LOGINKapitel 45.Schüsse brachen in der Villa aus. Die Fenster zersprangen völlig. Holz zersplitterte. Glas explodierte in der Luft. Sophia schrie und fiel zu Boden. Serena erwiderte sofort das Feuer. Victor zog Jonathan hinter einen umgestürzten Tisch. Und Damian –Damian schlang einen Arm um Evelyn und zog sie hinter eine Steinsäule. Alles passierte in Sekunden. Chaos. Pures Chaos. Interessant. Sehr interessant. Denn nach Wochen der Schattenjagd war ihr Feind endlich ans Licht getreten. Der Regisseur. Der Mann, der im Regen stand. Der Mann, der jedes Geheimnis verfolgt hatte. Jeder Tod. Jeder Verrat. Jede Lüge. Evelyns Herz hämmerte heftig Die Gestalt blieb draußen. Immer noch. Ruhig. Beobachtend. Fast so, als ob ihn die Schüsse nichts angehen würden. Fast so, als wüsste er bereits, wie das enden würde. Ein Schauer lief ihr über den Rücken. Menschen wie Richard Bennett lösten Angst aus. Aber dieser Mann löste etwas Schlimmeres aus. Gewissheit. Die Gewissheit, dass er glaubte, unantastbar
Kapitel 44Eine schreckliche Sekunde lang bewegte sich niemand. Niemand atmete. Die Welt schien um ein einziges Bild herum zu erstarren Vergangenheit.Interessant.Sehr interessant.Denn Verrat tat immer mehr weh, wenn er von jemandem kam, der harmlos aussah.Die Waffe zitterte leicht in Catherines Hand.Tränen liefen über ihr Gesicht.Aber sie ließ die Waffe nicht sinken.Victor reagierte zuerst. „Was hast du getan?“Seine Stimme explodierte durch den Raum. Roh. Wütend. Catherine zuckte zusammen. Sie zuckte tatsächlich zusammen. Als hätte man sie geschlagen.Die Ironie war niemandem entgangen. Der Mann, der sich jahrelang vor dem Jäger versteckt hatte, versuchte nun, ihn zu retten. Nichts an dieser Nacht ergab mehr einen Sinn. Damian trat zwischen Evelyn und Catherine. Instinktiv. Beschützend. Immer. Seine Waffe blieb erhoben. Direkt auf Catherine gerichtet. „Lass sie fallen.“Catherine schüttelte den Kopf. „Nein.“Die Antwort verblüffte alle. Nicht weil sie sich weigerte. Weil sie so besie
Kapitel 43.Im Raum herrschte erstickende Stille. Niemand bewegte sich. Niemand sprach. Der ursprüngliche Jäger stand wie erstarrt da. Zum ersten Mal, seit Evelyn ihn getroffen hatte, wirkte der Mann wirklich erschüttert.Serena schluckte. „Ein Konvoi.“Diese Antwort gefiel niemandem. Nicht einmal im Geringsten. Jonathan Carter schloss kurz die Augen. Als hätte ihn ein Albtraum, vor dem er fünfzehn Jahre lang geflohen war, endlich eingeholt. Damian wurde sofort aktiv. „Ausstiegsrouten.“Victor zeigte auf den hinteren Korridor. „Drei.“"Gut."Damian drehte sich zu Evelyn um. Sein Gesichtsausdruck blieb ruhig. Beherrscht. Aber sie kannte ihn jetzt gut genug. Er war besorgt. Sehr besorgt. „Wir gehen jetzt.“Der Urjäger lachte plötzlich. Ein trockenes, humorloses Lachen. Alle sahen ihn an. Der alte Mann schüttelte langsam den Kopf. „Du bist schon zu spät.“Die Aussage ließ den Raum erschauern. Dann –Draußen brach eine laute Explosion aus. Das Herrenhaus bebte heftig. Glas zersplitterte i
Kapitel 42.Der Raum erstarrte. Die Zeit selbst schien anzuhalten. Der ursprüngliche Jäger stand neben Jonathan Carter, eine Waffe an die Seite seines Kopfes gedrückt. Damian Hayes stand mit erhobener Waffe in der zerschmetterten Tür. Regen strömte durch die zerbrochenen Fenster Wahrheit. Die Wahrheit hinter fünfzehn Jahren Lügen. Der Name, den Jonathan Carter zu enthüllen versucht hatte. Und jetzt –Alles war explodiert. Im wahrsten Sinne des Wortes. Damians Augen ließen den Jäger nie los. „Senken Sie die Waffe.“Der Befehl kam kalt heraus. Scharf. Gefährlich. Der Jäger lächelte schwach. Nicht bedroht. Nicht beeindruckt. Nur müde. „Du hast Verstärkung mitgebracht.“„Du hast erwartet, dass ich es nicht tue?“Der alte Mann kicherte. „Gutes Argument.“Jonathan sah erschöpft aus. Als hätte er dieses Gespräch schon Dutzende Male miterlebt. „Evelyn.“Ihre Aufmerksamkeit richtete sich wieder auf ihn. In seinen Augen lag Dringlichkeit. Angst. Etwas, das sie noch nie zuvor bei ihrem Vater ges
