blicke blieben fest auf dem schweren silbernen Siegel auf meiner Brust gerichtet und auf dem Lykanerkönig mit nackter Brust, der mich an seiner Seite hielt, als wäre er bereit, jede Person in der Umgebung zu ermorden.Caspian kümmerte sich nicht um ihre Blicke. Seine Hand blieb an meiner Hüfte verriegelt, sein breiter Körper
Das Brüllen des Horns stammte nicht von einem Instrument... es kam aus einer Kehle, die so riesig und alt war, dass der Laut die losen Steine auf dem Boden erbeben ließ.Hoch oben auf den Granitfelsen, wo die vier Scharfschützen des Frostwalds auf Caspians Kopf gezielt hatten, brach die Schneewand auf.Ein massiver, schiefergrauer Wolf... von der Größe eines Bullen, das Fell von Eis verfilzt und von Narben gezeichnet... traf mit einem schweren, knochenerschütternden Wumm auf dem Vorsprung auf.Und bevor der führende Scharfschütze sein Gewehr herumschwingen konnte, schloss sich der Kiefer der grauen Bestie um den Lauf, zerschmetterte den Stahl wie einen gefrorenen Zweig und schleuderte den Schützen zwanzig Fuß tief in die Schlucht hinab.Hinter dem grauen Wolf kamen dreißig schwer gepanzerte Reiter.Sie trugen dickes Leder und dunkle Silberrüstung und ritten auf massiven Schlachtrossen,
Draven zögerte nicht.In dem Moment, in dem er Hareks nördliche Banner über den Grat kommen sah... in dem Moment, in dem er erkannte, dass die Soldaten, die er für die seinen hielt, ihre Speere in meinem Namen gen Himmel gerichtet hatten... verfiel sein Gesicht zu einer Maske aus purer, verzweifelter Raserei.Er hob die tropfende eiserne Fackel hoch über seinen Kopf, das gelbe Feuer knallte und spuckte gegen den bitteren Bergwind."Zündet die Rutschen an!", schrie Draven, seine Stimme brach in einer hohen, dünnen Panik. "Verbrennt die Ratten in ihren Löchern!"Drei Bogenschützen ließen ihre Bogensehnen gleichzeitig los. Die brennenden Pfeile zischten durch die gefrierende Luft, ihre feurigen Spitzen zogen öligen schwarzen Rauch hinter sich her, während sie auf die Holzrutschen hinabstürzten, die in die Luftschächte führten.Caspian bewegte sich, noch bevor die Pfeile die Hälfte ihres Fluges erreicht hatten.Er wartete nicht auf einen Befehl.Er suchte nicht nach einem Pfad. Er trieb s







