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Beta Liam führte mich aus dem Büro, ohne mich zu berühren.
Und trotzdem fühlte es sich an, als hätte ich etwas Wichtiges zurückgelassen.
Die Tür fiel hinter uns ins Schloss. Das Geräusch ließ mich zusammenzucken.
Mein Herz schlug noch immer viel zu schnell. Alpha Daran. Sein Blick. Seine Stimme. Diese Präsenz, die den Raum gefüllt hatte, ohne laut zu sein. Er hatte mir geholfen. Mir Kleidung gegeben. Mich nicht angeschrien. Und doch hatte ich Angst vor ihm.
Nicht die panische Angst von vorhin.
Eine andere.
„Du musst keine Angst haben“, sagte Beta Liam ruhig, als hätte er meine Gedanken gehört.
Ich sah zu ihm auf. Er wirkte ganz anders als der Alpha. Offen. Ruhig. Bodenständig. Seine hellbraunen Haare fielen ihm leicht in die Stirn, und sein Blick war aufmerksam, aber nicht prüfend.
„Er wirkt… streng“, brachte ich leise hervor.
Ein Hauch von Lächeln huschte über Beta Liams Gesicht. „Er ist fair. Und er trägt viel Verantwortung. Mehr, als man sieht.“
Wir gingen einen Flur entlang. Das Haus war groß. Zu groß. Und überall waren Menschen. Oder… etwas anderes. Ich spürte ihre Blicke, auch wenn sie schnell wieder wegsahen.
„Warum helfen mir alle?“ fragte ich plötzlich.
„Ich bin doch… niemand.“
Beta Liam blieb stehen und sah mich ernst an. „Du bist jemand. Auch wenn du es gerade nicht weißt.“
Ich schluckte.
„Alpha Daran ist nicht grausam“, fuhr er fort. „Auch wenn viele ihn dafür halten. Er beschützt, was ihm anvertraut wird.“
Warum klang das so endgültig?
Wir hielten vor einer Tür. „Das ist dein Zimmer. Du kannst hier bleiben. Essen wird dir gebracht.“
Ich zögerte. „Bleibt… bleibt er wütend?“
Beta Liam runzelte leicht die Stirn. „Nein. Nachdenklich vielleicht.“
Bevor ich antworten konnte, durchfuhr mich ein merkwürdiges Gefühl.
Ein Druck. Tief in mir. Als würde mich etwas beobachten.
Nicht Beta Liam.
Nicht die anderen.
Etwas Wildes.
Mein Atem stockte. Ich sah mich um. Nichts.
„Geht es dir gut?“ fragte Beta Liam.
Ich nickte schnell. „Ja. Ich glaube… ja.“
Er musterte mich einen Moment länger, als wüsste er, dass ich log. Dann öffnete er die Tür.
„Ruh dich aus. Wenn du etwas brauchst – sag es.“
Als ich allein war, setzte ich mich langsam aufs Bett.
Warum fühlte ich mich hier sicherer… und gleichzeitig wie in einem Käfig?
Und warum…
war mir plötzlich kalt, obwohl der Raum warm war?
Ich legte eine Hand auf meine Brust. Mein Herz beruhigte sich nur langsam.
Und tief in mir – ganz leise –hatte ich das Gefühl, dass etwas mich gefunden hatte.
*****
Ich legte mich auf das Bett, aber schlafen konnte ich nicht.
Die Wärme des Raumes schien nicht in meinen Körper zu kommen. Ich fröstelte trotzdem, als wäre ich noch immer draußen im Wald.
Ich dachte an den Mantel.
An seine Hand.
An seine Stimme.
Warum war ich so… verwirrt?
Ich versuchte, die Bilder aus meinem Kopf zu vertreiben, doch sie kamen immer wieder zurück:
Das Auto.
Das Fallen.
Das Gefühl, als hätte mich jemand einfach weggeworfen wie ein Stück Müll.
Und dann die Schritte.
Und dann die Stimmen.
Und diese Augen.
Die blauen Augen.
Ich schloss die Augen, aber die Bilder wurden nicht weniger.
Sie wurden lauter.
Und plötzlich war da ein Geräusch, das mich zusammenzucken ließ.
Ein leises, tiefes Atmen.
