로그인Daran
Ich schlug die Tür zu meinem Büro so heftig auf, dass sie gegen die Wand krachte und beinahe aus den Angeln flog. Das Holz bebte noch, als ich bereits im Raum stand.
Beta Liam stand rechts neben dem großen Schreibtisch, aufrecht, ruhig, aber seine Augen verrieten, dass auch ihn diese Situation beschäftigte. Um den Raum verteilt standen die wichtigsten Mitglieder meines Rudels. Die Stärksten. Die Erfahrensten. Männer, die Blut gesehen hatten und Entscheidungen mittrugen, die ganze Reviere verändert hatten.
Ich ging um den Tisch herum, stützte mich mit beiden Händen auf die massive Holzplatte und ließ meinen Blick über sie alle schweifen.
„Also gut“, sagte ich ruhig, gefährlich ruhig.
„Was wissen wir?“
Niemand sprach.
Dann trat Eric nach vorne. Der Junge war blass, die Schultern leicht nach innen gezogen. Er hatte Angst. Nicht nur vor mir – vor der Verantwortung.
„Du hast sie gefunden“, sagte ich.
Eric schluckte. „Ja, Alpha Daran.“
Er holte tief Luft. „Als ich sie sah, lag sie reglos am Waldrand. Ich dachte… ich dachte, sie sei tot. Und dass uns jemand etwas anhängen wollte.“ Seine Stimme zitterte. „Ich habe sie nicht angefasst. Ich habe gewartet. Auf euch.“
Ich nickte langsam.
„Als ihr kamt“, fuhr er fort, „saß sie plötzlich da. Angelehnt an den Baum. Mehr… mehr weiß ich nicht. Es tut mir leid.“
Ein Murmeln ging durch den Raum.
„Was, wenn es eine Falle ist?“ warf jemand ein.
Kian lachte in meinem Inneren. Kurz. Hart.
Wenn die Lage nicht so angespannt gewesen wäre, hätte ich es vielleicht auch getan.
Ich hob den Kopf. „Glaubst du das wirklich?“
Mein Blick blieb an dem Mann hängen. „Als ich sie sah, war dieser Gedanke auch da. Für einen Moment. Aber dann…“
Ich richtete mich auf.
„Seht euch die Fakten an. Ihre Kleidung. Ihr Zustand. Sie war halb bewusstlos, völlig entkräftet. Und dann die wichtigste Frage: Habt ihr sie gerochen?“
Stille.
Dann ein leises Raunen.
„Ihr alle habt es wahrgenommen“, fuhr ich fort. „Sie riecht nach Mensch. Nicht nach Wolf.“
Ich ging ein paar Schritte durch den Raum.
„Wir sind ein starkes Rudel. Dafür habe ich lange gearbeitet. Was sollte ein einzelnes, geschwächtes Menschenmädchen gegen uns ausrichten?“
Ich hielt kurz inne.
„Deshalb habe ich sie allein baden lassen. Die stärksten Männer dieses Rudels sind hier im Haus. Sie hätte keine Chance gehabt, wenn sie etwas versucht hätte.“
Beta Liam verschränkte die Arme. „Was sagt Kian dazu?“
Ich blieb stehen.
Was sollte ich sagen?
Die Wahrheit?
„Was möchtest du hören?“ fragte ich ruhig.
Beta Liam sah mich direkt an. „Du bist sonst offen zu mir. Zu uns. Also frage ich dich, was er als Erstes dachte.“
Kian drängte nach vorne. 'Sag es.'
Ich atmete tief ein.
„Er wollte sie mitnehmen. Es ging von ihm aus.“
Das Raunen diesmal war lauter. Ungläubiger.
„Warum?“
„Sie ist doch nur ein Mensch!“
Ich ballte die Faust und schlug auf den Tisch.
Das Geräusch hallte durch den Raum. Sofort war es still.
„Ich weiß“, sagte ich langsam. „Ihr sucht nach Antworten. Glaubt mir – ich auch. Aber ich habe sie noch nicht.“
Ich sah jeden einzelnen an.
„Ich werde sie befragen. Danach entscheiden wir, wie wir mit dieser Situation umgehen.“
Einige nickten. Andere runzelten die Stirn.
Als sich der Raum leerte, blieb nur Liam zurück.
„Was sollte ich tun?“ fragte ich leise.
Er zuckte mit den Schultern. „Finde heraus, wer sie ist. Ich recherchiere weiter. Wir treffen uns spätestens heute Abend wieder hier.“
Ich nickte.
Ich ging in mein Zimmer.
Die Kleidung, die ich ihr hatte bringen lassen, lag nicht mehr auf dem Bett.
Dann roch ich sie.
