FAZER LOGINTHE OTHER SANDER Er stand nicht im Vertrag Ein rücksichtsloser Milliarden-Deal. Eine perfekte Fassade. Und der eine Mann, der alles in Schutt und Asche legen wird. Tessa weiß genau, was von ihr erwartet wird. Die Fusion zwischen dem Medienimperium ihrer Familie und der Sander-Dynastie steht kurz bevor. Ihre gesamte Zukunft ist bereits durchgeplant und vertraglich besiegelt – an der Seite von Caleb Sander. Er ist eiskalt, perfekt kontrolliert und verlangt absolute Disziplin für die Kameras der Wirtschaftspresse. Keine Fehler. Keine Schwachstellen. Tessa muss einfach nur funktionieren, um den Schein der stabilen Partnerschaft zu wahren. Doch der Deal hat eine Lücke, die in keinem Vertrag vorgesehen war: Asher Sander. Calebs unberechenbarer Bruder hält sich an keine Regeln. Er trägt Streetwear statt Maßanzüge, meidet das Rampenlicht und sucht gezielt die Konfrontation, die Caleb um jeden Preis verhindern will. Jede Begegnung auf dem Elite-Campus, jede unerwartete Berührung im Archiv der Academy wird für Tessa zu einem gefährlichen Machtspiel, bei dem ihre mühsam aufgebaute Kontrolle Risse bekommt. Während der Termin für die Fusion unaufhaltsam näher rückt, wird Asher zur ultimativen Bedrohung. Er will nicht nur das Imperium seines Bruders ins Wanken bringen – er will Tessa. Und das Gefährlichste an diesem Spiel ist, dass Tessas Körper längst aufgehört hat, auf Calebs Pläne zu hören, und sich bei jeder Annäherung unaufhaltsam nach Ashers Nähe sehnt. Intensiv, direkt und voller dunkler Anziehungskraft – der Auftakt der packenden Enemies-to-Lovers-Reihe in der Welt der rücksichtslosen Elite.
Ver maisIch wischte die Benachrichtigung auf meinem Smartphone beiseite und starrte auf das geöffnete Dokument. Mein Name stand dort direkt unter dem von Caleb Sander. Der Text betitelte unsere bevorstehende Hochzeit als strategische Allianz für das nächste Quartal, um die Marktanteile der beiden Medienhäuser abzusichern.
Ein paar Meter weiter besprachen unsere Väter die neuen Kurswerte auf einem Tablet und hoben zeitgleich ihre Gläser. Caleb stand direkt neben mir, tippte auf das Display seiner Smartwatch und sah kein einziges Mal zu mir herüber. Seine Kiefermuskeln blieben vollkommen starr, während er die eingehenden Daten über den Aktienmarkt überflog. Ich ballte die Hände in den Taschen meiner Jacke zusammen, bis die Fingernägel scharf in meine Handflächen drückten. Der Stoff meiner Kleidung spannte sich über den Schultern. Ich atmete tief durch den Mund aus und fixierte das grüne Licht der Notbeleuchtung am Ende der Galerie. Die gläserne Eingangstür schwang auf und ließ das dumpfe Geräusch der Autos von der Straße herein. Calebs Vater unterbrach das Gespräch und Caleb drehte den Kopf langsam zur Seite. Asher Sander kam herein. Er trug eine weite, schwarze Kapuzenjacke und Sneaker, die auf dem glatten Betonboden ein kurzes Geräusch machten. Seine Haare waren unordentlich. Er ignorierte den Kellner, der ihm ein Getränk anbot, und ging einfach weiter. Er steuerte direkt auf uns zu, warf seinem Vater einen kurzen Blick zu und fixierte dann mein Gesicht. Seine Augen verengten sich, während er mich langsam von den Schuhen aufwärts musterte. Die Haut an meinem Hals wurde schlagartig heiß. Ich presste die Zähne aufeinander, blieb unbeweglich stehen und blickte direkt zurück. Asher blieb einen Schritt vor seinem Bruder stehen und zog die Hände aus den Taschen. Ein langsames, spöttisches Grinsen legte sich um seine Mundwinkel, aber er wandte den Blick nicht von mir ab, als er das Wort an Caleb richtete. „Der Entwurf ist also online. Glückwunsch. Das wird den Aktienkurs morgen früh direkt nach oben treiben.