Richard Hale traf an einem kühlen Herbstnachmittag, zwei Wochen nach Amelias Geburt, auf dem Anwesen ein. Er kam unangekündigt, aber nicht unerwartet ein leiser Anruf bei Cassian am Abend zuvor hatte den Weg bereitet. Kein Gefolge, keine geschäftliche Agenda. Nur ein einzelner schwarzer Wagen und eine kleine, sorgfältig verpackte Geschenkbox in seinen Händen. Der Mann, der so viele Geheimnisse der Familie inszeniert hatte, stand nun in der Eingangshalle und wirkte kleiner, als Elena ihn je gesehen hatte.„Ich bleibe nicht lange“, sagte Richard mit ruhiger Stimme, unter der jedoch eine Spur Unsicherheit mitschwang. „Ich wollte nur meine Enkelin sehen. Wenn das für euch in Ordnung ist.“Elena stand neben Cassian, Amelia in einer weichen Babytrage an ihre Brust geschmiegt. Das Baby war wach, und seine dunklen Augen musterten den neuen Besucher neugierig. Das moralische Dilemma, das sie seit Monaten umkreist hatten Richards Verbrechen aufzudecken oder den Na
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