Die Badezimmertür öffnete sich langsam, und sie sah schüchtern hervor. Meine Brust zog sich zusammen. Sie war… schön. Unbestreitbar.
Kian starrte sie an.
Mir gefiel das überhaupt nicht.
„Komm mit mir“, sagte ich.
Sie zögerte.
„Ich möchte mit dir in meinem Büro sprechen“, fügte ich sanfter hinzu.
Sie trat heraus.
Ich ging voran, sie folgte schweigend. Im Büro deutete ich auf einen Stuhl. Sie setzte sich sofort. Ich nahm hinter dem Schreibtisch Platz.
„Also gut“, sagte ich. „Wer bist du? Erzähl mir alles.“
Sie sah zu Boden. Zur Decke. Dann in den Raum. Ihr Gesicht wurde leer. Traurig.
„Ich… ich weiß es nicht.“
Ein Schnauben entwich mir.
Kian drängte vor. Sieh sie an.
Und ich sah es.
Wie sie die Schultern einzog. Wie sie kleiner wurde.
„Entschuldige“, sagte ich leiser. „Aber ich brauche Antworten.“
Da brach es aus ihr heraus. Tränen liefen über ihr Gesicht.
„Ich weiß nicht, wer ich bin. Ich kenne meinen Namen nicht. Nicht meine Eltern. Nicht meine Vergangenheit.“
In diesem Moment ging die Tür auf.
„Verzeih die Störung, Alpha“, sagte Beta Liam angespannt. „Aber es betrifft sie.“
„Dann rede“, sagte ich scharf.
Er zögerte. „Vor ihr?“
„Es geht um sie.“
Beta Liam atmete tief ein.
„Sie war bei einer Hexe. Das ist sicher. Alles andere… ist unklar. Manche vermuten Sternenstaub. Andere glauben, sie könnte selbst ein Wolf sein. Die Hexe würde es erklären.“
Ich hob die Hand. „Keine Vermutungen mehr. Nur Fakten. Die Hexe – woher?“
„Wir haben sie gefunden“, sagte Beta Liam leise. „Aber sie ist entkommen.“
Kian tobte.
Ich zwang ihn zurück.
„Bring sie raus“, sagte ich hart. „Behalte sie im Auge. Ich brauche einen Moment.“
Sie zuckte zusammen.
Als sie weg waren, ging ich auf und ab.
Eine Hexe.
Ein Mensch ohne Erinnerungen.
Und ein Wolf in mir, der sie nicht gehen lassen wollte.
Ich wusste eines ganz sicher:
Wir würden die Hexe finden.
Denn sie wusste, wer dieses Mädchen war.
Oder was sie war.
Und diese Wahrheit würde unser Rudel verändern.
SeraWo gehöre ich hin?Die Frage tauchte in meinem Kopf auf, noch bevor ich meine Augen ganz öffnete. Ich bin wieder eingeschlafen. Die frage lag schwer in mir, wie etwas, das schon viel zu lange unbeantwortet war. Mein Körper fühlte sich erschöpft an, aber nicht schwach. Eher so, als hätte ich etwas überstanden, das größer war als ich.Ich erinnerte mich an den Wolf.Alpha Daran. In seiner Gestalt aus Fell, Kraft und purer Präsenz.Und das Seltsame war: Ich hatte keine Angst gehabt. Keine Spur davon.Warum?Ein Teil von mir flüsterte eine Antwort, leise, kaum greifbar: Weil du gleich bist.Doch ich spürte es nicht. Ich fühlte keinen Wolf in mir, keine Kraft unter der Haut. Nur diese Unruhe. Dieses Ziehen in der Brust. Dieses Gefühl, nicht vollständig zu sein.„Du bist wach.“Die Stimme war sanft, warm. Ich drehte den Kopf und
DaranIn dem Moment, in dem sie die Augen öffnete, spürte ich es.Nicht mit meinen Sinnen. Nicht als Alpha. Nicht einmal als Wolf.Sondern dort, wo Kian und ich eins waren.Es war, als hätte jemand ein Band gestrafft, das vorher lose gewesen war. Warm. Pulsierend. Lebendig.Eine Verbindung.Meine Finger lagen um ihre Hand, und als sie sich leicht bewegte, als wäre sie noch halb im Traum gefangen, zog sich etwas in meiner Brust schmerzhaft zusammen. Ich hätte nicht gedacht, dass Nähe sich so anfühlen konnte. So gefährlich. So richtig.Sie rückte näher an mich heran, kaum merklich. Instinktiv.Und ich ließ es zu.Nein. Mehr noch.Ich genoss es.Ihr Atem war ruhig, ihr Geruch klarer als zuvor. Nicht mehr nur Mensch. Nicht mehr verborgen. Etwas Altes regte sich in ihr, und mein Wolf erkannte es, noch bevor mein Verstand es zulassen wollte.Gefä