“ Caleb senkte die Hand mit der Smartwatch und drehte sich langsam zu seinem Bruder um. Seine Lippen blieben fest aufeinandergepresst, während er Ashers Kapuzenjacke musterte, die in dieser hell erleuchteten Lounge wie ein bewusster Affront wirkte. Mein Vater trat einen Schritt näher an den Tisch heran und räusperte sich laut, um die Aufmerksamkeit wieder auf die Grafiken auf seinem Tablet zu lenken, aber niemand sah zu ihm herüber. Asher ignorierte das Geräusch komplett, ging an Caleb vorbei und stellte sich direkt vor mich. Er war einen halben Kopf größer als ich, sodass ich den Blick anheben musste, um seine Augen nicht zu verlieren. Auf seinem Hals zeichnete sich eine feine Sehne ab, die sich bei jedem Atemzug bewegte. Er sah mich nicht mehr spöttisch an, sondern harrte in einer absoluten Bewegungslosigkeit aus, die mich dazu zwang, das Gewicht gleichmäßig auf meine Füße zu verlagern, um nicht zurückzuweichen. „Du hast dich also auf diesen Deal eingelassen, Tessa“, sagte Asher, wobei er meinen Namen langsam aussprach, als würde er die Wirkung der Silben auf mein Gesicht testen. Caleb trat von hinten an uns heran und legte eine Hand auf Ashers Schulter, doch Asher schüttelte den Griff ab, ohne die Augen von mir abzuwenden. „Misch dich nicht ein, Asher“, sagte Caleb mit einer flachen, monotonen Stimme, die keinerlei Emotion verriet. „Die Verträge sind unterschrieben und die Pressemitteilung geht in einer Stunde an alle Agenturen heraus.“ Ich spürte das Pochen meines Pulses in den Fingerspitzen, die immer noch tief in meinen Taschen vergraben waren. Ashers Blick wanderte zu meiner Jacke, als könnte er die Anspannung meiner Hände durch den Stoff hindurch sehen, bevor er wieder meine Augen fixierte. Ein winziges Zucken in seinem rechten Mundwinkel verriet, dass er meine Reaktion genau registriert hatte. „Verträge kann man brechen“, erwiderte Asher leise, drehte sich abrupt um und ging mit schweren Schritten auf den Ausgang der Lounge zu, ohne seinen Vater oder Caleb noch einmal anzusehen. Die gläserne Tür schwang hinter ihm zu und hinterließ eine plötzliche Stille im Raum. Calebs Vater atmete scharf ein. Er drehte sich zu meinem Vater um und tippte eine kurze Nachricht auf seinem Tablet ein, während er die geschlossene Tür im Auge behielt. Caleb bewegte sich immer noch nicht, sondern starrte weiterhin auf den leeren Flur dahinter. Seine Finger strichen über das Display seiner Smartwatch, auf der die verbleibenden Minuten bis zum automatischen Upload der Pressemitteilung herunterzählten. Mein Vater trat einen Schritt näher an mich heran und legte mir eine Hand auf den Unterarm. Ich entzog mich der Berührung sofort und steckte die Hände wieder in die Taschen meiner Jacke, um die zitternden Finger zu verbergen. „Asher hat die Situation noch nie verstanden“, sagte Calebs Vater, ohne vom Bildschirm aufzusehen. Er löschte eine Benachrichtigung und winkte einen der Sicherheitsmitarbeiter herbei, der diskret am Rand des Raumes gewartet hatte. „Wir lassen uns den Zeitplan nicht diktieren. Caleb, Tessa, geht schon vor zum Wagen, die Presse wartet bereits am Haupteingang auf die ersten Fotos.“ Caleb nickte knapp, drehte sich um und ging auf den Ausgang zu. Er wartete nicht auf mich, sondern setzte voraus, dass ich Schritt hielt. Ich folgte ihm durch die gläserne Tür auf den langen Flur, der zu den Aufzügen führte. Meine Schuhe machten ein hartes Geräusch auf dem Boden, das von den kahlen Wänden widerhallte. Im Fahrstuhl standen wir nebeneinander, ohne uns zu berühren. Das Display über der Tür zeigte an, wie die Etagen im Sekundentakt nach unten ratterten. Im Spiegel der Kabine beobachtete ich Calebs Gesicht. Seine Züge waren vollkommen kontrolliert, keine Bewegung in den Augen oder im Kiefer. „Er wollte dich nur provozieren“, sagte ich, um das mechanische Summen des Aufzugs zu übertönen. Caleb blickte mich durch das Spiegelglas an, ohne den Kopf zu drehen. Seine Augen fixierten meine Reflexion. „Er provoziert nicht mich, Tessa“, erwiderte er, als der Aufzug mit einem leisen Ruck im Erdgeschoss stoppte und die Türen zur Tiefgarage aufgingen. „Er fordert das gesamte Unternehmen heraus. Und du bist ab heute die Schwachstelle, die er dafür nutzen will.