ELSADrei Monate sind vergangen, seit ich die Zweite wurde. Drei Monate voller Zeremonien, Initiationen, Nächte auf dem Altar und auf den Bänken. Drei Monate, in denen ich lernte, die zu sein, die führt, befiehlt, gibt.Mein Körper hat sich noch einmal verändert. Die Zeichen häufen sich, überlagern sich, bilden eine Landkarte meiner Geschichte. Mein Rücken ist ein Netz weißer Narben, meine Oberschenkel tragen die Spuren der Messer, meine Brüste die Bisse von Adrien und einigen anderen, von ihm ausgewählt, von mir akzeptiert. Ich bin schön, ich weiß es. Schön wie eine Waffe, schön wie ein Werkzeug, schön wie eine Gabe.Und doch.Da ist etwas, das nicht stimmt.Ich kann es am Anfang nicht benennen. Es ist ein diffuses Gefühl, ein Unbehagen, das mit den Tagen wächst. Wie ein Riss in einer Mauer, den man nicht sieht, aber spürt, der sich erweitert, der bedroht.Es beginnt mit den Träumen.Ich träume von der Rotunde, aber sie ist leer. Die Kerzen sind aus, der Weihrauch brennt nicht mehr,
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