Ich öffnete die Augen.
Der Raum war dunkel, nur ein schwaches Licht kam von draußen durch den Spalt unter der Tür.
Ich lag still, aber mein Körper fühlte sich an, als würde er jeden Moment aufspringen.
Dann hörte ich es wieder.
Ein Atmen. Nicht menschlich.
Ein Gefühl. Als würde jemand in meinem Zimmer stehen.
Mein Herz schlug so laut, dass ich glaubte, die ganze Welt würde es hören.
Ich wollte mich umdrehen.
Wollte nachsehen.
Wollte schreien.
Doch mein Körper blieb wie gelähmt.
Und dann, ganz plötzlich, fühlte ich es:
Eine Präsenz.
Nicht gefährlich.
Nicht warm.
Nur… stark.
Ich konnte es nicht erklären, aber ich wusste:
Ich war nicht allein.
Ich wollte mich umdrehen.
Doch etwas hielt mich zurück.
Ein Schatten schien sich neben meinem Bett zu bewegen.
Ich spürte, wie meine Haut sich aufstellte.
Dann hörte ich eine Stimme.
Nicht laut. Nicht deutlich.
Aber direkt in meinem Kopf.
„Sie ist hier.“
Ich zuckte zusammen.
„Wer?“ dachte ich.
„Wer spricht?“
Und dann kam ein Bild in meinem Kopf, als wäre es ein Gedanke, der nicht von mir war:
Ein Mann.
Ein Wolf.
Ein dunkles, tiefes Blau.
Ein Name, den ich nicht verstand.
Und plötzlich fühlte ich mich… seltsam beruhigt.
Als hätte ich nicht mehr alleine Angst.
Ich schlief ein, ohne zu merken, dass ich es tat.
SeraWo gehöre ich hin?Die Frage tauchte in meinem Kopf auf, noch bevor ich meine Augen ganz öffnete. Ich bin wieder eingeschlafen. Die frage lag schwer in mir, wie etwas, das schon viel zu lange unbeantwortet war. Mein Körper fühlte sich erschöpft an, aber nicht schwach. Eher so, als hätte ich etwas überstanden, das größer war als ich.Ich erinnerte mich an den Wolf.Alpha Daran. In seiner Gestalt aus Fell, Kraft und purer Präsenz.Und das Seltsame war: Ich hatte keine Angst gehabt. Keine Spur davon.Warum?Ein Teil von mir flüsterte eine Antwort, leise, kaum greifbar: Weil du gleich bist.Doch ich spürte es nicht. Ich fühlte keinen Wolf in mir, keine Kraft unter der Haut. Nur diese Unruhe. Dieses Ziehen in der Brust. Dieses Gefühl, nicht vollständig zu sein.„Du bist wach.“Die Stimme war sanft, warm. Ich drehte den Kopf und
DaranIn dem Moment, in dem sie die Augen öffnete, spürte ich es.Nicht mit meinen Sinnen. Nicht als Alpha. Nicht einmal als Wolf.Sondern dort, wo Kian und ich eins waren.Es war, als hätte jemand ein Band gestrafft, das vorher lose gewesen war. Warm. Pulsierend. Lebendig.Eine Verbindung.Meine Finger lagen um ihre Hand, und als sie sich leicht bewegte, als wäre sie noch halb im Traum gefangen, zog sich etwas in meiner Brust schmerzhaft zusammen. Ich hätte nicht gedacht, dass Nähe sich so anfühlen konnte. So gefährlich. So richtig.Sie rückte näher an mich heran, kaum merklich. Instinktiv.Und ich ließ es zu.Nein. Mehr noch.Ich genoss es.Ihr Atem war ruhig, ihr Geruch klarer als zuvor. Nicht mehr nur Mensch. Nicht mehr verborgen. Etwas Altes regte sich in ihr, und mein Wolf erkannte es, noch bevor mein Verstand es zulassen wollte.Gefä
