AnaraIch sah es zum ersten Mal an einem Mittwochnachmittag, als das Licht jenes lange, warme Spiel spielte, das es in den späten Wochen des Sommers vollführt.Ich stand im Türrahmen der Kinderstube, ohne besonderen Grund – nur mit jener gezielten Absichtslosigkeit einer Mutter, die gelernt hat, dass man vom Türrahmen aus Dinge sieht, die man vom Inneren des Zimmers aus nicht sieht. Das Kind saß in der Kinderstube genau in dem Lichtfleck, den es vom Ostfenster aus gefunden und seitdem immer wieder aufgesucht hatte. Das Buch, das es aus der Bibliothek mitgebracht hatte, lag in seinem Schoß – ein Buch, das eigentlich zu alt für das Kind war, das es aber überallhin trug, weil das Tragen selbst offenbar das war, was es wirklich interessierte.Ich beobachtete vom Türrahmen aus.Das Kind legte das Buch beiseite.Es sah auf meinen Bauch.Nicht der Blick, mit dem es den Raum im Allgemeinen betrachtete. Es war ein gezielter, direkter Fokus – derselbe, den das Kind Dingen schenkte, die sich ent
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