SeraIch erwachte langsam.Nicht mit einem Ruck, nicht mit einem klaren Gedanken – sondern wie jemand, der sich mühsam aus tiefem, kaltem Wasser an die Oberfläche kämpft. Geräusche waren zuerst nur ein fernes Rauschen. Stimmen, gedämpft. Wärme unter meinen Fingern. Ein vertrauter Druck.Ich atmete ein.Der Geruch von Kräutern lag in der Luft. Bitter, erdig, fremd – und doch beruhigend. Mein Körper fühlte sich schwer an, als hätte ich zu lange geschlafen. Oder zu lange gerannt.Als ich die Augen öffnete, war alles verschwommen. Schatten bewegten sich über mir. Eine Gestalt saß neben dem Bett, leicht nach vorne gebeugt.Daran.Ich wusste seinen Namen, noch bevor mein Verstand ganz wach war. Er war einfach da. Wie ein Anker.Meine Finger zuckten – und da merkte ich, dass ich seine Hand hielt. Oder besser: dass er meine hielt. Fest. Als hätte e
DaranIch wich nicht von ihrer Seite.Sera lag reglos auf dem Bett, ihre Haut zu blass, ihr Atem zu flach. Ab und zu zuckte ihr Körper, als würde sie gegen etwas Unsichtbares ankämpfen. Ihre Stirn legte sich in Falten, ihre Lippen bewegten sich lautlos.Aber es machte mir Angst.„Sie kämpft,“ murmelte Selina leise neben mir. Ihre Stimme war ruhig, aber ich kannte sie gut genug, um zu hören, dass auch sie beunruhigt war. „Nicht gegen Fieber. Gegen etwas Inneres.“Ich fuhr mir mit der Hand durchs Haar. Mein Herz schlug schwer gegen meine Rippen, als würde es mir etwas sagen wollen, das ich nicht hören wollte.Das ist deine Schuld.Kaum hatte der Gedanke Form angenommen, war Kian da.'Nein,' sagte er ruhig. Zu ruhig.'Das ist Schicksal.'Ich schloss die Augen. „Hör auf.“'Du spürst es doch selbst,' fuhr er fort. 'Seit dem ersten Mom
SeraIch war auf einem Baum.Nicht in meinem Zimmer. Nicht in einem Traum. Sondern in einem Bild, das tief in mir schlummerte – wie ein Stück meiner Seele, das jemand vergraben hatte.Ich schaute nach unten.Der Boden war weit entfernt. Und trotzdem wusste ich sofort:Ich kann springen.Es war kein Gedanke.Es war ein Instinkt. Ein Tierinstinkt, der in meinem Körper schlief, als hätte er nur darauf gewartet, geweckt zu werden.Ich atmete einmal tief ein – und sprang.Der Fall war ein Katzensprung.Leicht. Geschmeidig. Natürlich.Ich landete, ohne zu wanken, und rannte los.Meine Beine bewegten sich, als würden sie von selbst wissen, wohin sie wollten.Hinter mir hörte ich Schritte.Große Schritte. Nicht menschlich.Die Erde vibrierte.Der Wald wurde zu einem Tunnel aus Schatten und Bewegung, als ich schneller wurde.Je
DaranIch stand in meinem Zimmer und starrte auf die Stelle, an der sie gerade noch gestanden hatte. Auf dem Bett lag nur die Decke – ordentlich gefaltet, als hätte niemand sie benutzt.Und ich wusste etwas anderes, das mir das Herz in die Kehle drückte:Ich wollte sie.Nicht nur Kian.Ich wollte sie.Dieses Gefühl war so neu, so fremd – und gleichzeitig so klar, dass ich mich kaum traute, es auszusprechen. Ich war Alpha. Ich durfte keine Schwäche zeigen. Ich durfte nicht nachgeben.Und doch spürte ich Kian in meinem Geist wie eine Welle, die gegen die Felsen schlägt.„Sie bleibt. Sie gehört hierher. Sie gehört zu mir. Zu uns!“Ich knirschte mit den Zähnen.„Kian…“ murmelte ich.Er antwortete sofort, als hätte er nur darauf gewartet.„Du weißt, dass sie es ist. Du weißt, dass sie…“Ich schluckte. „Ich weiß nicht, was ich weiß.“Sein Ton wurde schärfer. „Du spürst es doch. Du willst sie.“„Nein,“ sagte ich, obwohl ich die Wahrheit fühlte, „ich will sie nicht. Ich will keine Probleme. I







