Luna sprang sofort auf, griff nach einem Ast neben sich und schlug damit ins Gebüsch. Nichts war da. Der Nachtwind bewegte die Blätter mit einem leisen Rauschen. Luna blickte nach oben – die Baumschatten verzerrten sich in der Dunkelheit zu grotesken Formen, wie Hände, die in der Luft winkten. Wer so etwas lange genug betrachtete, für den klang selbst der Wind wie der schrille Schrei einer Frau. Ihr schossen unzählige Horrorfilme durch den Kopf – billig produziert, offensichtlich Unsinn, und trotzdem jedes Mal erschreckend genug. Wer zu lange in einer solchen Umgebung blieb, konnte sich auch ohne echte Gefahr um den Verstand bringen. Luna versuchte, den Baum vor sich zu umklammern und hinaufzuklettern. Von oben konnte sie in die Ferne schauen, eine Lichtquelle ausmachen und den Weg hinaus finden. Doch es war eine schlanke, hohe Sicheltanne – ohne Astgabeln, ohne Halt. Mit Mühe schaffte sie es gut einen Meter hoch, rutschte dann aber ab, weil ihre Arme nicht stark genug wa
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