Teilen

Von ihrem Alpha verstoßen, vom verfluchten Alpha-König auser
Von ihrem Alpha verstoßen, vom verfluchten Alpha-König auser
Yuri-Violet

1

last update Veröffentlichungsdatum: 25.09.2026 04:13:47

Lyras Schritte hallten den Flur entlang, jeder einzelne abgemessen und bewusst. Mit jedem Schritt kam sie der Bestätigung der Gerüchte, die um den Alpha-König kreisten, näher. Sie blieb stehen und blickte auf das riesige Fenster, durch das der Vollmond die Welt draußen erhellte und unheimliche Schatten über den dunklen, stillen Flur warf. Sie holte tief Luft, richtete ihren Schal und rief ihren Mut zusammen, bevor sie weiterging, ihre Entschlossenheit unerschütterlich. Sie hatte nur ein Ziel vor Augen – die Wahrheit über ihren Alpha zu enthüllen.

„L-Luna, was tun Sie hier? I-Ich habe Sie ausdrücklich gewarnt, Ihre Gemächer während des Vollmonds nicht zu verlassen.“ Der Butler, der gerade aus dem Raum am Ende des Flurs gekommen und ihn abgeschlossen hatte, stammelte panisch. Sorge und Angst standen in seinem leicht runzligen Gesicht.

„Es tut mir leid, dass ich nicht gehorcht habe. Es ist nur … ich finde es ungerecht, dass ich über den Zustand meines Gefährten nichts weiß. Ich will mit eigenen Augen sehen, unter welchem Fluch er wirklich steht. Dann … könnte ich ihn besser verstehen“, erklärte Lyra und trat näher an den Raum heran, doch der Butler versperrte ihr den Weg. Sie hätte schwören können, dass sie drinnen ein leises Klimpern und Rascheln von Ketten hörte, begleitet von beunruhigenden Stöhnen, die sie erschaudern ließen.

„Aber es ist zu gefährlich … Und der Alpha-König wird mich sicher bestrafen, wenn ich zulasse, dass Sie ihn in seinem jetzigen Zustand sehen.“ Er versuchte, sie von der Tür wegzulenken, doch sie rührte sich nicht vom Fleck. Seine Hände zitterten, und sein Herz raste in seiner Brust. Er wusste sehr wohl, dass Luna recht hatte, doch das beruhigte seine Nerven kaum, denn sie war an einem Ort, an dem sie nicht sein sollte.

„Es ist in Ordnung. Vertrauen Sie mir, ich werde nichts Schlimmes mit Ihnen geschehen lassen“, sagte Lyra mit einem beruhigenden Lächeln, ihre Augen leuchteten wie brillante Smaragde. Sie streckte die Hand aus, die Finger griffen nach etwas Kostbarem. „Geben Sie mir einfach den Schlüssel. Ich schließe die Tür selbst auf.“

Die Augen des Butlers hafteten an Lyras ausgestreckter Hand, seine Kehle zog sich vor einem Gemisch aus Gefühlen zusammen. Tausend Gedanken ras’ten durch seinen Kopf, doch tief in seinem Inneren wusste er, dass er ihr nicht im Weg stehen konnte. Widerwillig überreichte er den Schlüssel, ein nagendes Gefühl in seinem Magen drängte ihn, an sie zu glauben.

„Bitte halten Sie den Alpha-König in diesem Raum“, flehte er mit zitternder Stimme. „Und kommen Sie ihm nicht zu nahe, sodass er Sie erreichen könnte, sonst zerreißt er Sie in Stücke.“

Lyra konnte den Anflug von Angst nicht leugnen, der sie bei diesen Worten überkam. Doch sie musste die Fassung bewahren. Für den Moment war sie die auserwählte Gefährtin des Alpha-Königs und die Luna des königlichen Rudels. Ihre Angst zu zeigen wäre unklug gewesen. Also nickte sie anmutig und trat selbstbewusst einen Schritt vor, sodass der Butler wie eine erschrockene Maus davonhuschte.

Lyra holte tief Luft, ihr Herz pochte in der Brust, doch mit ruhigen Händen hob sie den Arm und schob den Schlüssel behutsam in das kunstvolle Schloss. In diesem Augenblick schien die Luft um den Palast herum lebendig zu werden. Der Wind wurde stärker, die Bäume rauschten unruhig, als umzingelte ein Rudel wilder Wölfe die Schlossmauern. Lyra schloss für einen flüchtigen Moment die Augen und ließ ihren Geist zur Ruhe kommen. Als sie sie wieder öffnete, funkelte in jedem Winkel ihres Blicks eine wilde Entschlossenheit, bereit, allem entgegenzutreten, was sie drinnen erwarten würde.

