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Kapitel 4

ผู้เขียน: KarenW
Aus Maeves Sicht

Ich begann, die Kleider zu packen, die ich nach Afrika mitnehmen wollte.

Nicht viel war es – gerade genug für einen einzigen kleinen Koffer.

Und selbst mit dem zugeklappten Koffer an der Tür wirkte der Schrank unberührt. Der Schmuck lag unberührt in seinem Samtkasten.

Nichts davon brauchte ich.

Zehn Jahre in diesem Haus – und alles, was ich mitnehmen durfte, war ein einziger Koffer.

Das Handy summte. „Ich habe einen wichtigen Umschlag in meinem Arbeitszimmer liegen lassen. Mach dich fertig und bring ihn zum Grand Hotel.“

Gleich darauf eine zweite Nachricht. „Zieh dich ordentlich an. Ich will nicht, dass jemand denkt, meine Frau ist eine schlecht gekleidete Hausfrau, die sich nicht zu präsentieren weiß.“

Ich seufzte.

Adrians Nachrichten zu ignorieren würde beim nächsten Heimkommen nur eine weitere Runde Herablassung einbringen. Und der Umschlag – was auch immer darin war – musste wichtig sein. Adrian bat nie um Hilfe. Heute schon.

Um weiteren Ärger zu vermeiden, entschied ich, zu gehen.

Das Kleid, das Viola mir gegeben hatte, war das Einzige im Schrank, das mir noch passte und nicht gewöhnlich wirkte. Also zog ich es an.

Am Schminktisch im Ankleidezimmer zögerte ich.

Brauchte ich Make-up? Ich war kein Gast. Hineinspazieren, Adrian den Umschlag übergeben, wieder gehen – mehr war nicht geplant.

Dennoch griff ich zur Foundation. Nur eine dünne Schicht und ein Hauch Lippenstift. Das Haar steckte ich zu einem tiefen Knoten hoch.

Ich war keine andere Frau – aber ich sah zum ersten Mal seit Langem wieder gut aus.

Den Umschlag fand ich in Adrians Arbeitszimmer, steckte ihn in meine Tasche und machte mich auf den Weg zum Grand Hotel.

...

Das Hotel war voller, als ich erwartet hatte.

Den jährlichen Mafia-Ball hatte ich mir stets als eine elegante, exklusive Veranstaltung vorgestellt – vielleicht fünfzig Gäste, höchstens. Aber kaum hatte ich einen Fuß hineingesetzt, wurde mir klar, wie sehr ich mich getäuscht hatte.

Es waren Hunderte. Fünfhundert, vielleicht mehr. Alle in Seide und Anzügen, Diamanten funkelnd wie Sterne unter Kronleuchtern so groß wie Autos.

Adrian rief ich mehrfach an. Er ging nicht ran.

Am Ende blieb mir nichts anderes übrig, als mich selbst in den Ballsaal zu schleichen und ihn zu suchen.

In diesem Moment dröhnte eine Stimme über die Lautsprecher: „Willkommen auf der Bühne dem jüngsten und erfolgreichsten Mann des Abends – Adrian Kane!“

Im nächsten Moment stieß mich jemand von hinten mit Wucht an.

Ich stolperte vorwärts und knallte hart auf die Tanzfläche, die Knie gegen den polierten Marmor.

Gelächter brach um mich herum aus.

„Wer zum Teufel ist das?“

„Herrgott, ihr Kleid –“

Ich blickte hinunter.

Der Stoff hatte vollständig nachgegeben. Die Nähte lösten sich, wie mit billigem Kleber zusammengehalten. Die Nähte rissen auf, und innerhalb von Sekunden lag das Kleid in Fetzen um mich herum. Nur das dünne beige Unterkleid, das ich darunter getragen hatte, blieb mir.

Das Gelächter wurde lauter.

„Ist ihr Kleid gerade einfach auseinandergefallen?“

„Gott, wer trägt zu dieser Party Billigware?“

„Ruft die Sicherheit!“

Ich zwang mich, das Kinn zu heben.

