LOGINKathy lachte schallend. „Dann mach Platz, ich übernehme das!“„Aber—“„Kein Aber.“Bevor Rina überhaupt protestieren konnte, schnappte Kathy sich das Handy. Mit einem breiten Grinsen tippte sie auf das Nachrichtenfeld.„Kathy, was machst du da?“„Dich vor dir selbst retten.“„Kathy!“Doch da war es schon passiert.Kathy tippte:Freue mich auch. Meine Adresse lautet …Dann drückte sie auf Senden.Rina starrte sie mit offenem Mund an.„Du hast das wirklich abgeschickt?!“„Natürlich.“„Du kannst doch nicht einfach—“„Doch, kann ich.“ Kathy legte das Handy wieder auf den kleinen Hocker neben der Badewanne und grinste zufrieden. „Du hättest sonst noch zwanzig Minuten auf den Bildschirm gestarrt und überlegt, ob ein Punkt am Ende der Nachricht zu kühl wirkt.“Rina ließ sich tiefer ins warme Wasser sinken.„Das hätte ich nicht.“Kathy sah sie an.Rina wich ihrem Blick aus.„…Vielleicht.“„Siehst du.“Rina musste trotz ihrer Aufregung lachen. Sie strich sich eine nasse Haarsträhne aus dem Ges
Etwa eine Stunde später packte Mimi ihre Tasche und sah noch einmal prüfend in die Runde.„So, ich muss los – der Kühlschrank schreit nach mir. Wenn ich nicht bald einkaufen gehe, verhungere ich noch.“Sie schlüpfte in ihre Jacke und warf sich die Tasche über die Schulter.„Ihr zwei müsst jetzt schon ohne mich zurechtkommen.“„Das werden wir irgendwie schaffen“, meinte Kathy trocken.Mimi sah sie an.„Irgendwie?“„Ich wollte Rina nicht unnötig unter Druck setzen.“Rina, die gerade gedankenverloren auf ihr Handy starrte, hob den Kopf.„Was?“Mimi grinste.„Siehst du? Genau das meine ich.“„Was denn?“„Du bist gar nicht hier.“Rina blinzelte.„Natürlich bin ich hier.“„Körperlich vielleicht.“Kathy musste lachen.Mimi deutete auf Rinas Handy.„Seit einer halben Stunde schaust du da drauf, als würde es dir gleich die Zukunft verraten.“Rina senkte den Blick auf das Display und schüttelte den Kopf.„Ich warte auf nichts.“„Hab ich auch gar nicht behauptet.“„Mimi!“„Ich sag ja nichts.“Mi
Der Freitagmorgen begann mild, die Sonne schickte goldene Strahlen durchs Fenster.Rina war heute nicht im Buchladen. Wegen ihres verletzten Fußes hatte sie beschlossen, wenigstens für zwei Tage etwas kürzerzutreten. Ihre Aushilfe würde den Laden am Freitag und Samstag für jeweils ein paar Stunden allein öffnen und sich um die Kunden kümmern.Ganz wohl war Rina bei dem Gedanken nicht gewesen.„Du kannst nicht ständig selbst hinter der Theke stehen“, hatte Kathy ihr am Vorabend gesagt. „Der Laden läuft dir nicht weg.“Und irgendwo hatte sie damit recht.Trotzdem hatte Rina heute Morgen bereits zweimal auf die Uhr geschaut und sich gefragt, ob in ihrem Laden auch wirklich alles lief.Kathy war bereits mit Giotto unterwegs und genoss die frische Luft, während ihr Handy vibrierte.Eine Nachricht von Mimi.„Ich bin um 10 Uhr bei euch! Bereit?“Kathy grinste und tippte schnell zurück:„Perfekt. Wir sind startklar!“Als Kathy zurückkam, roch es nach Kaffee und frisch gebackenen Brötchen.Rin
Zehn Minuten später nahm sie ihre Jacke, Giottos Leine und schloss den Laden ab.Rina zog die Jacke etwas enger um sich, als sie die vertraute Straße hinunterging. Der Abend war mild, die Sonne hing tief über den Dächern, und aus der kleinen Imbissbude an der Ecke wehte ihr der vertraute Duft von frittierten Pommes und Currysoße entgegen.Spontan bog sie ab, trat hinein und bestellte zwei Portionen Pommes mit Currywurst.„Mit ordentlich Soße, bitte.“Während sie wartete, glitt ihr Blick nach draußen. Menschen lachten, Autos rauschten vorbei, und inmitten all dem wirbelte ihr Kopf.Cody.Wie er im Laden gestanden hatte – etwas verlegen, aber mit diesem ehrlichen, offenen Blick.Wie er gezögert hatte, die Hände in den Taschen vergraben, bevor er sie schließlich gefragt hatte:„Rina … hättest du vielleicht Lust, mal was zu unternehmen? Nur wir zwei?“Und dann hatte sie Ja gesagt.Nicht lange nachgedacht. Nicht abgewogen. Einfach Ja.Jetzt, wo sie allein darüber nachdenken konnte, fühlte
