LOGINMein Vater verkaufte mich. Mein Freund verriet mich. Und nun gehörte ich dem Alpha-Prinzen, der im Koma lag. Lillian wurde als mögliche Leihmutter für Prinz Grayson in den königlichen Palast geschickt. Der Thronfolger des Königreichs lag im Koma. Sein innerer Wolf, eine tödliche Bestie, wies alle anderen Mädchen zurück – bis Lillian vortrat und er sie erwählte. Über Nacht wurde aus dem Mädchen, das ihr Rudel fallen gelassen hatte, die Luna-Prinzessin. Doch ihr neuer Titel hatte seinen Preis – und brachte sie in Gefahr. Ihr Ex wollte sie benutzen, um den Thron an sich zu reißen. Im Palast lauerten überall Feinde. Alle glaubten, der Prinz schlief. Dabei verbarg er womöglich ein Geheimnis, das sie alle vernichten konnte. Er war gefährlich. Er behielt alles im Blick. Und vielleicht konnte nur er sie retten.
View MoreLILLIANNach dem Frühstück wurde der Hof erneut zusammengerufen. Grayson schickte mich als Zuhörerin hin. Der Erste Beta begleitete mich.Der König war außer sich vor Wut. „Einer von Ihnen hat mich verraten“, knurrte er und sah sich um. Er sah jedem im Saal in die Augen. Mich schien er besonders aufmerksam zu mustern. Ich senkte den Kopf und versuchte, ergeben zu wirken – oder wenigstens unschuldig.Ich hatte wirklich nichts ausgeplaudert.„Jetzt bleibt mir keine Wahl mehr. Ich muss handeln“, sagte der König. „Piers.“Zwei Soldaten stießen Piers nach vorn und hielten ihn dabei an den Armen fest. Josephine stand näher bei ihrem Vater. Sie sah viel gesünder aus als gestern; in ihrem Gesicht lag unverkennbar Erleichterung.„Die Verlobung mit meiner Tochter ist aufgehoben. Ich verbanne Sie aus meinem Rudel. Kehren Sie nie zurück. Haben Sie verstanden?“„Das ist ungerecht“, sagte Piers.„Er hat verstanden“, sagte der König, obwohl Piers weiter protestierte.„Ich habe nichts falsch gemacht!
Der König musterte die Bedienstete prüfend. „Wenn du etwas zu sagen hast, höre ich zu. Vergiss dabei nicht, wo du stehst und wen du beschuldigst.“„Ich werde nur die Wahrheit sagen, Eure Majestät. Etwas anderes ließe mein Gewissen nicht zu.“„Dann sprich“, sagte der König.„Eure Majestät, ich muss Einspruch erheben –“, setzte Piers an.„Ruhe!“, fuhr der König ihn an. Piers verstummte sofort.„Am Abend des Festessens habe ich mich aus den Räumen der Bediensteten davongeschlichen“, sagte die Frau. „Ich hoffte, Josephine wenigstens von Weitem zu sehen. Sie ist mir sehr ans Herz gewachsen. Stattdessen sah ich die Leihmutter auf dem Weg zur Toilette. Der Verlobte der Prinzessin folgte ihr, bis niemand sie mehr sehen konnte. Dann versuchte er … sich an ihr zu vergreifen. Er zerriss ihr Kleid. Das abgerissene Stück habe ich aufgehoben.“ Sie zog das Stoffstück aus ihrer Tasche.Der König gab ein Handzeichen. Einer der Soldaten nahm das Stoffstück entgegen und brachte es ihm.„Dafür war einiges
LILLIANDie Soldaten schleppten mich in den Thronsaal und zwangen mich vor dem König auf die Knie. Piers und mehrere Mitglieder des Hofes waren bereits da. Sie sahen mich höhnisch an; offenbar hatten sie ihr Urteil schon gefällt. Josephine dagegen wirkte krank, ihre Wangen hatten einen grünlichen Stich.„Da ist sie ja“, sagte Piers. Sein schönes Gesicht war vor Abscheu verzerrt. „Die Frau, die versucht hat, mein Leben und meine Ehe zu zerstören.“Der König musterte mich von seinem erhöhten Thron herab. „Man hat dich aus einem einzigen Grund hierhergebracht: Du solltest meinem Sohn einen Erben gebären. Aber darin hast du versagt. Außerdem hast du versucht, meine Tochter in Verruf zu bringen, indem du ihren Verlobten verführtest.“Ich wollte mich verteidigen, doch dem König ungefragt zu widersprechen brachte mir nur noch mehr Schmerzen ein. Also hielt ich den Mund. Ich hoffte, dass wenigstens mein Blick meinen Widerstand zeigte. Im Moment war das offenbar meine einzige Verteidigung.„Ich
Auf dem Weg hierher hatte ich weitere Verletzungen erlitten. Meine Beine trugen mich kaum noch. Ich stolperte und brach auf einem Haufen feuchtem Stroh zusammen. Möbel gab es hier keine, nur einen Eimer in der Ecke. Was darin war, wollte ich lieber nicht genauer wissen. Da es keine Toilette gab, konnte ich es mir allerdings denken.Die Soldaten schlossen die Zelle ab und gingen lachend davon. Als ihr Gelächter und ihre Schritte verklungen waren, wurde es im Kerker gespenstisch still.Irgendwo tropfte Wasser. Die Fackeln knisterten. Weiter hinten rang ein Mann nach Luft. Niemand sprach ein Wort. Niemand nahm Notiz von mir. Ich wusste nicht, ob das gut oder schlecht war.Ich zitterte. Hier unten war es kalt, erst recht in meinem dünnen Nachthemd. Ich zog den Stoff so eng um mich, wie ich konnte. Trotzdem blieben meine Arme nackt. Der leichte Stoff bedeckte meine Beine nur zum Teil.Vielleicht erfror ich hier unten noch, bevor die Verhandlung überhaupt begann.Ich hatte zu viel gewollt. V

