Adrian stand auf der Bühne und starrte auf mich herab.

Er wirkte wütend, rührte sich aber kein Stück. Sein Blick glitt über mich hinweg, als wäre ich Luft.

Jemand in der Menge fragte: „Wessen Begleitung ist das?“

Niemand antwortete. Die Stille, die folgte, war schlimmer als das Gelächter.

Eine Frau schnaufte verächtlich: „Wer würde zugeben, jemanden wie sie zur wichtigsten Party des Jahres mitgebracht zu haben?“

Dann: „Maeve?“

Viola.

Sie eilte auf mich zu, das Gesicht voller gespielter Besorgnis. Aber als sie den Kopf wandte, sah ich es – ein kurzes Aufblitzen eines Lächelns, das sie zu verbergen versuchte.

„Was machst du hier?“ fragte sie, die Stimme eine Spur zu hoch.

Langsam stand ich auf, die Knie schmerzend, und reichte ihr den Umschlag.

„Adrian hat mir eine Nachricht geschickt. Etwas Wichtiges sei im Haus vergessen worden.“

Jemand flüsterte: „Wer ist das?“

Dann lauter: „Frau Kane?“

Und Gelächter. „Unser charmanter Don Kane hat eine geheime Donna?“

„Nein –“ Adrian stieg von der Bühne.

„Nein“, sagte er erneut, diesmal fester. „Sie ist das Hausmädchen. Was machst du hier?“

„Ich –“

„Sie dachte, etwas sei vergessen worden“, unterbrach Viola geschmeidig. „Also hat sie es vorbeigebracht. Mehr nicht.“

Violas Worte waren gerade vage genug, um der Menge eine Geschichte zu liefern, die sie nach Belieben ausschmücken konnte.

Jemand lachte hinter einem Champagnerglas. „Wir dachten schon, sie sei deine geheime Donna, Adrian. Stell dir den Skandal vor.“

Adrian trat vor, die Stimme stark und geübt. „Meine geheime Donna? Die?“

Sein Blick wanderte langsam und bedächtig über mich. „Warum sollte meine Donna jemand wie sie sein?“

„Wer wird es dann sein?“

„Viola!“

„Ist das also das Jahr, in dem du Viola endlich zu deiner Donna machst, Adrian?“

„Frau Kane!“

Adrian sah mich an – nur ein einziges Mal, still und undurchdringlich – bevor er sich wieder der Menge zuwandte.

„Ich hatte gehofft, das noch etwas diskret zu halten“, sagte er gewählt, „zumindest bis ich eine Antwort von Viola bekomme. Aber da ihr alle darauf besteht…“

Er wandte sich ihr zu und ging vor ihr auf die Knie. „Willst du mich heiraten und meine Donna werden?“

Jubel brandete um sie herum auf.

Ich bückte mich, raffte die zerrissenen Reste des Kleides zusammen und trat zurück in die Schatten. Warum ich mich noch einmal umsah, wusste ich selbst nicht – aber ich tat es.

„Ja“, sagte Viola, atemlos und strahlend. „Ja, Adrian.“

Sie warf sich in seine Arme. Adrian hielt sie fest – und für den kürzesten Moment fanden seine Augen meine.

Keine Entschuldigung lag darin. Nur Gleichgültigkeit. Und vielleicht, tief darunter begraben, ein winziger Anflug von Mitleid.

Mein Herz – ich hatte gedacht, es war längst zu Asche verbrannt. Wie sich zeigte, konnte es noch immer schmerzen.

Für Adrian war ich nichts weiter als ein loser Faden – etwas Unästhetisches, das man vor der glänzenden Welt verbirgt, die er beeindrucken wollte.

Zehn Jahre lang war ich töricht genug gewesen zu glauben, er würde mich in diese Welt einführen, mich seine Donna nennen und vor allen an meiner Seite stehen.

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