Mit einer raschen Drehung des Schlüssels klickte das Schloss, und sie stieß die schweren Eichentüren auf, die knarrend nach innen schwangen. Dann trat sie ein und schloss die Türen hinter sich. Im schwach beleuchteten Raum stand sie regungslos, ihre Sinne aufs Höchste angespannt. Plötzlich durchbrach das Klimpern von Ketten die Stille und ließ sie zusammenzucken. Ihr Blick wanderte ein paar Schritte weiter, wo der tyrannische Alpha-König kniete, die Handgelenke an die Steinwände gekettet und gefesselt. Sein langes schwarzes Haar und der Seidenmantel, einst königlich, hingen nun zerzaust herab und enthüllten seine skulptierte Brust und seinen Oberkörper. Die Narben unzähliger Schlachten zierten seine gebräunte Haut und verliehen seiner bereits einschüchternden Ausstrahlung einen rauen Charme.

Lyra konnte nicht umhin, etwas seltsam Faszinierendes an ihm in diesem verwundbaren Zustand zu empfinden. Der raue Bartschatten an seinem Kiefer betonte seine Anziehungskraft nur noch mehr und ließ ihn noch verlockender und gefährlicher wirken als sonst.

„Hast du einen verdammten Todeswunsch?“, knurrte er, seine feuerroten Augen starrten zu ihr hinauf und jagten ihr Schauer über den Rücken. Ihr Blut gefror, Schweiß netzte ihren Nacken und Rücken, und es wurde schwer zu atmen. Ihre Beine wankten unter ihr, als wären ihre Muskeln zu Gelee geworden. Tatsächlich schien der ganze Raum um sie herum zu kreisen, als die Schwindelgefühle sie überkamen. Doch sie ertrug alles und blieb ruhig.

„VERSCHWINDE!“

Lyras Herz setzte einen Schlag aus, als sie schwer schluckte und den Mut zusammennahm, einen einzigen Schritt vorwärts zu tun. Doch in dem Moment, als sie es tat, wogte Kians Blutdurst durch die Luft und umhüllte sie wie ein tobendes Lauffeuer. Ihre zitternden Beine traten instinktiv zurück, doch sie weigerte sich zu gehen. Stattdessen holte sie tief Luft, straffte die Schultern und richtete ihre Haltung auf, begegnete dem intensiven Blick des Alphas direkt und kämpfte mit aller Kraft gegen seinen Befehl an, trotz der Belastung für ihren Körper.

„Nein, ich bleibe.“ Lyra erklärte und tat einen weiteren Schritt vor. „Warum stößt du mich immer wieder fort? Ich bin deine Luna, und wir beide wissen, dass du mich brauchst – wir brauchen einander, um zu überleben.“ In genau diesem Augenblick überkam sie eine Flut von Erinnerungen, die alle Ereignisse nachspielten, die sie in diese Situation geführt hatten.

VIER MONATE ZUVOR … Das Haus des Incarnadine-Rudels pulsierte vor Energie, ein wirbelnder Betrieb, während die Diener hin und her eilten, Möbel umstellten und die großen Hallen mit glitzerndem Schmuck schmückten. Es lag eine Atmosphäre der Erwartung in der Luft, denn diese Nacht markierte einen bedeutsamen Anlass – die Verlobungsfeier von Lyra und Rhys, dem zukünftigen Alpha und der Luna des Rudels. In ihren Gemächern bereitete sich Lyra auf diesen besonderen Abend vor. Ehrlich gesagt hatte sie nie im Traum daran gedacht, dass ein Waisenkind wie sie jemals verlobt sein würde, besonders nach allem, was sie durchgemacht hatte. Im Alter von sieben Jahren hatte Lyra auf der Flucht gelebt, nachdem ihre Mutter sie verlassen hatte. Mit ihren auffälligen Zügen – leuchtend rotem Haar und funkelnden Smaragdaugen – dauerte es nicht lange, bis andere sie als andersartig abstempelten. Sie wurde von Rudel zu Rudel weitergereicht, zur Zwangsarbeit gezwungen oder gemobbt und stand sogar vor der schrecklichen Aussicht, in die Sklaverei verkauft zu werden. An ihrem zehnten Geburtstag raste Lyra durch den dichten Wald, floh vor einer Schar Krieger, die sie zu einer Untergrund-Auktion bringen wollten. In ihrem Herzen glaubte sie, dass dies das Ende sei, dass Glück und ein besseres Leben nichts als ferne Träume wären. Doch die Mondgöttin hatte andere Pläne. In diesen verzweifelten Momenten erschien ein Retter vor ihr. Ein großer, schlanker Mann, der sich als Aiden vorstellte, der Alpha der Incarnadine, eines der stärksten Rudel im Land. Im Austausch für die Rettung ihres Lebens bot er Lyra die Chance auf eine hellere Zukunft – sie würde die zukünftige Luna ihres Rudels werden. Überwältigt von Verzweiflung nahm sie ohne Zögern an. Von diesem Tag an lebte Lyra in den gastfreundlichen Mauern des Incarnadine-Rudelhauses. Ihre einzigartigen Züge wurden zu einer Quelle der Bewunderung, und bald entdeckte sie, dass sie eine Schlüsselfigur in einer lange erwarteten Prophezeiung war – diejenige, die dem Rudel Reichtum und Macht bringen sollte. Deshalb widmete sie sich ganz der Erfüllung dieser Rolle und dem Ziel, eine außergewöhnliche Luna zu werden, und knüpfte dabei eine enge Beziehung zu Rhys, dem Erstgeborenen von Alpha Aiden und Luna Viola. Obwohl sie keine schicksalhaften Gefährten waren, vertiefte sich ihre Verbindung und erblühte mit der Zeit zu leidenschaftlicher Liebe.

