ÉlianorDer letzte Tropfen Wasser verliert sich im Siphon und nimmt die Illusion der Reinheit mit sich. Die Stille, die das Badezimmer erfüllt, ist schwerer, anklagender als das Rauschen des Wasserstrahls. Sie dauert nur einen Moment.— ÉLIANOR!Die Stimme meiner Mutter durchdringt die Tür, eine scharfe Klinge aus Angst und Wut. Meine Muskeln erstarren. Mein Herz, kaum beruhigt, schlägt wild gegen meinen Brustkorb, ein panisches Vogel, gefangen in einem Käfig.— Élianor, komm sofort raus!Ich gehorche. Die Stille, die auf das Abstellen des Wassers folgt, ist noch schlimmer. Ich hülle mich in ein raues Handtuch, das meine Haut wie Sandpapier reibt. Innen schreit alles, blutet alles. Aber eine seltsame, tödliche Ruhe hat mich ergriffen. Der Schmerz, die Scham, die Übelkeit… alles ist komprimiert, in einer Eiskugel in meinem Magen gefroren.Als ich die Tür öffne, sind sie da. Beide. Ein Tribunal im Bademantel.Meine Mutter. Ihr Gesicht ist entstellt, aber ich lese darin nicht nur Besorgn
Última actualización : 2026-02-10 Leer más