“Das Quietschen meiner Reifen auf dem Asphalt des Parkhauses schnitt durch die Leere des Betongebäudes. Ich trat das Gaspedal bis zum Boden durch. Der Wagen brach in einer scharfen Kurve aus, das Heck schlug gegen die Betonwand, dann schoss ich auf die Hauptstraße. Meine Mutter saß neben mir, ihre Finger hatten sich so tief in das Leder des Sitzes gegraben, dass ihre Knöchel weiß hervortraten. Sie sagte kein Wort. Sie starrte nach vorn, auf die vorbeiziehenden Lichter der Stadt, die in meinem Rückspiegel zu einer verschwommenen Linie wurden. Mein Atem ging stoßweise. Das Adrenalin hämmerte gegen meine Schläfen, ein heißer, pochender Rhythmus. Jede Bewegung meiner Hand am Lenkrad fühlte sich direkt an. Ich sah nicht zurück. Ich achtete nicht auf die Limousinen, die Caleb vermutlich bereits losgeschickt hatte. Ich achtete nur auf die Straße, die vor mir lag – ein schwarzer Streifen in die Freiheit. Nach einer Stunde, als die Skyline der Stadt nur noch ein schwacher Lichtschimmer am Hor
Der Morgen kam nicht mit dem ersten Licht des Tages, sondern mit einem harten, metallischen Summen meines Weckers. Neun Uhr. Die Zeit der Entscheidung. Ich lag noch immer in dem Bademantel, den ich die ganze Nacht nicht ausgezogen hatte. Der Stoff fühlte sich mittlerweile fremd an, wie eine zweite Haut, die ich endlich ablegen musste. Ich stand auf, meine Bewegungen waren präzise und fast mechanisch. In der Dusche ließ ich das Wasser so heiß auf meine Haut prasseln, dass sie sich fast rot färbte. Ich wollte den Geruch von Caleb, von der Gala, von der Lüge abwaschen. Ich schrubbte über die Stelle an meinem Schlüsselbein, bis die Haut spannte, aber der Abdruck von Ashers Fingern blieb, als hätte er sich in meine DNA gebrannt. Nach der Dusche öffnete ich den Schrank. Ich wählte keine teure Kleidung, keine Designer-Stücke, die Caleb bei unseren gemeinsamen Events immer so penibel ausgesucht hatte. Ich zog eine einfache, schwarze Hose und einen schlichten, dunkelgrauen Pullover an. Ich s
Die Stille nach dem Zuschlagen der Tür war massiv. Sie legte sich wie eine physische Last auf den Raum, schwerer als die gesamte Einrichtung meines Apartments. Ich saß noch immer in dem Sessel, in den Caleb mich gezwungen hatte, den Bademantel fest um den Körper geschlungen. Die Stelle an meinem Schlüsselbein, wo sein Daumen eben noch auf den Abdruck gedrückt hatte, brannte nach wie vor. Es war ein stumpfer, pochender Schmerz, der den Takt meines nun unregelmäßigen Herzschlags vorgab. Ich starrte auf die Stelle, an der Caleb gestanden hatte. Er war nicht einfach nur gegangen; er hatte einen Raum hinterlassen, der leerer war als zuvor. Er war kein Mann, der aus Emotionen heraus handelte – er war ein Kalkulationsmodell. Dass er den Abdruck gesehen hatte, bedeutete nicht, dass er nun eine moralische Krise durchlief. Es bedeutete, dass er eine Variable in seinem Plan identifiziert hatte, die korrigiert werden musste. Asher war für ihn keine familiäre Angelegenheit, sondern ein Störfaktor
Die Limousine hielt in der Einfahrt meiner Apartmentanlage. Caleb stieg aus, ohne ein weiteres Wort zu sagen, und ließ mich allein im Fond zurück. Der Fahrer öffnete meine Tür, und ich trat auf den Gehweg. Die Luft war kühl und klar, weit weg von der Stickigkeit des Galasaals. Ich nahm den Fahrstuhl in den fünfundzwanzigsten Stock. Als ich die Tür zu meinem Apartment aufschloss, war die Wohnung dunkel. Ich schaltete kein Licht ein. Ich ließ meine Handtasche auf den Boden fallen und trat aus den hohen Schuhen. Der Boden fühlte sich hart und kalt an meinen nackten Fußsohlen an. Ich ging ins Badezimmer und schaltete das Deckenlicht ein. Das helle, scharfe Licht reflektierte an den glatten Oberflächen. Ich trat vor den Spiegel. Mein Make-up war perfekt, die Lippen korrekt nachgezogen, meine Haare saßen noch immer fest in der Hochsteckfrisur. Ich sah aus wie die Frau, die Caleb wollte. Ich zog den Stehkragen meines Kleides nach unten. Die Haut darunter war gezeichnet. Die Rötung war dun











