Mag-log inKapitel 3
Als Elara endlich herauskam und sich der Feier anschloss, stand sie an der Tür zur großen Halle, und ihr Herz hämmerte in ihrer Brust! Die Feier sah aus, als wäre sie wie für Sera gemacht. Überall war Rosa!! Die Tischdecken, Bänder und Handtücher waren alle in verschiedenen Rosatönen gehalten. Keine Spur von dem Schwarz und Weiß, das Elara bevorzugte. Und doch lächelte Elara. Als Morgana das Segensgebet begann und die Mondgöttin bat, Elara zu segnen und ihr ein langes Leben zu schenken, nickte sie feierlich. Wie immer das Abbild der perfekten Luna. Als Alpha Lucan auf das erhöhte Podium trat und alle aus Respekt verstummten, lächelte Elara. „Der heutige Tag markiert den Beginn so vieler Dinge. Den Tag des Todes unseres ehemaligen Alphas, meines Vaters. Den Tag, an dem unsere eigene Luna Elara geboren wurde, auch wenn dies mit eigenen Sorgen einherging, und nun einen Neuzugang in unserer stetig wachsenden Familie: meine neue Konkubine, Sera Danor.“ Im Saal herrschte zunächst eisige Stille; alle Blicke richteten sich auf Elara, fast so, als würden sie sie nach ihrer Meinung dazu fragen. Die Stille ging in leises Gemurmel über, während sich die Augen und Lippen aller bewegten. „Erfülle deine Pflicht, Luna. Lächle“, sagte Morgana hinter Elaras Stuhl durch halb geschlossene Zähne; es klang, als hätte sie selbst bereits ein Lächeln auf den Lippen. Also lächelte Elara. Und dann klatschten alle und lächelten der Alpha zurück, während die Leute Sera zuwinkten, als sie zum Podium ging, um hinter der grinsenden Alpha zu stehen. Selbst als Sera nach vorne trat, um sich neben ihn zu stellen, auf ihren Platz, lächelte Elara. Selbst als die Alpha sie auf die Stirn küsste, lächelte Elara. Und als sie sich mit breitem Lächeln umarmten und Sera Elaras Partner diskret zuzwinkerte, lächelte Elara, auch wenn ihr Herz innerlich zerbrach. Selbst als sie spürte, wie ihr Wolf vor lauter Qual heulte, lächelte Elara. Sie würde den ganzen Weg bis zu ihrem kalten, harten Grab lächeln, auch wenn seltsame Gefühle in ihrer Brust brodelten. „Verberge es. Fühle nichts. Lass es dir nicht anmerken. Gib ihnen nicht Recht, Elara. Lächle. Verstecke dich … Tu so, als ob … Lächle“, flüsterte sie sich selbst zu, als sie sich umdrehte und auf ihr Zimmer zuging. „Du hast dich heute wie eine echte Luna verhalten. Auch wenn du es hinausgezögert hast und das ganze Rudel auf der Suche nach Hoffnung in Aufruhr versetzt hast“, sagte Morgana atemlos. Kaum war Elara in ihr Zimmer getreten, war Morgana ihr schon auf den Fersen und tadelte sie. Korrigierte sie auf ihre übliche Art. Elara erinnerte sich daran, dass all das aus Liebe geschah und dass es Morganas Pflicht war, dies zu tun. „Hast du es gesehen? Hast du gesehen, wie sie sich alle an dich gewandt haben? Während du egoistisch warst, hat dich dein Rudel gebraucht“, zischte sie. Ihre olivfarbenen Augen funkelten im Licht. „Egoistisch? Mein ganzes Leben lang durfte ich noch nie egoistisch sein, Morgana!! Der Alpha –“ „– ist ein heißblütiger Werwolf! Er ist der Alpha und kann sich nehmen, was immer er will, und das tust du gut daran, dir zu merken!“ Morgana stampfte mit dem Fuß auf, ging tief in Elaras Zimmer hinein und sah sie mit demselben missbilligenden Blick wie zuvor an. „Du musst aufhören, dich mit dem Alpha zu vergleichen, meine Luna. Du bist nur eine Frau und Trägerin eines –“ „– von was?“ Morganas Augen blitzten auf, als sie unterbrochen wurde. Selbst Elara war schockiert, dass sie wütend genug gewesen war, Morgana mitten im Satz zu unterbrechen, doch sie fuhr fort. „Von was, Morgana? Einem Fluch? Einer Prophezeiung, von der ich nichts weiß? Soll ich deshalb akzeptieren, so behandelt zu werden? Habe ich das verdient, Morgana?“ Morgana blickte Elara tief in die Augen, sichtlich etwas verärgert und genervt darüber, dass die andere Frau ihr gerade ins Wort gefallen war. Sie wusste, dass sie sie in diesem Moment nicht zu sehr unter Druck setzen durfte. „Dusche dich, ruh dich aus – das Bankett des Alphas findet in zwei Tagen statt. Wir werden es gemeinsam planen.