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Ich war eine freie Frau.  

last update Veröffentlichungsdatum: 03.08.2026 03:29:25

Kapitel 10

Catalinas Perspektive

„Wie hat sich Liebe angefühlt, als Sie in dieser Ehe waren?“, fragte Dr. Isabelle Renard ruhig, ihr Stift ruhte still auf ihrem leeren Notizblock. Ich lehnte mich auf dem Sofa zurück und starrte auf die kleine tickende Uhr an ihrer Bürowand. Ich war nun schon drei Wochen in Paris. Drei Wochen mit stillen Straßen und kaltem Regen. Erst gestern hatte ein Gemüsehändler auf dem Markt ohne Vorwarnung über mein Gesicht hinweg nach einer Kiste Äpfel gegriffen. Zum erst
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  • Zweite Chance Auf Dem Eis   Die Identität des Maulwurfs  

    Kapitel 86Die Identität des MaulwurfsPerspektive: CatalinaRodrigo rief an jedem dieser vier Tage in Madrid an, und jedes Gespräch brachte ein wenig mehr über die Ermittlungen mit sich – kleine Informationshäppchen, die er mir nicht etwa gab, weil er meine Hilfe brauchte, sondern weil er Wochen zuvor versprochen hatte, mich nicht mehr durch gezieltes Verschweigen von Informationen zu steuern.„Drei Namen“, sagte er am zweiten Abend; seine Stimme klang dünn vor Erschöpfung. „Marco, Esteban und ein jüngerer Mann namens Paolo, der für unsere Routen im Norden zuständig ist.“„Du kannst doch nicht Marco meinen“, sagte ich, noch ehe ich mich bremsen konnte.„Ich glaube auch nicht, dass es Marco ist“, sagte Rodrigo. „Aber ich kann das nicht einfach so entscheiden, nur weil ich ihn mag. Ich muss jeden Namen gleich behandeln, sonst ist das ganze Verfahren wertlos.“***Ich begriff den besonderen Schrecken, der darin lag, als ich hörte, wie er die Logik dahinter so sachlich darlegte. Marco ha

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    Kapitel 85Rodrigos RückkehrPerspektive: CatalinaRodrigo kehrte vier Tage später zurück, und noch bevor er ein einziges Wort gesagt hatte, wusste ich, dass Madrid etwas in ihm verändert hatte – eine zusätzliche Härtung, die sich über das Selbstbild gelegt hatte, an dem er monatelang sorgfältig gearbeitet hatte.Er wirkte schmaler, obwohl nur wenige Tage vergangen waren. In seinen Augen lag eine neue, wachsame Schwere – jene besondere Wachsamkeit eines Mannes, der nicht mehr darauf vertraute, dass die gewohnte Stille eines Flurs gleichbedeutend mit Sicherheit war.****Er klopfte nicht zuerst an seine eigene Tür. Er kam direkt zu unserer, und als ich sie öffnete, sprach er nicht; er bot nicht die vorsichtige Begrüßung an, die sonst üblich war, sondern trat einfach mit einer kontrollierten Dringlichkeit an mir vorbei in die Wohnung – eine Haltung, die mir genau verriet, wo seine Prioritäten lagen, noch ehe er sie in Worte fasste.„Mateo“, sagte er – halb Frage, halb Feststellung –, wä

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    Kapitel 84Warten auf NachrichtenPerspektive: CatalinaIch hatte ihn mit eigenen Augen gesehen, mit ihm gesprochen und seine Hand in jenem Krankenhauszimmer gehalten, bevor ich meinen Rückflug antrat. Ich wusste, dass er am Leben war. Und doch fand ich am ganzen nächsten Tag keine wirkliche Ruhe, bis die offizielle Bestätigung eintraf, dass er die Nacht gut überstanden hatte – als ob ein Teil von mir diese Bestätigung noch einmal in einer Form hören musste, die über meine eigene Erinnerung hinausging, ehe ich es vollends glauben konnte.***Mateo ging zur Schule, als wäre es ein ganz gewöhnlicher Mittwoch, und ich stand danach am Fenster und beobachtete die Straße unter mir; das Handy in der Hand, wünschte ich mir nichts sehnlicher, als dass es vibrieren und mir die Nachricht übermitteln würde, auf die ich noch wartete.„Du hast in den letzten zwei Minuten viermal auf das Display geschaut“, sagte Lucien. Er trat neben mich, ohne mich zu berühren – einfach nur anwesend, in jener beson

