Mag-log inCELINE (Wolf: Casey)Fünf Stunden in der Luft hatten meine Beine in Pudding verwandelt, doch in dem Moment, als die Villa durch die Windschutzscheibe in Sicht kam, war jeder Schmerz verflogen.Die hohen eisernen Tore. Die lange Einfahrt, gesäumt von zugeschnittenen Hecken. Die breiten Steinstufen, die zur Eingangstür hinaufführten.Und oben auf diesen Stufen stand Königin Uria, die Hände vor sich gefaltet, als hätte sie dort seit Stunden gewartet.,Ist das—‘, setzte Casey an.,Das ist sie‘, antwortete ich lächelnd.Kythan hatte das Auto kaum geparkt, da stieß ich bereits die Tür auf und stürmte heraus.„Mama!!!!“Das Wort riss sich aus mir heraus, bevor ich es aufhalten konnte — kindisch, laut und völlig ungeniert. Ich nahm zwei Stufen auf einmal, und Königin Uria kam mir die Hälfte des Weges entgegen, die Arme bereits weit geöffnet. Ich prallte so heftig gegen sie, dass wir beide einen Schritt zurückstrauchelten.Sie brach in Tränen aus, in der Sekunde, in der sie mich in die Arme sc
CELINE (Wolf: Casey)Ich hatte meinen Entschluss bereits gefasst, als ich Martins Tür erneut aufdrückte.Ruby stand noch immer an seinem Bett, und Martin saß nun aufgerichtet in den Kissen — er sah verdächtig erholt aus für einen Mann, der vor zehn Minuten noch wie am Spieß geschrien hatte.„Martin“, sagte ich sanft und trat ans Bett heran. „Ich muss gehen.“Sein Gesicht entgleiste so schnell, dass es beinahe theatralisch wirkte. „Gehen? Wohin denn?“„Zurück zum Savage-Moon-Rudel. Es ist dringend.“ Ich hielt meine Stimme locker, obwohl sich nichts daran locker anfühlte. „Ich rufe dich in der Sekunde an, in der ich dort ankomme, okay? Ich verspreche es. Bis dahin musst du dich darauf konzentrieren, zu heilen. Ordentlich. Ohne dramatisches Geschrei.“„Ich habe gar nicht—“, setzte er an, fing jedoch meinen hochgezogenen Augenbrauenblick auf und räusperte sich. „Und was ist mit mir?“Ich lachte trotz allem. „Es wird dir gut gehen. Du hast ein ganzes Haus voller Leute, die dich verwöhnen.
CELINEWir stürmten alle gleichzeitig die Treppe hinauf, ich voran, das Herz hämmerte gegen meine Rippen. Ich stieß als Erste die Tür zu Martins Zimmer auf, und der Atem stockte mir beim Anblick, wie er sich in den Bettlaken krümmte, eine Hand fest auf seine bandagierte Schulter gepresst.„Martin! Was ist passiert?“„Schmerzen“, keuchte er und verzog dramatisch das Gesicht. „Plötzlicher — scharfer Schmerz, genau hier. Ich glaube, da ist etwas gerissen.“Echte Panik überrollte mich. Die Erinnerung an Lans Krallen, die sich durch sein Fell gerissen hatten, war noch frisch genug, dass sich mir der Magen umdrehte. Ich eilte an seine Seite, die Hände schwebten hilflos über der Bandage, unsicher, wo eine berührende Hand sicher war. „Soll ich Ruby rufen? Martin, sprich mit mir—“„Ich glaube“, sagte er langsam, während seine Stimme noch schwächer wurde, „ich brauche einfach nur deine Nähe. Für ein Weilchen. Der Schmerz wird schlimmer, wenn ich allein bin.“Hinter mir stieß Kythan ein leises,
CELINE (Wolf: Casey)Ich drückte die Tür zu Martins Zimmer langsam auf, in der halben Erwartung, ihn noch schlafend vorzufinden.Das war er auch. Blass lag er in den Kissen, eine Bandage um eine Schulter gewickelt, während Hämatome die sichtbaren Stellen seiner Arme und seines Schlüsselbeins sprenkelten. Er heilt, hatte Ruby mir versprochen, aber nur langsam — diese Art von Langsamkeit, die entsteht, wenn ein Körper an seine absoluten Grenzen getrieben wurde, um jemanden anderen zu beschützen.Tränen stiegen mir in die Augen, noch bevor ich den Raum überhaupt ganz betreten hatte.Das ist wegen mir. Der Gedanke setzte sich schwer in meiner Brust fest, unmöglich abzuschütteln. In dem Moment, als er sich in mein Leben verstrickte, ging für ihn alles schief. Zuerst prügelte Kythan ihn wegen nichts halbtot. Und dann hätte Lan das Werk beinahe endgültig zu Ende gebracht.Ich ging leise zum Bett hinüber, darauf bedacht, ihn nicht zu wecken, und griff nach der Bettdecke, die sich an seinen Fü
CELINE (Wölfin: Casey)„Kythan.“ Zithans Stimme wurde schärfer, ungeduldiger jetzt. „Wer ist Fallon?“Kythan antwortete nicht sofort. Er stand einfach nur da, die Kiefermuskeln arbeiteten, der Blick in die Ferne gerichtet, an einen Ort, an den ihm keiner von uns folgen konnte.„Kythan“, sagte ich leise und richtete mich trotz des Schmerzes, der immer noch durch jede Faser meiner Glieder strahlte, weiter auf. „Bitte. Sag es uns einfach.“Er blinzelte, kehrte schließlich in die Wirklichkeit zurück und strich sich mit einer Hand über das Gesicht. „Nachdem Lan Celine bis zu dem Lokal gestalkt hatte. Als er ihr hinterhergelaufen war... da habe ich unsere Leute einen Hintergrundcheck machen lassen. Eine vollständige Untersuchung. Ich wollte genau wissen, wer er ist, bevor er auch nur in die Nähe von Celine kommt.“„Das hast du uns nie erzählt“, sagte Rythan und zog die Stirn in Falten.„Es war keine Zeit dafür“, sagte Kythan. „Danach ging alles so schnell — Celines Kampf mit Cassandra, ihr
CELINE (Wölfin: Casey)Ich öffnete die Augen, und das Bewusstsein kehrte nur langsam zurück, Stück für Stück.Zuerst mein Körper — schwer, voller Schmerzen an Stellen, für die ich keine Namen hatte, die Muskeln auf eine Weise zerschlagen, die sich völlig fremd anfühlte.Nicht das gewöhnliche Ziehen nach einer Überanstrengung. Etwas Tieferes. Etwas, das sich seltsam danach anfühlte, als hätte mein Körper etwas getan, worauf er sein ganzes Leben lang gewartet hatte, und würde nun den Preis dafür zahlen, endlich die Chance dazu bekommen zu haben.Ich hatte mich verwandelt. Die Erinnerung stieg langsam auf, zusammenhangslos. Ich hatte mich tatsächlich verwandelt. Ich war ein Wolf.Ich war prachtvoll, murmelte Casey, immer noch schwach, immer noch am Erholen, aber mit etwas Stolzem in der Stimme, das die Erschöpfung durchdrang.Dann schlug der Rest der Erinnerungen auf einmal über mir zusammen — Lan, der Kampf, Martin, der zu Boden ging und nicht mehr aufstand.Meine Augen flogen auf. „Mar