„Lyra, hörst du überhaupt zu?“, riss Lorenas Stimme Lyra aus ihren Tagträumen. Lorena, ihre beste Freundin und die zweite Tochter des Beta, half ihr immer dabei, sich herauszuputzen. Die beiden verband eine enge Freundschaft unter allen Wölfinnen des Rudels.

„Oh, entschuldige. Was hast du gesagt?“, antwortete Lyra geistesabwesend, den Blick auf ihr Spiegelbild geheftet. Sie war überrascht, als sie merkte, dass Make-up und Haare bereits wunderschön fertig waren. Ihr feuerrotes Haar war kunstvoll geflochten und mit goldenen Blumen-Haarnadeln geschmückt.

„Ich sagte, es ist Zeit, das Kleid anzuziehen. Die Gäste aus den anderen Rudeln sind schon eingetroffen“, informierte Lorena sie, woraufhin Lyra aufstand und sich den Mägden zuwandte, die das Kleid hielten. „Stimmt etwas nicht? Oder bist du nur nervös? Es ist nicht deine Art, so in Gedanken versunken zu sein.“

Lorena und die Mägde halfen Lyra in ihr Kleid – ein atemberaubendes smaragdgrünes Off-Shoulder-Kleid mit zarter weißer Spitze. Die Farbe passte perfekt zu ihren Augen, betonte ihren hellen Teint und verlieh ihr ein fast unirdisches Aussehen.

„Es ist nur … ich kann nicht glauben, dass ich bald Rhys heiraten werde“, sinnierte Lyra. „Und obwohl ich nicht seine schicksalhafte Gefährtin bin, bin ich dankbar, dass ich eine entscheidende Rolle bei der Erfüllung der Prophezeiung gespielt habe, die uns zusammengebracht hat. Wirklich. Aber …“

„Aber was?“, fragte Lorena und suchte nach einem passenden Schmuckstück, das zu Lyras Aufzug passte.

„Ich kann dieses unruhige Gefühl nicht abschütteln. Trotz seines Versprechens, seine schicksalhafte Gefährtin abzulehnen, sobald er sie trifft … Rhys hat mich noch nicht markiert. Wir sind ungebunden, und der Paarungsprozess wird erst stattfinden, wenn er Alpha geworden ist.“ Lyra lächelte bitter und musterte ihr Spiegelbild, nachdem die letzten Handgriffe erledigt waren. Sie konnte nicht umhin, ihre eigene Schönheit zu bewundern. Es hatte eine Zeit gegeben, in der sie ihr rotes Haar und ihre grünen Augen verabscheute, weil sie ihr scheinbar nur Unglück brachten. Doch jetzt schätzte sie diese einzigartigen Merkmale, denn sie hatten sie dorthin geführt, wo sie heute stand.

„Ich verstehe, woher du kommst, aber mach dir keine Sorgen. Es sind nur noch fünf Monate, bis Rhys Alpha wird“, beruhigte Lorena sie. „Stimmt, aber wo wir gerade von Rhys sprechen – er sollte kommen und mich abholen. Ist er noch nicht von der Kontrolle der Territoriumsgrenze zurück?“, fragte Lyra laut und schob ihre Angst beiseite, während ihre Augen den Raum nach einem Zeichen seiner Ankunft absuchten. „Jetzt, wo du es sagst, hätte er schon längst hier sein sollen“, überlegte Lorena und wies eine der Mägde an, nach Rhys zu sehen. Doch bevor jemand reagieren konnte, hallte ein lautes Klopfen durch die Tür und erschreckte sie alle.

