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Die verfluchte Luna aus dem NightLight Paket

Author: CosieWright
last update publish date: 2026-07-28 06:55:36

Kapitel 2

„Das … Das ist falsch! Ich bin nicht meine Mutter … Ich war dir und meinem Eid als Luna dieses Rudels stets treu.“ Sie bemühte sich sehr, die Tränen zurückzuhalten. Sie würde ihm ihre Tränen nicht zeigen, nicht jetzt, nicht vor dem Omega.

„Du kannst dir nicht wegen irgendeinem blöden Aberglauben eine Konkubine nehmen, um mich zu ersetzen! Ich habe meine Pflichten dir und diesem Rudel gegenüber erfüllt. Ich habe alles ertragen, was du mir zugemutet hast. Ich war unterwürfig, ich war die perfekte Luna, also steh nicht einfach da und benutze so etwas als Ausrede für deine offensichtliche Untreue!!“

Elara hatte vergessen, dass ihre Stimme so laut sein konnte. Es war wirklich Jahre her, seit sie sich ihm oder irgendjemandem widersetzt hatte.

Klatsch!!

Die Wucht von Alpha Lucans Ohrfeige ließ ihren Kopf zur Seite kippen und ihr dabei den Nacken verdrehen.

Elara ballte ihre Hand zur Faust, vor Demütigung kochte ihr das Blut in den Adern. Es war nicht das erste Mal, dass ihr Partner sie schlug – er schlug sie immer –, aber noch nie vor Publikum, geschweige denn in Seras Gegenwart.

„Lucan …“, brachte Elara flüsternd hervor.

KLATSCH!!!

Noch bevor Elara sich auf die zweite Ohrfeige vorbereiten konnte, landete diese mitten auf ihrem Gesicht.

„Rede verdammt noch mal jetzt nicht mit mir!!!“

Elara klingelte es in den Ohren, weißes Rauschen erfüllte ihren ganzen Kopf…

„Sieh nur, wie du dich und unsere Familie vor der lieben Sera blamierst. Ich bin mir ziemlich sicher, dass sie schockiert ist, uns so zu sehen. Sie hat dich früher bewundert, weißt du … Nicht wahr, Sera?“ Alpha Lucan wandte sich an Sera, die immer noch hinter ihm stand und zusah.

„Ähm, ja, Alpha“, sagte die schlängelnde Kreatur.

„Siehst du? Und jetzt hast du es vermasselt! Wie willst du es ihr jetzt beibringen?“, sagte Alpha Lucan, bevor er seine „liebe Sera“ packte und aus ihrer Umkleidekabine hinausging.

Sobald sie allein war, ließ Elara die Gefühle, die sie bisher im Zaum gehalten und streng unterdrückt hatte, über sich hinwegspülen, doch sie presste die Hände auf den Mund, damit ihr Weinen nicht zu laut wurde und keine Zuschauer anlockte.

Er war alles, was sie jetzt noch hatte – sie war die Luna. Elara würde das nicht wegwerfen, nur weil ihr Partner sie geschlagen hatte … Den Frieden zu wahren war die Aufgabe einer Luna, und sie würde ihre Pflicht erfüllen.

Sobald Alpha Lucan und seine neue Konkubine gegangen waren, sank Elara langsam zu Boden und zog die Knie an die Brust. Sie war nicht in Feierlaune. Was sollte sie überhaupt feiern?

Wenn sie den Raum betrat, würde man von ihr erwarten, dass sie lächelte, lachte und die Freude und Stärke des Rudels verkörperte. Dazu war sie nicht in der Lage.

Es fühlte sich an, als würde ihr Herz immer wieder zusammengedrückt. Gedanken an ihre Zukunft kreisten unaufhörlich in ihrem Kopf. So wie es aussah, hatte sie keine wirkliche Zukunft – zumindest keine glückliche. Sie verlor. Sie verlor alles.

Die erste Träne fiel auf den Boden zwischen ihre Füße, dann folgten die anderen. Wie sollte sie so weiterleben? Verflucht … Das Wort hallte unaufhörlich in ihrem Kopf wider. Sie war die verfluchte Luna vom Night-Light-Rudel.

Gerade als sich dieser Gedanke in ihrem Kopf festsetzte, tauchte eine behandschuhte Hand vor Elaras verschwommenem Blickfeld auf.

Elara stand schnell auf und begann sofort, sich die Augen zu wischen.

Die letzte Person, die sie weinend sehen lassen wollte, war die Priesterin des Rudels.

Morgana. Die Hohepriesterin und zugleich die Sprachrohr der Mondgöttin.

Und gerade jetzt, mit ihrem tränenverschmierten Gesicht und der laufenden Nase, trug Elara nicht gerade dazu bei, bei der Priesterin Pluspunkte zu sammeln.

Als Elara sich aufrichtete, ihr Gesicht abwischte und sich die Augen rieb, musterte Morgana sie mit ihren dunklen Augen.

