MARIUSIch habe nicht geschlafen. Keine Minute. Die ganze Nacht über habe ich ihr Gesicht gesehen. Nicht das von Gracias, nein das von Inès. Ihre Lippen, verzogen zu diesem Lächeln, das nicht mehr das ihre war. Ihre Worte, die widerhallten, schrecklich, unwiderruflich: „Ich bin glücklich über das, was Gracias passiert. Glücklich.“Ich habe mich hundertmal in meinem Bett gewälzt, erstickt vom Schweigen, von der Erinnerung an ihre Stimme. Ich glaubte, sie zu kennen, ich glaubte, sie zu lieben wegen all dessen, was in ihr zerbrechlich, verletzt war. Aber gestern Abend hat eine Fremde zu mir gesprochen, eine Frau, die ich nicht mehr benennen kann. Und es ist diese Fremde, die meinen Alltag teilt, die mich ansieht, die meinen Namen ausspricht, als wäre nichts geschehen.Also stehe ich am Morgen mit einer Entscheidung auf, die in mir brennt: Ich muss Gracias sehen. Ich muss mich von ihren Wunden überzeugen, von ihrem Atem, von ihrem Überleben. Vielleicht, um mich selbst davon zu überzeugen,
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