„Lyra, du musst hinunter in die Halle.“ Rose, Lorenas ältere Schwester, stürmte herein, ihr Gesicht voller Dringlichkeit. Der Anblick ließ Lyras Herz rascher schlagen, und ein Gefühl drohenden Unheils legte sich über sie. „Warum? Was ist passiert?“, fragte sie mit zitternder Stimme vor Panik. „R-Rhys … Er hat eine Frau mitgebracht!“, rief Rose aus, und die Worte hingen schwer und ahnungsvoll in der Luft.

Lies dieses Buch weiterhin kostenlos
Code scannen, um die App herunterzuladen

Aktuellstes Kapitel

  • Von ihrem Alpha verstoßen, vom verfluchten Alpha-König auser   8

    „UGH!“ Lyra stieß ein leises Stöhnen aus und stützte die Handfläche gegen die kühle Badezimmerwand.
Nach dem Frühstück mit dem Alpha-König fühlte sie sich, als bekäme sie eine Verdauungsstörung.
Sie konnte nicht sagen, ob es daran lag, dass sie seit Langem nicht mehr richtig gegessen hatte, oder ob seine Anwesenheit ihren Magen unruhig machte.
Wie dem auch sei – alles, was sie jetzt wollte, war, sich unter die Decke zu verkriechen und dort tagelang zu bleiben.
Sie seufzte und schloss die Augen, nur um sie wieder zu öffnen, als es an der Tür klopfte.„Ich bin’s, David.“ Der Beta sagte: „Kian hat mich angewiesen, dir eine Führung durch den Palast zu geben, damit du dich mit deiner neuen Umgebung vertraut machen kannst.“Mit einem Lächeln im Gesicht trat Lyra aus dem Zimmer und fasste sich.
Das Unbehagen, das sie noch vor Momenten gespürt hatte, verschwand, als sie hörte, dass sie den Palast besichtigen würde.
Als Kind hatte sie den königlichen Palast immer fasziniert und unzählige Büche

  • Von ihrem Alpha verstoßen, vom verfluchten Alpha-König auser   7

    Das Klopfen an der Tür riss Lyra aus dem tiefen Schlaf.
Groggy blickte sie zur Decke hinauf, desorientiert und verwirrt, nur um festzustellen, dass sie im Bett lag und nicht auf dem Sofa, auf dem sie sich sicher gewesen war, eingeschlafen zu sein.
Stirnrunzelnd rieb sie sich die Augen und setzte sich auf. Sie starrte auf das Sofa gegenüber im Zimmer, als versuche sie sich zu erinnern, wie sie ins Bett gekommen war.„Hmm, hat mich jemand umgelegt?“, flüsterte sie vor sich hin. Ihr Körper dehnte sich langsam, während sie sich zur Tür umdrehte, als nach einem weiteren Klopfen die Stimme einer Frau erklang.„Lady Lyra, sind Sie schon wach?“„Ah, j-ja.“ Die unerwartete Formalität, mit „Lady“ angesprochen zu werden, ließ sie verwirrt und leicht unbehaglich zurück. In den adligen Titeln dieser Zeit waren solche Förmlichkeiten unter Dienern bereits unüblich, und bei höhergestellten Personen waren sie gänzlich verschwunden. Dennoch gab es immer noch Menschen, die an Traditionen und Bräuchen fe

  • Von ihrem Alpha verstoßen, vom verfluchten Alpha-König auser   6

    Als Lyra neben dem Beta entlangging, hing eine schwere Stille in der Luft, die sie fragen ließ, ob er vielleicht Abneigung gegen sie hegte.
Als sie über ihr früheres Verhalten nachdachte, musste sie zugeben, dass sie vielleicht unhöflich oder unzivilisiert gewirkt hatte. Sie hatte auf eine freundliche Vorstellung gehofft, auf etwas Orientierung zu den Palastregeln oder zumindest auf ein ungezwungenes Gespräch.
Im Vergleich zum imposanten Alpha-König wirkte der Beta zugänglicher. Mit seinen sanften Zügen, den grauen Augen und dem braunen Haar strahlte er eine Vertrautheit aus, die Lyra beruhigte.
Er gehörte zu jenen Menschen, die einfach Unterstützung und Güte ausstrahlten – das hatte sie angenommen, doch vielleicht hatte sie sich geirrt.Plötzlich unterbrach seine Stimme ihre Gedanken und riss sie aus ihren Träumereien.
„Ich bin beeindruckt“, sagte er und überraschte sie. „Du bist ziemlich direkt und mutig. Ich kann nicht entscheiden, ob das daran liegt, dass du dein Leben nicht schät

