FAZER LOGINPOV: LilyDer Schmerz ist qualvoll, doch die Freude, die ich empfinde, ist so wahr, während ich diese Worte höre: »Sie bekommt ein Kind.« Das bedeutet, meine Babys sind bald hier, in meinen Armen, meine kleinen Wunder, geboren in genau dem Augenblick, in dem ich mein Herz meinem Gefährten geöffnet habe und er das seine mir öffnete — an jenem Tag, als er mir das Leben rettete und unsere Leben für immer verband. In jenem Moment der Verwandlung, als er seine Reißzähne in meinen Hals grub, um mich als die Seine zu beanspruchen und dabei mein Herz ebenso heilte wie meinen Körper, ahnten wir nicht, dass uns genau das zu diesem Augenblick führen würde.»Ich bin bei dir«, sagt Lucian und küsst meine Hand, während mein Bett in den geräumigeren Kreißsaal geschoben wird. »Alles wird gut.«Er blickt über seine Schulter und spricht zu jemandem, den ich nicht sehen kann. Er bittet jemanden, meine Großmutter Elowen zu rufen. »Diese Einrichtung beschäftigt keine Hexe«, erklärt er. »Elowen ist eine er
POV: ElowenZwei Monate später — Sonnenwende, vor 35 JahrenMorgen früh findet die Sonnenwende statt — ein Moment der Erneuerung, in dem die Welt voller Möglichkeiten ist. Es ist die ideale Zeit, um etwas Neues zu erschaffen. Alles blüht, die Früchte reifen, und die Magie der Schöpfung liegt in der Luft.Um diesen neuen Anfang zu begründen, haben sich die Hexen auf die Wölfe verlassen. Und dieses Mal handelt ihr Anführer, Clayton Stevenson, entgegen den Wünschen seines Volkes, um uns eine echte Überlebenschance zu schenken. Wir haben nichts darum gebeten, aber wir haben es auch nicht abgelehnt, als er es vorschlug.Keine der Clanchefinnen hat ihrem Volk davon erzählt. Und wenn es nicht funktioniert? Wenn etwas schiefgeht und alles nur schlimmer wird?Schließlich haben wir beschlossen, das Risiko einzugehen. Aber das größte Risiko tragen Clayton und ich allein — wenn etwas scheitert, sind es unsere Körper, unsere Seelen und unsere Herzen, die den Preis dafür zahlen werden. Um ein Ritua
POV: LilyIch wehre mich und schreie, mein Körper windet sich hin und her, während sich mein riesiger Bauch schmerzlich hin und her wölbt. Wann bin ich so groß geworden? Als Lucian mich durch das Portal trug, war er gerade erst zu sehen gewesen – klein und handlich. Jetzt ist er nicht nur rund, sondern auch meine Arme und Beine sind geschwollen, als ich meinen Körper betrachte. Was ist mit mir geschehen? Was haben sie aus mir gemacht?»Halten Sie sie fest, sie zieht sich noch die Infusion heraus!«, ruft jemand in weißem Kittel, während eine andere Person mich sanft zurück auf das Bett drückt. Er ist stark, aber ich wehre mich und strecke nach den Schläuchen aus, um sie herauszuziehen.»Verstanden, Oberschwester«, antwortet eine Stimme aus dem Hintergrund des Raumes. »Soll ich König Alpha Lucian benachrichtigen?«Das Piepen des Geräts wird lauter, im Takt meines rasenden Herzens. Lucian lebt. Ich muss zu ihm. Ich muss wissen, dass er sicher und wohlauf ist.»LUCIAN!!!«, schreie ich. »W
POV: LilyIch hätte ihm niemals den Rücken zukehren dürfen – vor allem nicht, nachdem ich verstanden hatte, wie zerbrochen sein Wolf war und wie sehr er sich selbst hasste. Jetzt, gefangen in seiner Wolfsgestalt, während sein Körper heilt, kennt Xavier nur noch eines: Wut, seit der erste Schmerz nachgelassen hat. Wegen mir ist er am Leben; und selbst wenn er gesundet und darüber hinwegkommt – dann als Wolf, als dieses Wesen, das er mehr als alles andere auf der Welt verabscheut.Xavier hat nur einen einzigen Gedanken: Rache. Und ich bin das leichteste Ziel.Mir wird die Kehle zugeschnürt, als mir das Blut in den Hals steigt. Ich stoße ihn von mir weg, während er mich zerfleischt, mich zwischen seinen Kiefern packt und mich schüttelt wie eine Puppe. Lucian dreht sich bei dem Geräusch meiner erstickten Schreie um, aber er ist zu weit weg. Er mag der mächtigste Alpha, der schnellste und stärkste Wolf sein, den ich kenne – doch er wird nicht rechtzeitig kommen.Ich sterbe. Und alles nur,
POV: LilyEin blauer, blendender Lichtblitz erfüllt den Raum und löscht alles aus, was sich ihm in den Weg stellt. Meine Augen werden geblendet, und für einen schrecklichen Augenblick scheint die Zeit stillzustehen – dann rast sie weiter, als wollte sie jeden verlorenen Moment nachholen, in einem Aufruhr von Bewegung und Angst.Die Tür zersplittert, als eine Gruppe von Wölfen und Hexen gemeinsam hereinstürmt, vereint in einem einzigen, kraftvollen Vorstoß. An ihrer Spitze steht mein Gefährte Lucian Blackthorne, dessen Fäuste noch immer von jenem blauen Licht leuchten, das eben noch den ganzen Raum erfüllte. An seiner Seite stehen Elowen und eine weitere ältere Hexe, die ich nicht kenne. Sie stellen sich sofort an seine beiden Seiten, ihre Augen glänzend, ihre Körper strahlend, und jede von ihnen hält einen stabähnlichen Gegenstand in der Hand, bereit für den Kampf.Clayton Stevenson hatte in einem Punkt recht: Verstärkung ist eingetroffen. Aber nicht seine.Sondern meine.Clayton sieh
POV: Lily Das Piepen der Geräte und der Kampf, der sich direkt vor der Tür abspielt, hallen durch den Raum, und mein Körper spannt sich an. Xavier liegt zu meinen Füßen, keuchend, die Augen verdreht, während ich ihn auf den Boden sinken lasse. »Bitte, Annie«, wiederholt eine tiefe, heisere und zerbrochene Stimme. »Das Kind weiß nicht, was es tut. Lass ihn leben.« Der Wolf auf dem Bett bewegt sich und schiebt die Decke beiseite. Er setzt seine Füße vorsichtig auf und kämpft darum, sich aufzurichten. Schläuche und Drähte ragen in alle Richtungen aus seinem Körper: Manche leiten Flüssigkeiten ein, andere führen sie ab — ein Gewirr, so kompliziert, dass ich nicht sagen könnte, ob es ihn retten oder töten würde, wenn ich ihn von den Schläuchen und Drähten befreien würde. Wie lange ist er schon in diesem Zustand, dahinsiechend und jeden Tag ein Stück mehr seine Identität als Wolf verlierend? »Ich glaube, er weiß genug«, bringe ich mit Mühe hervor, mein Herz schmerzt bei dem Klang sei