“ Und damit war sie verschwunden; sie ging hinaus, während Elara zusah, wie ihr Umhang in einem geisterhaften Wind flatterte. Elara ließ sich ins Bett fallen, ohne sich die Mühe zu machen, sich auszuziehen. Elara wusste, dass sie in einen Traum gefallen war, als sie den großen Mond betrachtete, der vor ihr erschien. Der Mond hatte noch nie so weiß ausgesehen … so groß … so ätherisch. Es sah so aus, als stünde Elara direkt davor. Sie streckte die Hände aus, um ihn zu berühren. „Fireheart“ Elara zog ihre Hand beim Klang einer ätherischen Frauenstimme zurück. „Fireheart“ „Wer ist das?“, rief Elara dem Mond vor ihr entgegen. „Sieh doch, Fireheart. Sieh doch.“ „Sehen? Was sehen?“ Elaras Herz schlug heftig in ihrer Brust. Sie blickte sich in der Dunkelheit um sich herum um. Sie sprach mit dem Mond!! Sprach der Mond etwa mit ihr? Der große Mond vor ihr glühte und wurde kristallklar wie ein Spiegel. „Siehst du, Fireheart?“ Elara blickte in den Spiegel und ihr Mund stand offen. Sie sah sich selbst an, oder genauer gesagt, ein Abbild, das ihr ähnlich sah. Es bewegte sich, wenn sie sich bewegte, drehte sich, wenn sie sich drehte, aber sein Haar – ihr Haar – war pechschwarz. „Fireheart!!!“ Elara schreckte aus dem Schlaf hoch und keuchte schwer, als hätte sie gerade einen Marathon gelaufen. Sofort stürzte sie ins Badezimmer und übergab sich. Am nächsten Morgen suchte sie Morgana auf, damit sie sich auf den Alpha-Ball vorbereiten konnten. „Es hatte mir unendlich wehgetan, als der Alpha mich daran gehindert hatte, meine Kampffähigkeiten zu trainieren“, sagte Elara, bevor sie sich zurückhalten konnte. „Müssen wir dieses Gespräch immer noch führen? Eine Frau wird an der Front nicht gebraucht. Vor allem nicht die Luna unseres Rudels!!!“ „Das ergibt doch keinen Sinn. Warum kann ich nicht kämpfen wie alle anderen, die ausgebildet sind? Ich bin doch im Kampf ausgebildet, das weißt du doch.“ „Was, wenn du verletzt wirst? Was, wenn du stirbst? Oder noch schlimmer: Was, wenn du gewinnst und als Siegerin hervorgehst?“ Elara traute ihren Ohren nicht. „… Wie würde unser Alpha angesichts seiner Gleichgesinnten sein Gesicht wahren? Wie würde er damit zurechtkommen, zu wissen, dass eine Frau ihn und sein Volk gerettet hat, und nicht irgendeine Frau … sondern du.“ Elara starrte Morgana an, als wäre ihr ein zweiter Kopf gewachsen. „Luna, versuche nicht, dein albernes, hochmütiges Selbstbewusstsein auf dem Grab der Männlichkeit und des männlichen Stolzes unseres Alphas aufzubauen. Das ist sinnlos, und du bist an der Front nutzlos. Lass es sein“, sagte Morgana, bevor sie die Sitzordnung aufhob und davonging. Elara verließ den Besprechungsraum, in dem sie mit Morgana gewesen war. Nicht, dass Elara in die Entscheidung oder Planung einbezogen worden wäre – sie wurde immer außen vor gelassen und darauf beschränkt, die Farbe der Blumen für die Girlanden oder die Löffel auszuwählen, die zur Tischdecke passten. Einige der Alphas waren bereits eingetroffen und wurden von Elara in Begleitung von Morgana in ihre verschiedenen Zimmer und Quartiere geführt. Als Elara zu ihren Quartieren ging, konnte sie das Gefühl nicht abschütteln, beobachtet zu werden. Als sie durch die Korridore ging, die den großen Innenhof vor dem Palast überblickten, blickte sie zum Himmel hinauf – es war noch heller Nachmittag, und niemand würde sie in ihrem eigenen Zuhause überfallen –, doch sie warf weiterhin verstohlene Blicke hinter sich, nur für den Fall. „Dein Haar …“ „Oh, bei der Göttin!!“, schrie Elara und stolperte rückwärts. Eine kräftige, tätowierte, muskulöse Hand packte sie sofort, bevor sie auf den Boden aufschlagen konnte. Nachdem sich die Arme vergewissert hatten, dass es ihr gut ging, zogen sie sich zurück. Elara blickte zu dem Besitzer der Hände auf, und ihr Blick traf auf durchdringende graue Augen. „Verzeih mir. Ich wollte dich nicht erschrecken“, sagte der Besitzer der Hände und Augen. „Elara Martinns, Luna vom Rudel ‚Nachtlicht‘. Und du bist?