  • Von ihrem Alpha verstoßen, vom verfluchten Alpha-König auser   5

    Rhys stand am Rand des Ballsaals, seine Fingerknöchel weiß vor Anspannung, während er Lyras kühne Herausforderung vor dem Hof beobachtete. Er brannte darauf, vorzuspringen und sie aus der Halle zu zerren, doch den Zorn des Alpha-Königs herauszufordern war eine ganz andere Sache.„Was zum Teufel geht in ihrem Kopf vor?“, murmelte er unter seinem Atem und grübelte verzweifelt nach einem Weg, ihre impulsiven Eskapaden zu beenden und sie zur Vernunft zu bringen. Vor dem Alpha-König zu stehen war reiner Selbstmord.[Vater,] erreichte Rhys ihn über ihre private Gedankenverbindung und starrte zu der Marmorsäule hinüber, an der Alpha Aiden und Luna Viola wie erstarrt standen. [Tu etwas. Greif ein—]Bevor er seine verzweifelte Bitte beenden konnte, durchschnitt der Bariton des Alpha-Königs die erdrückende Stille, die sich über die Halle gelegt hatte.„Sehr wohl“, antwortete Kian.Ein kollektives Keuchen durchlief den Raum.Lyra stand wie angewurzelt, überwältigt von seiner sofortigen Antwort.

  • Von ihrem Alpha verstoßen, vom verfluchten Alpha-König auser   4

    „Zieh deine Kapuze hoch“, befahl Rhys, seine Stimme schnitt durch die abendliche Kühle, als sie sich dem grandiosen Eingang des Palastes näherten.
Anya kuschelte sich eng an seine Seite und warf Lyra ein spöttisches Grinsen zu, ihre Augen verengten sich, während sie auf die reichen, rotbraunen Wellen blickten, die Lyras Rücken hinabfielen.
„Wir wollen einfach unnötige Aufmerksamkeit auf dein Aussehen vermeiden“, bemerkte Anya, ihr Ton triefte vor falscher Süße, während ihr Lächeln sich verbreiterte. „Angesichts dessen, wie ähnlich unsere Haare und Augen sind, wäre es furchtbar peinlich, wenn jemand anfinge zu fragen, wer von uns die echte ist – besonders innerhalb königlicher Mauern, findest du nicht?“Lyra bewahrte ein ruhiges, unbewegtes Lächeln und hob die Hände, um die raue Leinenkapuze über ihren Kopf zu ziehen, genau wie sie es verlangten.
„Verstanden“, antwortete sie und ließ einen leisen, wissenden Ausdruck über ihre Züge gleiten.
Sie wusste, dass ihr beständiger Gehorsam ihne

  • Von ihrem Alpha verstoßen, vom verfluchten Alpha-König auser   3

    In dem stillen Raum durchbrach ein gedämpftes Schluchzen die Ruhe und erfüllte die Luft mit Lyras Herzensschmerz.
Trotz ihrer äußerlichen Stärke in der Öffentlichkeit war sie eine andere Person, wenn die Nacht kam und sie in der Einsamkeit Tränen vergoss.
Einst an den Luxus einer eleganten Schlafkammer gewöhnt, fand sie sich nun auf dem Dachboden wieder, einem Ort, der ihre Gefühle von Einsamkeit und Isolation noch verstärkte.„Lass uns fliehen“, flüsterte eine Stimme im Hinterkopf Lyras, die zu Stella, ihrer Wölfin, gehörte.
Sie umklammerte ihr Kissen fest, und die Tränen versiegten beim Klang des Vorschlags ihrer Wölfin.
Seit sie sieben Jahre alt war, war Stella eine ständige Präsenz in ihren Gedanken.
Lyra konnte es nicht erklären, aber sie wusste, dass sie ein besonderer Fall war; sie wusste, dass ihre Wölfin immer auf sie aufpasste. Allerdings hatte sie nur einmal gewechselt – einmal während ihres Erwachsenwerdens, als sie ganz allein im Wald war und es geschafft hatte, sich zu v

Weitere Kapitel
Entdecke und lies gute Romane kostenlos
Kostenloser Zugriff auf zahlreiche Romane in der GoodNovel-App. Lade deine Lieblingsbücher herunter und lies jederzeit und überall.
Bücher in der App kostenlos lesen
CODE SCANNEN, UM IN DER APP ZU LESEN
DMCA.com Protection Status