„Ein … Date?“, fragte sie ungläubig. Ihre Finger umklammerten das Kassenbuch, als müsste sie sich irgendwo festhalten.„Ja.“Cody nickte. Seine Stimme war leise und ehrlich, fast schüchtern.„Nur … du und ich. Kein großes Ding. Vielleicht ein Kaffee, vielleicht einfach ein Spaziergang. Ich würde dich gern mal außerhalb dieser vier Wände sehen.“Rina sah ihn an und suchte nach den richtigen Worten. Doch ihr Herz war viel zu laut.Da war dieser vertraute Schlag, dieser nervöse Druck in ihrer Brust, der sie immer dann überkam, wenn Cody in ihrer Nähe war.Und gleichzeitig spürte sie dieses Ziehen nach Ryan.Ryan, der irgendwo da draußen war. Vielleicht noch in den USA, vielleicht bereits zurück. Sie wusste es nicht. Sie wusste nur, dass er sich noch immer nicht bei ihr gemeldet hatte und ein Teil ihres Herzens trotzdem auf ihn wartete.Du bist nicht mit Ryan zusammen, erinnerte sie sich. Du hast ihm nichts versprochen.Aber Gefühle hielten sich selten an logische Erklärungen.Sie wusste
Am Donnerstag war der Himmel endlich klar, doch in Rinas Kopf blieb es grau.Trotz allem stand sie hinter der Theke und zählte die Stunden bis zum Feierabend. Ihr verletzter Fuß ruhte, so gut es ging, auf einem kleinen Hocker, während Giotto eingerollt in seiner Ecke döste.Ein paar Kunden kamen und gingen. Das leise Läuten der Türglocke begleitete sie wie ein Herzschlag.Rina seufzte und warf einen Blick auf die Uhr.„Noch ein paar Stunden“, murmelte sie. „Dann ab nach Hause, Fuß hochlegen und bloß nichts mehr anstellen.“Giotto hob kurz den Kopf, als hätte er ihr widersprechen wollen, und legte ihn anschließend wieder auf seine Pfoten.„Du bist keine große Hilfe, weißt du das?“Der Hund wedelte einmal mit dem Schwanz.Rina musste lächeln. „Ja, ja. Wenigstens bist du da.“Doch kaum hatte sie sich wieder ihren Büchern zugewandt, wanderten ihre Gedanken zu Ryan.Zwei Wochen waren vergangen, seit er in die USA gereist war. Sie wusste, dass er viel zu tun hatte. Studio, Termine, Reisen.
Der Schnee fiel weiterhin leise über Monvalle und legte sich wie eine glitzernde Schicht über die Stadt. Rina saß noch in ihrem kleinen Buchladen, den Blick kurz ins Leere gerichtet, als das vertraute Klingeln der Tür sie aus ihren Gedanken holte. Sie blinzelte, richtete sich leicht auf — und ein
„Entschuldigen Sie …" Schon bei den ersten Worten hatte Rina das Gefühl, dass seine Stimme den ganzen Raum ausfüllte – ruhig, tief und warm genug, um sich sofort in die Stille des Buchladens einzufügen. „Ich suche nach einem Buch", sagte er weiter. „Es ist schon älter, und ich hatte gehofft, viell
Kathy trug Lio vorsichtig die Treppe hinauf. Die Stufen knarrten leise unter ihren Schritten, während im oberen Flur nur das warme Licht einer kleinen Lampe brannte. Behutsam zog sie ihm den dicken Schlafanzug an, und der Kleine ließ es halb schlafend, halb zufrieden über sich ergehen. Er gähnte n
„Weißt du, Rina…“, sagte Kathy leise, während sie den Blick über die funkelnden Lichter schweifen ließ, „ich wette, wir werden ihn live noch viel beeindruckender finden. Ich kann es jetzt schon kaum erwarten.“ Rina zog ihren Schal ein Stück höher und lächelte, ohne sofort zu antworten. „Ja…“, mein







