ÉlianorDas Krankenhaus riecht nach Antiseptika und Angst. Ein Duft, der an der Haut, an den Kleidern haftet. Ich gehe durch die fahlen Gänge, den Schritt zu schnell, das Herz ein Eisklotz, der nicht schmelzen will. Die Erinnerung an den Kuss, die Szene in der Küche, kreist wie ein wütender Schwarm in meinem Kopf. Ich muss mich an etwas Konkretem, Düsterem, aber Vertrautem festhalten. Der Verrat eines Vaters, das ist ein Terrain, das ich kenne. Besser als das, aufwühlende eines Verlangens, das mich selbst verrät.Das Zimmer meines Vaters ist eine weiße und blaue Zelle. Er liegt da, kleiner als in meinen Erinnerungen. Schläuche schlängeln sich von seinem Arm. Eine Maschine gibt regelmäßige, monotone Pieptöne von sich, Lebenszeichen. Sein Teint, gestern wächsern und fahl, hat eine menschlichere Blässe zurückgewonnen. Seine Augen sind geöffnet. Sie folgen mir, als ich eintrete, und der Blick, der mich empfängt, ist nicht mehr der der animalischen Panik von neulich. Es ist der berechnende
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