JustinDie Stille, die folgte, war dichter als die Nacht, die hinter den Fenstern hereinbrach. Eine Nacht ohne Sterne, erstickend, wie in der Erwartung angehalten. Sie sah mich an, die Pupillen geweitet, der Atem keuchend. Aimée war schön. Schön in ihrer Hingabe, schön in jener Fügsamkeit, die aus dem inneren Chaos entsprang. Sie verstand noch nicht, was ich aus ihr machte. Was ich formte. Sie glaubte, ich würde sie beherrschen. Doch die Wahrheit war viel heimtückischer: Ich erzog sie. Ich öffnete sie für ihre eigene Dunkelheit.Ich stand auf. Der Augenblick war trocken, schneidend. Mich ohne ein Wort von ihr zu entfernen, war mehr als ein Spiel — es war eine Auslöschung. Eine Leere. Ein willentlicher Bruch, fast chirurgisch. Ich wollte, dass sie die Luft sich verändern spürte, dass der Mangel sich in ihre Nerven fraß. Ich öffnete eine Schublade, holte eine schwarze Augenbinde aus Seide heraus, ließ sie wie eine Vorahnung durch meine Finger gleiten, dann kehrte ich zu ihr zurück.— Au
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