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    Kapitel 83Der RückflugPerspektive: CatalinaDas Adrenalin hielt mich genau so lange aufrecht, bis ich an Bord des Flugzeugs war. Irgendwann auf halber Strecke ließ es mich völlig im Stich, und die Erschöpfung überrollte mich so plötzlich, dass ich mich an der Armlehne festhalten musste, um dem schieren körperlichen Gewicht dieser Müdigkeit standzuhalten.Ich schloss die Augen und ließ zu, dass der Tag mich endlich einholte – alles auf einmal, ungefiltert, in der dunklen Abgeschiedenheit eines Fensterplatzes, zehntausend Meter über einem Land, aus dem ich einst im Schutz der Dunkelheit geflohen war.Ich sah wieder die verwüstete Halle vor mir, das Blut dunkel auf dem blassen Marmor. Ich sah die verhüllten Gestalten von Diego und Fernando – Männer, die mich einst blutend aus einem Folterraum in eben jenem Haus hinausgetragen hatten. Ich sah Alejandros Hand, die mein Gesicht umfasste, fest und eindringlich, und wie er mich mit der besonderen Autorität eines Mannes nach Hause schickte,

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    Kapitel 82Was ich Alejandro schuldePerspektive: CatalinaIch blieb im Krankenhaus, bis der Chirurg herauskam und bestätigte, was Alejandro mir bereits selbst versprochen hatte: dass die Wunde keine lebenswichtigen Bereiche verletzt hatte und er sich bei entsprechender Ruhe und Zeit vollständig erholen würde. Ich machte mich erst auf den Weg zum Flughafen, nachdem ich diese Worte direkt von jemandem gehört hatte, dessen Aufgabe es war, genau in solchen Fragen die Wahrheit zu sagen.„Er fragt nach Ihnen“, sagte die Krankenschwester, nachdem er in den Aufwachraum verlegt worden war. Ich fand ihn dort vor, wie er gegen die dünnen Krankenhaus-Kissen gelehnt saß – blass, aber unverkennbar er selbst –, während er bereits mit einer zweiten Pflegekraft über die Notwendigkeit eines Infusionszugangs stritt, den er offensichtlich unter seiner Würde fand.***„Du solltest eigentlich schon im Flugzeug sitzen“, sagte er, als er mich sah.„Ich wollte sichergehen, dass du gut versorgt bist, bevor ic

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    Kapitel 81Blut auf dem BodenPerspektive: CatalinaBevor die Sanitäter ihn vollständig auf die Trage hoben, griff Alejandro nach mir. Seine Hand fand mein Gesicht mit einer Kraft, die mich überraschte – angesichts seiner Blässe und des Blutes, das unter uns beiden dunkel in den Marmor einsickerte.„Catalina“, sagte er mit leiser, dringlicher Stimme, die das Chaos in der Halle durchschnitt wie etwas, das genau für diesen Zweck geschärft worden war. „Sieh mich an.“Ich sah ihn an.***„Du hättest nicht kommen sollen“, sagte er erneut, doch diesmal schwang in seinen Worten kein sanfter Tadel mehr mit; stattdessen lag etwas Härteres, Entschlosseneres darin. „Und jetzt, wo du hier bist, musst du mich genau verstehen, denn ich weiß nicht, wie lange ich noch die Kraft haben werde, das zu sagen.“„Red nicht so“, sagte ich, und meine Stimme brach, obwohl ich mich bemühte, sie ruhig zu halten. „Dein Zustand ist stabil. Rodrigo hat gesagt …“„Ich rede genau wie ein Mann, der gerade mitangesehen

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