“ „Luna … Interessant. Nenn mich Riven.“ „Ich habe noch nie von einem Alpha namens Riven gehört“, sagte Elara und trat einen Schritt von ihm zurück. „Wirklich? Mein Name sorgt immer für Stirnrunzeln und lässt die Köpfe sich drehen. Du bist sehr behütet aufgewachsen, meine Dame.“ Elara errötete fast bei seiner Anspielung. Tatsächlich hatte sie das Rudelgelände in den fünf Jahren, seit sie zu diesem Rudel gekommen war, nie verlassen. Sie hatte keinerlei Verbindung zur Außenwelt. Elaras Aufmerksamkeit richtete sich wieder auf ihn, als sein Blick immer wieder um sie herumwanderte und schließlich auf ihrem Haar verweilte. „Martinns, hast du gesagt. Ich habe mich schon immer gefragt, was mit der Tochter von Alpha Martinns passiert ist. Und doch warst du die ganze Zeit hier, hast dich in aller Öffentlichkeit versteckt. In der Tat interessant.“ Elara gefiel es nicht, wie er redete, als würde er sie kennen. Außerdem sprach er in Rätseln, wie irgendein uraltes Wesen. Nervig! „Gibt es etwas, das du mir sagen möchtest? Ich schätze es nicht, wenn du vor dich hin murmelst, während ich direkt vor dir stehe“, schnauzte sie ihn an. Seine Augen leuchteten sofort auf, als er den Funken und die Verärgerung in ihrer Stimme wahrnahm. „Auch noch temperamentvoll. Wunderbar. Nun, Elara Martinns, ich glaube, wir sehen uns morgen beim Bankett.“ Elara bezweifelte das, aber das musste sie ihm nicht sagen. „Deine Augen verraten, dass du nicht dort sein wirst … Du solltest einen Weg finden, Elara, wenn du die Wahrheit über die Prophezeiung und dein Haar erfahren willst.“ Und damit schlenderte er davon, als hätte er Elaras Welt nicht gerade auf den Kopf gestellt.Das ganze Rudel blieb wie erstarrt und hielt voller Ehrfurcht den Atem an, oder war es Angst, als Elaras leuchtendes Haar in der Dunkelheit knisterte und seltsames silbernes Licht auf den Obsidianboden warf. Niemand sprach. Niemand wagte es. Nicht nach der Vorstellung, die sie gerade gesehen hatten. Rivens Daumen strich noch einmal über ihren Oberschenkel. Eine subtile Berührung, die sie erdete, fast so, als würde er sie daran erinnern, dass er immer noch da und bei ihr war. Doch dann schnitt eine Stimme wie eine gezackte Klinge durch die Stille. „Nun“, kam ein hoher, kalter Ton. „Sie weiß auf jeden Fall, wie man einen Auftritt hinlegt und die Menschenmenge anzieht.“ Der ganze Raum veränderte sich. Die Köpfe drehten sich langsam der Stimme zu, wie Vampire, die Blut riechen. Gerade als Elara versuchte herauszufinden, aus welcher Richtung die Stimme kam, hörte sie sie erneut. Ein sanfter Zug, glatt wie Gift. „Es ist schön zu sehen, dass die seltsame neue Luna nicht nur eine leuc
Elara drückte sich so eng an ihn, dass sie das tiefe Grollen seiner Stimme spüren konnte, als er schließlich zu seinem Hofstaat sagte: „Erhebt euch.“ Als sich der letzte gesenkte Kopf hob, herrschte Stille über allen, als hielten sie alle den Atem an. Niemand wagte es zu sprechen ... noch nicht. Nicht, während Riven gefährlich und entspannt auf seinem Thron saß und seine neu angekündigte Luna wie ein Juwel auf seinem Schoß saß. Dann erklang das Knarren steifer Gewänder und das leise Klicken von Stiefeln auf Stein, als Sebastian, der Verwalter, sich aus seiner tiefen Verbeugung aufrichtete und wieder vorwärts ging, näher an den Thron heran, aber an der Treppe, die dorthin führte, stehen blieb. Ich traue mich nicht, ihn zu erklimmen. Er sah hager aus, sein Gesicht war voller Geduld und bitterer Verachtung. Seine Augen waren von einem blassen, eisigen Grau, wie ein Sturm, der nie wirklich vorüberzog. Er trat langsam vor, jeden Schritt kontrolliert, als wollte er sich daran erinnern,
