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Kapitel 154

作者: Zara1842
last update 公開日: 2026-08-24 06:08:53

„Jetzt gib mir dein Gesicht.“

Die Stimme kam aus der weißen Tür.

Ariana stand reglos. Vor ihr lag das Dorf im grauen Abendlicht, doch hinter dem Türrahmen war nichts als Dunkelheit. Selbst die Luft schien dort zu verschwinden.

Lio lag in ihren Armen. Seine Augen waren geschlossen, aber sein Atem ging unruhig.

Jonas trat neben sie.

„Nicht antworten.“

„Sie spricht mit meiner Stimme.“

„Dann soll sie weiterreden. Wir müssen ihr nicht zuhören.“

Hinter der Tür erklang ein leises Lachen.

„Du hast ihm
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  • WO DIE SUENDE NACH IHM SCHMECKT   Kapitel 159

    Der Name stieg aus der Erde.**Morrow.**Ariana kannte ihn nicht.Doch Lio kannte ihn.Das Kind begann zu weinen, und diesmal kam kein fremder Klang aus seinem Mund. Es war nur ein kleiner, erschöpfter Laut.„Morrow“, sagte Ariana.Der Boden unter dem Dorf wurde schwarz.Alle Menschen wichen zurück. Selbst Mara ließ das Schwert sinken. Aus dem Riss stieg eine Gestalt empor, langsam und lautlos, als würde sie aus tiefem Wasser auftauchen.Morrow war kein Mann.Er war kein Schatten.Er war eine Öffnung in der Welt.Wo sein Gesicht sein sollte, lag eine glatte, schwarze Fläche. In seiner Brust bewegte sich ein schwaches weißes Licht, wie ein Herz hinter Eis.Eren war verschwunden.Doch seine Stimme kam aus Morrow.„Du hast meinen Bruder freigelassen.“Ariana hielt Lio fest.„Eren hat sich selbst freigelassen.“„Du hast ihm geholfen.“„Ja.“„Dann wirst du mir ebenfalls helfen.“„Nein.“Morrow hob eine Hand.Die Nacht fiel über das Dorf.Nicht Dunkelheit.Nacht.Sterne erschienen zwischen

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    Im Steinbruch war niemand mehr. Die Menschen standen zwar noch dort, doch ihre Gesichter wirkten leer. Einige hielten die Hände ihrer Kinder. Andere starrten in den Himmel, als warteten sie auf eine Stimme, die nur sie hören konnten.Ariana blieb am Eingang stehen.Lio lag in ihren Armen. Sein Gesicht war friedlich, aber auf seiner Stirn erschien ein dünner schwarzer Strich.„Was ist mit ihm?“, fragte Jonas.„Er hört die Namen“, sagte Mira.„Welche Namen?“„Die, die zurückbleiben wollten.“Elias trat an den Rand des Steinbruchs und betrachtete die Menschen.„Sie sind nicht vollständig zurückgekehrt.“Mara drehte sich zu ihm um. „Was bedeutet das?“„Ein Teil von ihnen ist noch in Evelis.“„Dann holen wir sie zurück.“„Das kannst du nicht.“„Warum nicht?“Elias deutete auf den Boden. Unter jedem Menschen verlief ein Schatten, der nicht zu seinem Körper gehörte.„Sie haben sich geteilt.“Ariana sah auf die Schatten.Einige bewegten sich unabhängig von den Menschen. Manche zeigten andere

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    „Lio ist nur der Name, den ihr ihm gegeben habt.“ Die Stimme kam aus dem Dorf. Ariana drehte sich um. Am Rand des Steinbruchs stand ein Mann, den sie noch nie gesehen hatte. Er war groß und schmal, mit einem Gesicht, das sich ständig veränderte. Für einen Augenblick erkannte Ariana darin ihre Mutter. Dann den Ersten. Danach sah sie sich selbst.Der Mann hielt eine schwarze Glocke in der Hand.Auf ihrer Oberfläche stand kein Name.„Wer bist du?“, fragte Jonas.Der Mann sah ihn an.„Ich bin der Name, der vor allen anderen kam.“Elias wurde bleich.„Der Ursprungsname.“„Du kennst die Geschichten“, sagte der Mann. „Aber du kennst nicht die Wahrheit.“Ariana hielt Lio enger.„Wie heißt er wirklich?“„Er hat viele Namen getragen.“„Welcher gehört ihm?“Der Mann lächelte.„Keiner.“Lio begann zu weinen.Die schwarze Glocke in der Hand des Fremden bewegte sich, obwohl er sie nicht berührte. Ein tiefer Ton ging durch das Dorf.Die Menschen am Steinbruch fielen gleichzeitig auf die Knie.Mara r

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    Der Nebel kam nicht auf sie zu. Er war plötzlich überall. Er lag zwischen den Häusern, kroch über den Boden und quoll aus den Fenstern des Steinbruchs. Die Menschen bewegten sich darin wie Schatten hinter Milchglas. Manche riefen nach ihren Familien. Andere hörten Stimmen, die nur für sie bestimmt waren.Ariana sah Lio an.Er war wach.Seine grauen Augen blickten in den Nebel, als könnte er darin etwas erkennen, das den anderen verborgen blieb.„Was hörst du?“, fragte sie.Lio legte den Kopf an ihre Schulter.„Die Namen, die niemand bekommen hat.“„Was wollen sie?“„Sie wollen einen Körper.“Mara kam mit gezücktem Schwert aus dem Nebel. An ihrer linken Wange lief Blut herab.„Die Menschen verlieren sich“, sagte sie. „Einige wissen nicht mehr, wer sie sind.“Elias folgte ihr. In der Hand hielt er eine kleine, zerbrochene Glocke.„Der Nebel gehört nicht zu Evelis.“„Was ist er dann?“, fragte Jonas.Elias sah auf die weißen Schatten zwischen den Häusern.„Der Raum davor.“„Davor?“„Bevor

  • WO DIE SUENDE NACH IHM SCHMECKT   Kapitel 154

    „Jetzt gib mir dein Gesicht.“Die Stimme kam aus der weißen Tür.Ariana stand reglos. Vor ihr lag das Dorf im grauen Abendlicht, doch hinter dem Türrahmen war nichts als Dunkelheit. Selbst die Luft schien dort zu verschwinden.Lio lag in ihren Armen. Seine Augen waren geschlossen, aber sein Atem ging unruhig.Jonas trat neben sie.„Nicht antworten.“„Sie spricht mit meiner Stimme.“„Dann soll sie weiterreden. Wir müssen ihr nicht zuhören.“Hinter der Tür erklang ein leises Lachen.„Du hast ihm deinen Namen gegeben“, sagte die Stimme. „Wie lange willst du noch so tun, als gehöre dir dein Gesicht?“Ariana hob den Blick.„Wer bist du?“„Du weißt es.“„Nein.“„Ich bin das, was du vor allen anderen versteckst.“Die weiße Tür öffnete sich weiter.Dahinter stand eine Frau.Sie war Ariana, aber nicht die Ariana aus dem Stern. Diese Version war älter, abgemagert und von feinen weißen Narben überzogen. Ihr linkes Auge war geschlossen. Auf ihrer Stirn verlief eine dunkle Linie bis zum Hals.Sie

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