LOGINElara hat ihr ganzes Leben damit verbracht, Böden in dem Haus zu schrubben, das ihr alles gestohlen hat – einen Vater, dessen Tod in Schweigen begraben liegt, eine Peinigerin, die sich Tochter des Alphas nennt, und eine Wahrheit über ihr eigenes Blut, die niemand auszusprechen wagt. Dann verändert der Blutmond-Ball alles. Der Blick eines Fremden trifft ihren in einer verborgenen Höhle, und die Gefährtenbindung entflammt – unleugbar, überwältigend und zutiefst verboten. Denn der Mann, den das Schicksal für sie bestimmt hat, ist Adrian, der Alphakönig, der mit ihrer Peinigerin verlobt ist. Als eine Tragödie Elara aus Bloodmoon Manor reißt, flieht sie – direkt in eine Wahrheit, die gefährlicher ist als die Bindung selbst. Sie ist die verborgene, erstgeborene Tochter des Feindes, den Adrian zu vernichten geschworen hat. Gefangen zwischen dem Gefährten, der sie beansprucht, und dem Krieg, der sie tot sehen will, bleibt Elara nur eine Entscheidung. Ist sie eine verstoßene Dienerin, eine gestohlene Erbin – oder die Luna, mächtig genug, um allem ein Ende zu setzen?
View MoreKapitel 108Selenas POVIch wachte in meinem eigenen Bett mit einem tiefen Stöhnen auf, eine Hand bereits gegen den dumpfen, hartnäckigen Schmerz in meinem Rücken gepresst.„Verdammt, das tut weh.“Mein ganzer Körper fühlte sich an, als wäre er von einem Lastwagen getroffen worden. Das Schlimmste davon lebte in meinem Nacken – ein scharfer, pochender Schmerz, der selbst kleine Bewegungen vorsichtig machte. Die Erinnerung kehrte in Stücken zurück. Valentina. Dieser berechnete Schlag an die Seite meiner Kehle. Dann nichts.Warum war ich zurück in diesem Zimmer? Wie lange war ich weg gewesen? Und warum hatte Elara es zugelassen?Ich versuchte, mich aufzusetzen. Mein Körper weigerte sich mitzuarbeiten und ließ mich frustriert und halb gestrandet gegen die Kissen zurück.Die Tür öffnete sich. Damon trat ein.Sein Gesicht war aus Eis gemeißelt – der Mund eine harte Linie, die Augen leer, die Hände in den Taschen vergraben. Er überquerte den Raum mit absichtlichen Schritten, die die Luft käl
Kapitel 107: Sie ist wieder gegangenAdrians POV„Was meinst du damit, sie ist fort?“Die Worte kamen niedrig und angestrengt heraus, die Geduld bereits ausgefranst.„Sie ist mit Miss Valentina entkommen, Sire.“ Der Wächter behielt die Augen auf den Boden gerichtet.Zorn flackerte heiß und plötzlich auf. Meine Faust traf sein Gesicht hart genug, um ihn zu Boden zu bringen. Blut lief aus dem Mundwinkel.„Ihr hattet einen verdammten Job!“Der Schrei galt jedem stillen Mann im Raum. Sie standen starr, die Hände hinter dem Rücken verschränkt, und sagten nichts.„Einen einfachen verdammten Job!“Ich fegte alles vom Schreibtisch. Eine Vase zersplitterte an der Wand. Die einzigen Laute, die übrig blieben, waren mein Atem und das Blut, das in meinen Ohren rauschte.Sie war wieder entwischt.Kein Zögern. Keine Warnung. Ein Stück Wahrheit, und sie war fort, nahm ihre Schwester mit. Wie war es so leicht gewesen?Bedeutete ihre eigene Sicherheit nichts? Selbst wenn sie immer noch nicht wusste, da
Kapitel 106Elaras POV„Es ist eiskalt“, murmelte Valentina und wickelte die Arme eng um sich, während sie zitterte.Ich seufzte und ging zurück zum Auto. Im Kofferraum fand ich einen Ersatzsmoking und ein Paar Stiefel – klar Adrians. Ich reichte sie ohne ein Wort hinüber.Es gab keine Möglichkeit, dass sie in Absätzen einen Berg hochklettern konnte, besonders nicht bei dem Boden, der unter schwerem Schnee begraben lag. Wir waren im Norden. Die Kälte allein würde uns auslaugen, lange bevor das Gelände den Job beendete.Sie studierte die Kleidung eine Sekunde, dann nahm sie sie. Bei jedem anderen hätte ich den Blick in ihren Augen Dankbarkeit nennen können. Bei Valentina war das zu erwarten wie zu erwarten, dass Schnee nach oben fiel.„Danke“, sagte sie leise – Worte, die ich nie von ihr zu hören gedacht hatte. Wenigstens hörte das Klagen auf. Ich nahm auch ein Erste-Hilfe-Set und eine Flasche Wasser. Adrian bereitete sich wirklich auf alles vor.Der Weg voraus würde lang sein. Das Aut
Kapitel 105Elaras POV„Können wir einfach eine Sekunde aufhören zu streiten und nachdenken?“ sagte Valentina und schnitt durch die steigende Spannung.Ein müdes, humorloses Beinahe-Lachen entwich mir. Die Rollen hatten sich umgedreht – jetzt war sie diejenige, die versuchte, ruhig zu bleiben. Wann war meine endlose Geduld so dünn geworden?„Schon gut.“Mein Verstand jedoch blieb völlig leer. Das war nicht die erste Flucht, die ich je gemacht hatte, aber sie zählte zu den gefährlichsten. Hatte Adrian bereits bemerkt, dass wir fort waren? Der Gedanke an seine Reaktion ließ meinen Magen sich verdrehen. Ich hoffte nur, dass Selena irgendwie dem Schlimmsten der Konsequenzen entkommen würde. Bei Adrian, wie ich ihn kannte, wäre Gnade nicht sein erster Instinkt.Er würde nie verstehen, warum ich gehen musste. Keine Erklärung würde jemals genug für ihn sein.Ich verließ ihn nicht. Ich brauchte nur Zeit, um meine eigenen Blutsangelegenheiten zu klären. Ein paar Fragen an Lord Magnus, und dann





