Wolf of Prophecy

Wolf of Prophecy

last updateLast Updated : 2023-07-20
By:  Andromeda 2411Ongoing
Language: English
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Synopsis

Adolph and Admetos, twin werewolves were born to a powerful alpha family. The pack seer prophesied that one is destined to bring peace and the other is fated to start a war. The two boys were about to perform the prophecy ritual until one of them mysteriously went missing when they were still young. He becomes a part of the human world and thinks he is a regular person until he meets Nymeria who is also a wolf and a healer. There was something about her that he could not put a finger on. He continues living his normal life until his first change. Then trouble started in the pack and an important part of the pack died. The secret could not be hidden anymore and he has to go back to where he came from. The prophecy will come to pass as soon as they are together. Which one of them is fated to start a war? Will the prophecy come to pass or can it be changed? Find out in the chapters of this book.

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Chapter 1

Chapter One

Der Regen hörte nicht auf.

Mia zog die Schultern hoch und lief schneller, aber es nützte nichts mehr. Ihr Haar klebte ihr ins Gesicht, ihr billiger Kapuzenpullover war längst durchnässt. Der Kiesweg zum Anwesen schimmerte im Dunkel, und irgendwo hinter den Bäumen leuchtete der Vollmond durch die Wolken – groß, rund, unerbittlich.

Heute Nacht war der Mondball.

Sie hätte zu Hause bleiben sollen. Nein – sie hatte kein Zuhause. Sie hatte ein Zimmer unter dem Dach des Anwesens, eine schmale Matratze, einen Holzstuhl und einen Spiegel, der zu klein war, um darin ihr ganzes Gesicht zu sehen. Das war kein Zuhause. Das war eine Abstellkammer für Menschen, die niemand brauchte.

Menschen wie Mia Voss.

Sie war achtzehn, Omega, und die einzige Tochter von Eltern, die vor zehn Jahren gestorben waren. Seitdem lebte sie bei der Familie Brenner. Nicht als Gast. Nicht als Pflegekind. Als Hausangestellte – die jüngste, die billigste, die unsichtbarste. Sie putzte, kochte, wusch, schwieg. Und wenn Lena Brenner schlechte Laune hatte, tat sie so, als wäre Mia Luft.

Meistens war das einfacher so.

Sie erreichte das Vordach des Anwesens – und blieb stehen.

Lena stand dort. Natürlich stand Lena dort. In einem silbernen Kleid, das aussah wie flüssiges Mondlicht, flankiert von Clara und Sophie, die beide so taten, als wären sie ihre Leibwächterinnen. Alle drei sahen Mia an. Lena lächelte – das Lächeln, das nie ihre Augen erreichte.

„Du bist nass," sagte Lena.

„Ich weiß," sagte Mia.

„Du siehst schrecklich aus."

„Ich weiß."

Lena neigte den Kopf, wie eine Katze, die mit ihrer Beute spielt. „Du weißt, dass du heute Nacht nichts hier verloren hast, oder? Der Mondball ist für echte Mitglieder des Rudels. Nicht für—" sie machte eine Handbewegung, die Mia von Kopf bis Fuß erfasste, „—das."

Clara kicherte. Sophie schaute weg.

Mia schluckte. Sie kannte dieses Spiel. Wenn sie antwortete, wurde es schlimmer. Wenn sie schwieg, wurde es auch schlimmer – aber wenigstens schneller vorbei. Sie senkte den Blick, wich zur Seite aus und betrat das Anwesen durch den Seiteneingang, den Eingang, den nur die Bediensteten benutzten.

Der Korridor roch nach Kerzenwachs und frischen Blumen.

Der Ballsaal roch nach Macht.

Mia blieb in der Nähe der Küchentür stehen und beobachtete alles aus sicherer Entfernung. Hunderte Kerzen. Seidenkleider in Grün und Schwarz und Silber. Männer, die aussahen, als wären sie aus einem anderen Jahrhundert herausgetreten – breit, dunkel, gefährlich. Die Energie im Raum war so dicht, dass Mia sie fast schmecken konnte.

Und dann – Stille.

„Das Rudel empfängt seinen Alpha."

Die Menge teilte sich.

Mia stellte sich auf die Zehenspitzen.

Lukas Brenner war nicht so, wie sie ihn in Erinnerung hatte. Sie hatte ihn zuletzt vor drei Jahren gesehen – kurz, flüchtig, aus der Distanz. Damals war er groß und ernst gewesen. Jetzt war er etwas anderes. Etwas, für das Mia kein Wort hatte. Er betrat den Saal wie jemand, der es gewohnt war, dass Räume sich um ihn herum veränderten – und Räume taten es tatsächlich. Die Luft wurde schwerer. Die Gespräche verstummten. Selbst die Kerzen schienen heller zu brennen.

Sein Blick glitt durch die Menge.

Und dann traf er Mias Augen.

Es war wie ein Sturz. Nicht schmerzhaft – aber plötzlich und vollständig, so als hätte jemand den Boden unter ihr weggezogen. Ihr Herz machte einen seltsamen, holprigen Schlag. Ihre Fingerspitzen kribbelte. Irgendwo tief in ihrem Inneren regte sich etwas – leise, warm, und völlig fehl am Platz.

Sie trat zurück. Stieß gegen die Wand. Blinzelte.

Lukas Blick war bereits weitergeglitten. Ruhig. Ungestört. Als wäre nichts gewesen.

Als hätte er sie nicht gesehen.

Mia presste die Hand gegen ihre Brust und versuchte, normal zu atmen.

Das war nichts. Das war der Vollmond. Das war die Magie, die heute Nacht in der Luft lag und alle ein bisschen verrückt machte. Das bedeutete gar nichts.

Sie wiederholte es, bis sie es fast glaubte.

Eine Stunde später wollte sie gehen. Sie hatte genug gesehen – genug von Lenas strahlendem Lächeln, genug von Lukas' undurchdringlichem Gesicht, genug von einem Abend, zu dem sie nie hätte kommen sollen. Sie legte die Hand auf die Küchentür.

„Warte."

Tiefe Stimme. Ruhig. Direkt hinter ihr.

Mia erstarrte.

Sie drehte sich langsam um.

Lukas Brenner stand einen Schritt entfernt. Nur einen. Der Korridor war leer, der Lärm des Ballsaals gedämpft durch die geschlossene Tür. Seine dunklen Augen lagen auf ihr – diesmal ohne Ablenkung, ohne Publikum. Einfach nur er. Einfach nur sie.

Mia vergaß, wie man atmet.

„Wie heißt du?" fragte er.

Sie schluckte. „Mia. Mia Voss."

Irgendetwas in seinem Gesicht veränderte sich. Kaum merklich. Ein Anspannen des Kiefers. Ein kurzes Aufflackern hinter seinen Augen.

„Mia Voss," wiederholte er leise.

Und dann sagte er die vier Worte, die ihre Welt in zwei Hälften rissen.

„Mein Wolf kennt deinen."

Ende Kapitel 1

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