Kapitel 41.Das metallische Klicken hallte durch die Villa. Evelyn erstarrte. Jeder Muskel in ihrem Körper verspannte sich. Ihr Puls hämmerte heftig gegen ihre Rippen. Die Waffe war nah. Zu nah. Eine falsche Bewegung und alles könnte enden. Interessant. Sehr interessant. Denn nach wochenlangen Ermittlungen, Verrat, Entführungen und Enthüllungen war das, was Evelyn am meisten Angst machte, nicht die Waffe. Es war die Stimme, die sie kurz zuvor gehört hatte. Die ihres Vaters Stimme.Lebendig.Echt.Nahe.Der ursprüngliche Jäger blieb im Sessel sitzen.Ruhig.Unbeeinträchtigt.Als ob das alles nichts Ungewöhnliches wäre.Als ob bewaffnete Auseinandersetzungen alltäglich wären.Seine silbern durchzogenen Haare fingen das Licht der einsamen Lampe ein.Narben zeichneten sich auf einer Seite seines Gesichts ab.Alte Narben.Die Art, die er sich durch Jahre der Gewalt zugezogen hatte. Doch in seinen Augen lag keine Grausamkeit. Nur Erschöpfung. Eine seltsame Traurigkeit. „Sag ihm, er solle sich senken di
Kapitel 40.Die Nachricht blieb auf dem Bildschirm. KOMM ALLEIN, EVELYN. ODER DEIN VATER STIRBT. Niemand sprach. Niemand bewegte sich. Die Worte schienen sich in den Raum selbst eingebrannt zu haben. Evelyn starrte sie an. Ihr Herzschlag donnerte in ihren Ohren. Fünfzehn Jahre. Fünfzehn Jahre im Glauben, ihr Vater sei tot. Und jetzt war er am Leben. Lebendig und in Gefahr. Lebendig und rief nach ihr. Lebendig und gegen sie eingesetzt. Die Erkenntnis schmerzte auf eine Weise, die sie nicht konnte Erkläre es. Langsam wandte sie den Blick vom Monitor ab. Victor stand starr da. Serena sah wütend aus. Sophia sah verängstigt aus. Damian sah mörderisch aus. Interessant. Sehr interessant. Denn Damians Reaktion war keine Angst. Es war keine Besorgnis. Es war Wut. Reine Wut. Die Art, die auftauchte, wenn jemand etwas Wichtiges bedrohte. Oder jemanden Wichtigen. Victor brach schließlich das Schweigen. „Wir machen das nicht.“Evelyn drehte sich scharf um. „Was?“„Wir schicken dich nicht.“Sein To
Kapitel 13Das Chaos verschluckte die Docks. Polizisten schrien sich gegenseitig an, während der Regen stärker über den Hudson strömte und blinkende Lichter das nasse Pflaster rot und blau färbten. Daniel Mercer lag regungslos in der Nähe der Barrikaden, als Sanitäter auf ihn zustürmten, und das Bl
Kapitel 12Das Dock explodierte in Chaos. „Was hast du gerade gesagt?“ fragte Lucas. Daniel Mercer schwankte leicht neben dem SUV, Blut lief aus einer Schnittwunde über seiner Augenbraue, während die Beamten vorsichtig auf ihn zustürmten. Aber Mercer starrte nur Richard Bennett an. Erschrocken. „Er
Kapitel 11Die Welt um Evelyn herum verstummte. Dein Vater ist weg. Der Satz hallte endlos in ihrem Kopf wider, während der Regen weiter über die Docks fiel und Polizeilichter heftig gegen den Fluss blitzten. „Nein“, flüsterte sie. Damian trat vorsichtig näher, sein Gesichtsausdruck war grimmig. „E
Kapitel 10Sophias Schrei erschütterte die Nacht. „LAUF!“Danach geschah alles auf einmal. Damian riss Evelyn zurück, gerade als ein Schuss über den Docks explodierte. Die Leute schrien. Die Polizei zerstreute sich. Ein weiterer Schuss krachte durch die regendunkle Luft und prallte von Metallbarrik