„Meine Luna, du benimmst dich nicht wie die Luna des Nachtlicht-Rudels, sondern wie ein affektiertes Mädchen!“

Elara schniefte und schluckte daraufhin ihren Schleim hinunter. Sie wagte es nicht zu sprechen, während die Dame das Wort hatte, obwohl sie fast gleich alt waren und Elara in der Hierarchie über ihr stand.

Schließlich war sie die Luna, die Nummer zwei nach dem Alpha, aber Morgana hatte einfach eine Art, Aufmerksamkeit und Respekt einzufordern.

„So sehr es jede Frau auch schmerzt, ihren Mann mit einer anderen zu teilen, musst du das große Ganze im Blick behalten.“

„Welches große Ganze? Morgana, ich verliere meine Familie. Ich verliere alles.“

„Du klingst wirklich wie eine Versagerin. Wie ein mickriges kleines Mädchen ohne Erziehung. Noch ganz grün hinter den Ohren“, sagte Morgana und warf Elara einen missbilligenden Blick zu.

„Ich gebe mein Bestes, aber der Alpha sieht das nicht, und jetzt machen wir zehn Schritte zurück!“, sagte Elara, während sie spürte, wie die Wut wieder in ihr aufstieg.

„Was ist mit allem, was ich dir beigebracht habe? Du bist nicht nur Luna für unseren Alpha. Du bist Luna für uns alle. Für das gesamte Rudel. Und zu deinen Pflichten gehört es, den Alpha zufrieden zu stellen. Auch wenn diese Zufriedenheit vielleicht nicht direkt von dir kommt.“

„Was?“ Elara versuchte vergeblich, ihren Schmerz zu verbergen … „Du wusstest davon? Und ich erfahre es erst heute?“

„Was ändert es schon, ob du es heute, morgen oder vor zwei Monden erfährst? Das Rudel braucht unsere Luna heute …“, sagte Morgana, während sie mit bedächtigen Schritten auf Elara zuging und direkt vor ihr stehen blieb.

„Du wurdest an einem so schrecklichen Tag in der Geschichte unseres Volkes geboren, und du trägst das Mal direkt auf deinem Kopf als Beweis dafür.“ Morgana hob ihre behandschuhte Hand, um Elaras reinweißes Haar zu berühren, ließ sie jedoch schnell wieder sinken.

„Es ist bedauerlich, dass dir diese Last auferlegt wurde, aber das ist umso mehr ein Grund, warum du deine Pflicht erfüllen solltest. Zeige dem Rudel, dass du – ob Prophezeiung oder nicht – zu ihnen gehörst. Du bist auf ihrer Seite. Du bist ihre Luna.“

Elara nickte, auch wenn das das Letzte war, was sie tun wollte.

Als sie zum ersten Mal als Luna des Night-Light-Rudels vorgestellt worden war, hatte Morgana sie als Begleiterin begleitet, auch wenn sie einen gesunden Abstand zu ihr gewahrt hatte, sodass Elara nicht einmal so tun konnte, als wären sie Freundinnen.

Elara beschwerte sich auch nicht – nicht, da Morgana jeden im Rudel und außerhalb davon kannte.

Sie war diejenige gewesen, die die verschiedenen Zeremonien geleitet hatte, bevor Elara auftauchte – und mit Elaras Anwesenheit war sie auch von all diesen Pflichten entbunden worden.

Es dauerte nicht lange, bis sie anfing, auszuwählen, welches Kleid Elara tragen durfte, welches Besteck zu welcher Mahlzeit passte und sogar, welche Mahlzeit der Alpha zu einer bestimmten Tageszeit bevorzugen würde; all das sei zu ihrem eigenen Besten, hatte sie Elara mehrfach gesagt.

„Heute braucht das Rudel keine verlassene Braut, wir brauchen unsere Luna. Du musst bedenken, dass es zwar dein Geburtstag ist, aber auch der Jahrestag des Todes unseres ehemaligen Alphas und der Tag, an dem der Fluch entstand.“

Sie trat ein paar Schritte von Elara zurück, wandte sich der Tür zu und sagte dann:

„Denk daran, Luna: Du erinnerst uns an so viele schlimme Dinge. Du solltest versuchen, uns auch an die guten Dinge erinnern zu lassen.“

Dann ging sie hinaus, wobei ihr Tempelumhang hinter ihr flatterte.

Elara erkannte diesen unmissverständlichen Tonfall. Immer wenn sie anfing, sich „schwierig“ zu verhalten, wusste sie, dass Morganas nächster Schritt darin bestehen würde, sie subtil an ihren „Fluch“ zu erinnern.

So sehr Elara sich auch dagegen wehrte, begann sie doch langsam zu glauben, dass sie tatsächlich diejenige war, auf die sich die verfluchte Prophezeiung bezog, von der alle seit ihrer Geburt gesprochen hatten.

Im Werwolfclan gab es niemanden mit reinweißem Haar. Es reichte immer von mitternachtsschwarz bis zu dunkelblond.

Es gab niemanden sonst.

Mit einem tiefen Seufzer und ihrem immer noch gebrochenen Herzen beschloss Elara, hinauszugehen und so zu tun, als wäre alles in Ordnung.

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