SeraIch erwachte langsam.Nicht mit einem Ruck, nicht mit einem klaren Gedanken – sondern wie jemand, der sich mühsam aus tiefem, kaltem Wasser an die Oberfläche kämpft. Geräusche waren zuerst nur ein fernes Rauschen. Stimmen, gedämpft. Wärme unter meinen Fingern. Ein vertrauter Druck.Ich atmete ein.Der Geruch von Kräutern lag in der Luft. Bitter, erdig, fremd – und doch beruhigend. Mein Körper fühlte sich schwer an, als hätte ich zu lange geschlafen. Oder zu lange gerannt.Als ich die Augen öffnete, war alles verschwommen. Schatten bewegten sich über mir. Eine Gestalt saß neben dem Bett, leicht nach vorne gebeugt.Daran.Ich wusste seinen Namen, noch bevor mein Verstand ganz wach war. Er war einfach da. Wie ein Anker.Meine Finger zuckten – und da merkte ich, dass ich seine Hand hielt. Oder besser: dass er meine hielt. Fest. Als hätte e
DaranIch wich nicht von ihrer Seite.Sera lag reglos auf dem Bett, ihre Haut zu blass, ihr Atem zu flach. Ab und zu zuckte ihr Körper, als würde sie gegen etwas Unsichtbares ankämpfen. Ihre Stirn legte sich in Falten, ihre Lippen bewegten sich lautlos.Aber es machte mir Angst.„Sie kämpft,“ murmelte Selina leise neben mir. Ihre Stimme war ruhig, aber ich kannte sie gut genug, um zu hören, dass auch sie beunruhigt war. „Nicht gegen Fieber. Gegen etwas Inneres.“Ich fuhr mir mit der Hand durchs Haar. Mein Herz schlug schwer gegen meine Rippen, als würde es mir etwas sagen wollen, das ich nicht hören wollte.Das ist deine Schuld.Kaum hatte der Gedanke Form angenommen, war Kian da.'Nein,' sagte er ruhig. Zu ruhig.'Das ist Schicksal.'Ich schloss die Augen. „Hör auf.“'Du spürst es doch selbst,' fuhr er fort. 'Seit dem ersten Mom
SeraIch war auf einem Baum.Nicht in meinem Zimmer. Nicht in einem Traum. Sondern in einem Bild, das tief in mir schlummerte – wie ein Stück meiner Seele, das jemand vergraben hatte.Ich schaute nach unten.Der Boden war weit entfernt. Und trotzdem wusste ich sofort:Ich kann springen.Es war kein Gedanke.Es war ein Instinkt. Ein Tierinstinkt, der in meinem Körper schlief, als hätte er nur darauf gewartet, geweckt zu werden.Ich atmete einmal tief ein – und sprang.Der Fall war ein Katzensprung.Leicht. Geschmeidig. Natürlich.Ich landete, ohne zu wanken, und rannte los.Meine Beine bewegten sich, als würden sie von selbst wissen, wohin sie wollten.Hinter mir hörte ich Schritte.Große Schritte. Nicht menschlich.Die Erde vibrierte.Der Wald wurde zu einem Tunnel aus Schatten und Bewegung, als ich schneller wurde.Je
DaranIch stand in meinem Zimmer und starrte auf die Stelle, an der sie gerade noch gestanden hatte. Auf dem Bett lag nur die Decke – ordentlich gefaltet, als hätte niemand sie benutzt.Und ich wusste etwas anderes, das mir das Herz in die Kehle drückte:Ich wollte sie.Nicht nur Kian.Ich wollte sie.Dieses Gefühl war so neu, so fremd – und gleichzeitig so klar, dass ich mich kaum traute, es auszusprechen. Ich war Alpha. Ich durfte keine Schwäche zeigen. Ich durfte nicht nachgeben.Und doch spürte ich Kian in meinem Geist wie eine Welle, die gegen die Felsen schlägt.„Sie bleibt. Sie gehört hierher. Sie gehört zu mir. Zu uns!“Ich knirschte mit den Zähnen.„Kian…“ murmelte ich.Er antwortete sofort, als hätte er nur darauf gewartet.„Du weißt, dass sie es ist. Du weißt, dass sie…“Ich schluckte. „Ich weiß nicht, was ich weiß.“Sein Ton wurde schärfer. „Du spürst es doch. Du willst sie.“„Nein,“ sagte ich, obwohl ich die Wahrheit fühlte, „ich will sie nicht. Ich will keine Probleme. I