Elara blickte von oben auf dem Thron auf die gesenkten Köpfe der Menschen und konzentrierte sich darauf, sich in dem großen Raum umzusehen, wobei sie versuchte, nicht zu staunen, wie umwerfend schön der Blood Court war. Das zweite Rudel, über das Alpha Riven herrschte, war wunderschön!!! Sie hatte gedacht, es sei nur eine kleine Gemeinschaft alter, böser Wölfe, aber nein ... das war wirklich eine Stadt. Der Gehweg, durch den Riven sie geführt hatte, wo er ihre Wange berührt hatte, als ob er ... Nun ... dieser Gehweg war eine Allee, und um sie herum ragten Gebäude und Türme, Häuser und Brücken hoch in die dunklen Berge und die Dunkelheit empor. Eine Metropole, die aus dem dunklen Stein des Berges selbst gemeißelt wurde und von der kein Zentimeter unberührt blieb oder in die keine schönen, abscheulichen Kunstwerke eingraviert waren. Figuren tanzten und trieben Unzucht; bettelte und schwelgte. Die Säulen waren so geschnitzt, dass sie wie geschwungene Ranken aus nachtblühenden Blumen
Vor uns ragte der Eingang zum Bluthof auf ... ein massiver Steinbogen, der in den Berg selbst gehauen war und von zwei gepanzerten Wölfen bewacht wurde, die sich aufrichteten, sobald sie Riven erblickten. Sie sprachen nichts, aber die tiefe Verbeugung, die sie machten, reichte Elara als Worte. Dann traten sie einfach beiseite, als würde sich der Berg selbst vor seinem König verneigen. Elara bemerkte ihre Gesichtsausdrücke ... sie waren so anmaßend! Ihre Gesichter waren sorgfältig ausdruckslos, aber ihre Augen sagten alles: Angst, kaum verborgen unter den Schichten des Gehorsams. Das war kein Respekt. Es war nicht so, dass es sich um Kontrolle handelte. Als sie durch den Torbogen traten und ihnen den Platz vollständig vorstellten, sank die Temperatur sofort. Die Luft wurde dicht, erfüllt von alter Magie und älterem Hass. Der Tunnel war lang, tief in den Stein gehauen und durch die Wände liefen Adern aus leuchtend rotem Erz wie Blut. Passend, dachte Elara. Riven wurde nicht langsa
Elaras Leben war zu einer kompletten Scheißshow geworden! Und doch hatte er keine Angst ... nicht vor dem Wahnsinn, der zu ihrem Leben geworden war, oder vor der Tatsache, dass sie auf eigenen Beinen in eine Höhle voller Verräter und machtgieriger Lügner wandeln würde. Nein, was sie verunsicherte, war etwas viel Schlimmeres. Die Rolle, die Riven von ihr verlangt hatte. Selena und Willow hatten sie auf dieser verfluchten Reise zum Blood Court begleitet. Elara hatte noch nicht herausgefunden, wie sie mit der Sache mit der „kleinen Schwester“ umgehen sollte. Mehr als ein gelegentliches schüchternes „Hallo“ oder ein unbeholfenes „Hallo“ schaffte sie immer noch nicht. Aber nach dieser Tortur, nachdem sie sich damit befasst hatten, versprach sie sich, es zu versuchen. Willow hatte das zumindest verdient. Aber gerade jetzt? Im Moment konnte sie nur an den Plan denken. Es war mutig. Uneinsichtig. Wenn Lucan bereits Lügen verbreitete, dass Riven sie gestohlen … beansprucht hätte … dann wü
Elara stand auf dem großen, offenen, türlosen Balkon, eingehüllt in einen der dicken, pelzgefütterten Schals, die Riven ihr zuvor zugeworfen hatte. Die Bergluft war frisch, die Dämmerung nahte, und der Himmel darüber färbte sich von goldenen Farbtönen ins Marineblau. Es war Stunden her, seit der Bote verschwunden war, vom Wind verschluckt, und noch immer hatte Riven kein Wort darüber gesagt, was er vorhatte. Stattdessen warf Riven einen langen Blick auf sie, bevor Elara und Riven sofort in das offene Herrenhaus strömten, bevor er verschwand. Sie weinte direkt außer Sichtweite und ließ sie ohne ein einziges „Auf Wiedersehen“ allein zurück. Typisch. Aber als sie das unverwechselbare Knacken der schleichenden Magie durch die Schwelle unten hörte und spürte, wie die deutliche Kraft der Macht das einst leere Haus erfüllte, wusste sie, dass er es war – er kam mit Gästen zurück. Sie hatte kaum Zeit, in den wärmeren Teil des Hauses zu schlüpfen, als sie es hörte ... Ihren Namen. Kommt von







