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Kapitel 3

ผู้เขียน: KarenW
Aus Maeves Sicht

„Maeve! Wo ist das Frühstück?“ Adrians Stimme peitschte durch den Raum.

Ich schreckte benommen hoch. Er stand bereits im Türrahmen, Ungeduld zeichnete sich deutlich in seinem Gesicht ab.

„Das ist also dein Verständnis von Fleiß im Haushalt? Du schaffst es nicht mal mehr, das Frühstück rechtzeitig fertigzumachen?“

Ich war die ganze Nacht wach und hatte die Unterlagen für die Ärzte-ohne-Grenzen-Mission in Afrika ausgefüllt.

„Na los, beeil dich“, murmelte er und wandte sich bereits ab.

Ich seufzte leise, schob die Decke beiseite und stand auf.

Einen Moment lang überlegte ich, Adrian von dem Programm zu erzählen. Aber er würde mich nie kampflos gehen lassen. Das war mir klar.

Besser, weiterzuspielen, bis ich die unterzeichneten Scheidungspapiere auf seinen Schreibtisch legen und durch die Tür gehen konnte.

Bis dahin würde ich die Frau sein, die er wollte. Die Mutter, die Cam gerade noch ertrug.

Ich wusch mir das Gesicht, band mir die Haare zurück und ging in die Küche.

Das Frühstück brachte ich wie immer an den Tisch. Nur dass Viola heute ebenfalls dort saß. Die Sekretärin. Am Esstisch, auf einem Platz, der ihr nicht zustand.

Adrian störte es offenbar nicht, dass sie den Platz am Kopfende eingenommen hatte. Cam ebenfalls nicht. Die beiden lachten ausgelassen über irgendetwas, das sie gerade gesagt hatte.

„Viola, woher weißt du so viel?“ Cam strahlte sie mit leuchtenden Augen an.

Sie tätschelte ihm spielerisch den Kopf. „Bleib einfach fleißig in der Schule, Kleiner. Du schaffst das schon.“

„Nimm dir ein Beispiel an Viola.“, fügte Adrian hinzu und legte lässig den Arm auf die Rückenlehne ihres Stuhls. „Sie ist mir eine große Hilfe.“

Einen Augenblick lang stand ich dort wie eine Fremde im eigenen Haus.

Mein Mann betrachtete mich als Last. Mein Sohn schämte sich für mich.

Und Viola? Sie hatte meinen Platz übernommen, ohne zu zögern.

Meine Finger krallten sich in den Rand meiner Schürze. Noch ein paar Tage, Maeve. Du schaffst das.

...

Nach dem Frühstück verließen Viola und Adrian das Haus nicht. Sie bereiteten sich auf den Mafia-Ball am Abend vor.

Adrian war schon früher zurückgekommen – wieder aufgebracht wegen des ruinierten Kleides – und hatte lange darüber geschimpft, wie ich ihm den Tag verdorben hatte. Er trug mir auf, Viola etwas Neues zu besorgen. Dabei wusste er genau, dass ich keinen Schneider hatte, der über Nacht ein Abendkleid nähen konnte. Er sagte es nur, um mich kleinzumachen.

Es klopfte.

Die Tür öffnete sich, ohne dass jemand auf eine Antwort gewartet hätte.

„Entschuldigung“, sagte Viola, die Stimme eine Spur zu süßlich. „Adrian meinte, ich kann dein Ankleidezimmer benutzen.“

Ich trat zur Seite. „Nur zu.“

Sie rauschte herein, gefolgt von einem kleinen Team an Make-up-Künstlern. Alle steuerten direkt auf das Ankleidezimmer zu.

Ich hörte noch immer Adrians Stimme vom Tag unseres Einzugs: „Das wird dein Ankleidezimmer, Maeve. Du wirst die schönste Donna der Stadt sein. Ich nehme dich zu jeder Veranstaltung mit. Die anderen Dons werden neidisch sein.“

Benutzt hatte ich es nie. Kein einziges Mal.

Jetzt saß Viola am Schminktisch und lachte unbeschwert, während die Künstler ihre Lippen nachzogen und ihr Haar glätteten. Ich stand im Flur und sah zu.

Vielleicht … ergab es ja Sinn – dass Adrian sie mitnahm. Dass die Leute sie für seine Donna hielten.

Sie passte perfekt in diese Rolle, spielte sie vielleicht sogar überzeugend.

