Annas Bauch war unnatürlich groß geworden, während sie selbst immer magerer aussah. In ihren Augen jedoch glomm ein fiebriges, aufgeregtes Leuchten. Je wilder das Kind in ihrem Leib trat, desto glücklicher schien sie zu sein, überzeugt, dass es ein kräftiger Blutklan-Nachkomme werden würde, der ihr ewigen Reichtum und Macht bringen sollte. Sie war besessen. Tag für Tag strich sie über ihren runden Bauch und murmelte leise: „Schatz, du musst Mama helfen, ihren Wunsch zu erfüllen. Wenn du nur gesund auf die Welt kommst, gehört die Position der Blutkönigin mir. Dann wird keine dieser niederträchtigen Weiber es mehr wagen, uns zu verachten!“ Jedes Mal, wenn sie das „Geheimmittel“ nahm, das ich ihr gegeben hatte, schien sie frischer und gesünder auszusehen; gleichzeitig wurde das Kind in ihrem Bauch noch unruhiger. Sie glaubte wirklich, ich hätte ihr ein besonderes Geschenk gemacht. Die Dosis, die ursprünglich einmal täglich gewesen war, nahm sie bald drei Mal am Tag. Doch
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