ANMELDEN„Er hat mich dazu gezwungen! In dieser Nacht hat er mich geschwängert.“ Vor dem Obersten Werwolf-Rat, bei einem öffentlichen Prozess, der für die ganze Welt live übertragen wurde, hielt eine niederrangige Omega namens Selena ihren Bauch und beschuldigte mich. „Ich habe versucht, mich zu wehren, aber seine Alpha-Präsenz hat mich vollständig gelähmt. Er hat jemandem das Bein gebrochen, der ihn aufhalten wollte!“ Draußen vor der Ratshalle schwenkten wütende Demonstranten Schilder und brandmarkten mich mit ihren Rufen als Monster, das nicht weiter denken konnte als bis zu seinem Schwanz. Online wurde jeder Kommentarbereich von derselben Forderung überschwemmt: „Richtet dieses Alpha-Monster hin!“ Die Aktie der Blackstone-Gruppe, das Imperium, das ich aus dem Nichts aufgebaut hatte, stürzte ab. Selbst die Ältesten, die ich selbst in ihre Positionen erhoben hatte, rissen sich nun gegenseitig darum, mir meinen Alpha-Titel zu entreißen. Als der Vorsitzende den Hammer niedersausen ließ, trat ich vor und hob langsam die Hände, um mein Hemd aufzuknöpfen. „Ich bin eine weibliche Alpha.“ „Also, bitte, sag mir, vor der gesamten Werwolf-Welt, wie ich dich schwängern konnte, obwohl ich nicht mal das dafür habe?“
Mehr anzeigen„Wer sind Sie, dass Sie einen Kampf fordern können?“Er lachte leise, antwortete aber nicht.In der nächsten Sekunde bewegte er sich. Ich sah nicht einmal seinen Schlag. Ein Windstoß raste von der Seite auf mich zu, und ich hob den Arm aus reinem Instinkt, um abzuwehren.Die Wucht des Schlags ließ mich drei Schritte zurücktaumeln, die Marmorfliesen zersprangen unter meinen Füßen.Zwei erstklassige Alpha-Präsenzen prallten in der Luft heftig aufeinander und erzeugten ein durchdringendes Kreischen.Weniger als eine Minute später tauschten wir über dreißig Schläge aus. Es war ein brutaler, knochenerschütternder Kampf, und wir waren einander ebenbürtig.Jeder meiner tödlichen Angriffe wurde mit fast lässiger Leichtigkeit pariert.„Temperamentvoll. Das gefällt mir“, murmelte er mit einem leisen Lachen.„Leider ist jetzt nicht die Zeit.“Er zog etwas aus der Tasche seines Trenchcoats und warf es mir zu.Ich fing es auf. Es war ein schwerer, schwarzgoldener Chip, graviert mit einem komplexen
Die Rotoren des Hubschraubers drehten sich noch, als ich aus der Kabine sprang. Aiden folgte dicht dahinter mit zwei voll bewaffneten Trupps meiner Elitegarde.Der Vorplatz der Werwolf-Kunstakademie wimmelte von einem Mob von fast hundert Leuten.Vierzig oder fünfzig Leibwächter in den Uniformen verschiedener Familien schwangen Waffen und brüllten Flüche auf den Eingang des Hauptgebäudes.„Rückt diese unverschämte kleine Göre heraus!“„Sie wagt es, meinen Erben zu schlagen? Eine Wölfin auf einem Thron ändert nichts an dem minderwertigen Blut in ihren Adern!“An der Spitze des Mobs standen drei Alphas mittleren Alters – die Patriarchen der drei Schüler.Einer von ihnen, ein kahlköpfiger Mann, hatte den Dekan am Kragen gepackt und spuckte ihm ins Gesicht.„Versuchen Sie ja nicht, Raven zu benutzen, um mich einzuschüchtern! Sie ist ein gefallenes Idol, das in ihrem eigenen Skandal ertrinkt! Wenn Sie mir ihre Schwester heute nicht herausgeben, reiße ich dieses Gebäude nieder!“Ich stieß ei
Ältester Kael stemmte sich hoch, seine Hände ruhten auf dem Tisch zur Unterstützung. Schweiß tropfte von seinen Schläfen und befleckte die darunter liegenden Dokumente.„Raven! Versuchen Sie nicht, uns mit Ihrer Alpha-Präsenz einzuschüchtern!“„Wir haben ... wir haben nur besprochen, wie wir Ihnen bei den Nachuntersuchungen des Rates helfen können!“„Ja! Wir haben Notfallpläne besprochen!“, stimmte Ältester Voss, der neben ihm saß, sofort ein. „Sie haben das gesamte Rudel getäuscht! Alpha als Wölfin wird Blackstone nur zum Gespött machen! Der Vorstand hat jedes Recht, Sie abzusetzen!“Ich warf ihm nicht einmal einen Blick zu. Ich rief nur Aiden herein und knallte fünf dicke schwarze Ordner auf den Mahagoni-Konferenztisch.Die Ordner rutschten über den Tisch und blieben direkt vor Ältestem Kael liegen.„Schlagen Sie sie auf und sehen Sie hinein“, sagte ich kalt.Niemand bewegte sich.Ich wiederholte mich. „Ich sagte, schlagen Sie sie auf.“Kaels Hand zitterte, als er die erste Seite auf
Aiden trat näher und hielt ein Tablett in den Händen.Auf dem schwarzen Samt funkelten zwei kunstvoll gearbeitete, handgefertigte Silbermesser in kaltem, tödlichem Licht.„Nein ... Raven! Alpha! Ich habe Unrecht getan!“ In dem Moment, als Damien die Messer sah, brach er vollends zusammen.Er ignorierte den sengenden Schmerz in seinem gebrochenen Bein und krabbelte rückwärts über den blutverschmierten Marmorboden.„Fass mich nicht an! Das könnt ihr mir nicht antun!“, kreischte Selena und wich entsetzt zurück, während sich ein dunkler Fleck auf ihrem Kleid ausbreitete. „Rat! Wollt ihr nichts unternehmen? Sie wird uns umbringen!“Die Galerie war totenstill. Die Ratswachen standen regungslos da – keine Regung, nicht mal ein Blinzeln.Ich zog eines der Silbermesser.„Damien Crowe. Du hast die Kerngeheimnisse deines Rudels verraten und Alpha verleumdet.“ Ich sah auf ihn herab.„In meinem Namen als Alpha verurteile ich dich: Dein Wolfsgeist ist verwirkt.“„Raven! Das können Sie nicht!“, kreis