Und ich? Meine Hände waren rissig und rau von den Jahren des Putzens. Die Kleidung fleckig und abgetragen, verschlissen von der Hausarbeit, und ich hatte nie Zeit gefunden, sie zu ersetzen. Wann ich zuletzt etwas getragen hatte, das mir wirklich passte – daran konnte ich mich nicht erinnern.

Mit jemandem wie ihr konnte ich nicht mithalten.

Und zum ersten Mal erkannte ich, dass ich das auch gar nicht mehr wollte.

...

Am Ende brachte Viola ihr eigenes Kleid mit. Adrian überhäufte sie sofort mit Lob.

„Im Vergleich zu jemandem, der nichts tut außer Ärger zu machen“, sagte er kühl, „hast du den Abend wieder gerettet. Danke, Viola.“

Als er sich abwandte, erhaschte ich für den Bruchteil einer Sekunde ein Lächeln auf ihren Lippen – verschwunden, bevor ich sicher sein konnte, es überhaupt gesehen zu haben.

„Oh, Don, das ist nicht fair“, sagte Viola sanft. „Maeve war eine große Hilfe im Haus. Ich bin sicher, sie wollte nichts Böses, als sie mein Kleid anprobierte, oder?“

Ihr Blick streifte mich kurz.

Ich sagte nichts.

Adrian wandte sich um, sein Blick scharf, warnend.

„Es tut mir leid“, sagte ich und zwang mir ein Lächeln ab. „Wegen des Kleides.“

Violas Gesicht hellte sich auf. Sie griff hinter sich und hielt eine Kleiderhülle in die Höhe. „Adrian erwähnte, dass dir das Kleid sehr gut gefallen hat. Also habe ich es zu meinem Schneider geschickt und auf deine Größe anpassen lassen.“

Sie reichte es mir.

Meine Wangen brannten, als ich es entgegennahm. Die Geste wirkte großzügig, fast fürsorglich. Aber ich wusste es besser.

Die bedächtige Betonung auf meine Größe. Die Art, wie sie es überreichte – wie eine Gunst, die sie mir gewährte. Eine Freundlichkeit, die ich nicht ablehnen konnte.

Ein Kleid, das mir nie gehört hatte … von mir ruiniert. Jetzt zurück in meinen Händen, umgearbeitet und zurechtgeschnitten.

Ich wusste nicht, ob ich dankbar sein oder mich schämen sollte.

„Warum ziehst du es nicht an und kommst heute Abend mit, Maeve?“ fragte Viola leichthin.

„Nein!“

„Nein…“

Unsere Stimmen überschnitten sich. Aber Adrians kam schneller – schärfer, fast panisch.

Viola erstarrte.

„Sie war noch nie auf so einer Veranstaltung“, sagte Adrian schnell. „Sie weiß nicht, wie man sich dort verhält.“

Dann wandte er sich mir zu. „Was stehst du noch herum? Geh und leg Violas großzügiges Geschenk in deinen Schrank. Deine hässlichen Klamotten haben etwas Schönes dazwischen bitter nötig.“

Meine Finger schlossen sich fester um den Griff der Kleiderhülle.

Ich war so nah daran, etwas zu sagen. So nah. Aber die Kraft für eine weitere Standpauke hatte ich nicht.

Am Ende nickte ich nur und ging zurück ins Schlafzimmer.

Die Tür fiel hinter mir ins Schloss.

Die Hülle ließ ich auf den Boden fallen. Das Kleid quoll heraus – Seide, die sich weich auf den Fliesen ausbreitete.

Eine Weile ließ ich es liegen. Dann kniete ich mich hin und hob es auf.

Es war wunderschön. Das schönste Kleid, das ich seit Jahren gesehen hatte.

Vor dem Spiegel hielt ich es gegen mich.

Auch in meiner Größe fühlte es sich nicht wie meins an.

Das Spiegelbild starrte mich an – ungeschminktes Gesicht, ungepflegtes Haar, eine Frau, die die Jahre der Unsichtbarkeit gezeichnet hatten. Und plötzlich kehrten die Gedanken zur vergangenen Nacht zurück.

Wie töricht ich gewesen war. Wie anmaßend sogar – auch nur für einen flüchtigen Moment zu glauben, das Kleid sei für mich bestimmt.

Das Kleid hatte mir nie gehört. Und das Leben, um das ich so hart gerungen hatte, auch nicht.

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