LOGINElena Voss hat vierzehn Jahre damit verbracht, sich mit ihrem arroganten, verheerend gutaussehenden Stiefbruder Cassian Hale zu streiten – dem Jungen, der sie nie in seiner Familie haben wollte. Als eine grausame Stichelei auf einer Party sie zu weit treibt, macht Elena eine unüberlegte Erklärung: Sie schläft mit Cassian. Die Lüge schlägt sofort ein wie eine Bombe. Und schlimmer noch… er hört jedes einzelne Wort. Wütend und gedemütigt stellt Cassian sie vor ein Ultimatum: Zwei Wochen lang soll sie so tun, als wäre sie seine Geliebte – oder er wird ihren Ruf für immer zerstören. Was als Strafe beginnt, entwickelt sich rasch zu einer gefährlichen Begierde. Gestohlene Küsse, heiße Nächte und eine verbotene Leidenschaft, die keiner von beiden kontrollieren kann. Doch ihre brennende Affäre bringt dunkle Familiengeheimnisse ans Licht, die weitaus finsterer sind, als sie es sich je vorgestellt hatten. Ein verborgener Bruder. Jahre verheerender Lügen. Und mächtige Feinde, die bereit sind zu töten, um die Wahrheit zu begraben. In einer Welt aus Reichtum, Verrat und Rache müssen Elena und Cassian sich entscheiden: Ist ihre Liebe stark genug, um die eigene Familie zu überleben – die Familie, die alles versucht hat, sie auseinanderzureißen?
View MoreFreitag, sieben Uhr fünfzig.Elena saß im rechten Zimmer am Tisch. Das Telefon lag vor ihr, daneben das Heft und der Bleistift.Sie hatte die Nacht nicht gut geschlafen. Nicht wegen der Arbeit, die noch vor ihr lag, sondern wegen des Gesprächs in der Tiefgarage. Sie hatte bekommen, worum sie gebeten hatte. Trotzdem ließ sich der Abstand zwischen ihr und dem Mann, den sie angerufen hatte, nicht mit einem Auftrag überbrücken.Um acht Uhr vier erschien die erste Nachricht von Brenner.Wir sind drin.Elena las die Worte und legte das Telefon wieder hin.Um acht Uhr elf kam die nächste Nachricht.Zweiter Schrank, von unten.Sie antwortete nicht. Brenner wusste, dass sie wartete.Als um acht Uhr sechsundzwanzig die dritte Nachricht eintraf, stand Elena auf.Wir sind raus.Sie ging in die Küche, setzte Wasser auf und stellte zwei Tassen auf die Arbeitsfläche. Erst als sie die zweite Tass
Elena rief um zweiundzwanzig nach neun an.Er nahm beim ersten Klingeln ab.„Ich brauche morgen um acht Ihre Hilfe“, sagte sie.Am anderen Ende blieb es still.„Wobei?“„Beim Zugang zum Archiv des Nachlasses. Brenner hat die Unterlagen geprüft. Ihr Name steht im Vertrag, und ohne Sie kommen wir nicht hinein.“„Wo sind Sie?“Elena nannte ihm die Straße.„Drittes Untergeschoss?“„Ja.“„Ich komme.“Sie wollte noch etwas sagen, doch er hatte bereits aufgelegt.Elena blieb mit dem Telefon am Ohr sitzen. Dann senkte sie die Hand und legte es auf den Beifahrersitz.Sie hatte ihn angerufen.Mehr musste sie sich in diesem Moment nicht eingestehen.Um Viertel nach zehn fuhr sie los.Die Straßen waren fast leer. Sie passierte die Oper, bog zweimal ab und erreichte die Einfahrt einer Tiefgarage. Die Schranke öffnete sich, nachdem sie ihre Karte vor
Die Uhr im rechten Zimmer zeigte zwanzig nach acht.Elena hielt das Telefon in der Hand, ohne auf das Display zu sehen. Schließlich legte sie es neben den Wasserkrug und stand auf.In der Küche machte sie kein Licht. Sie füllte Wasser in den Kessel, stellte ihn auf die Platte und wartete, bis es kochte. Dann goss sie das Wasser in eine Tasse.Sie trank nicht.Als sie ins rechte Zimmer zurückkehrte, lag Brenners Mappe noch auf dem Tisch. Die vier Verträge steckten darin, zusammen mit den Unterlagen über die Zahlungen. Elena schob die Mappe zur Seite.Ganz hinten hatte sie am Nachmittag ein gefaltetes Blatt entdeckt. Es gehörte nicht zu den Verträgen.Sie nahm es heraus und öffnete es.Drei Zeilen standen darauf.In der ersten befanden sich eine Adresse in der Innenstadt, eine Hausnummer und ein Stockwerk. Ein kurzer Zusatz beschrieb einen zweiten Eingang.In der zweiten Zeile stand ein Code aus acht
Elena kam um zwanzig nach eins zurück.Sie hängte ihre Jacke auf, ging in das rechte Zimmer und setzte sich an den Tisch. Der Wasserkrug stand noch neben den drei Gläsern. Daneben lag der Beschluss mit den beiden Unterschriften.Sie schob das Glas beiseite und nahm ein leeres Blatt.Oben schrieb sie das Datum.Darunter begann sie mit der Erklärung für Vivienne.Sie hielt sich an die Reihenfolge der Ereignisse. Was sie selbst gesehen hatte, beschrieb sie als Beobachtung. Was Vivienne ihr erzählt hatte, kennzeichnete sie als Aussage. Wo ihr ein Beleg fehlte, schrieb sie das ausdrücklich dazu.Sie fügte keine Vermutungen hinzu. Sie erklärte nicht, was Vivienne ihrer Meinung nach beabsichtigt hatte. Sie hielt lediglich fest, welche Informationen vorlagen und welche Fragen noch offen waren.Als sie fertig war, las sie das Blatt zweimal.Dann strich sie einen Satz, weil er eine Schlussfolgerung enthielt, die sich nicht belegen ließ. Den Rest ließ sie stehen.Sie rief Frau Dehmel.Die Mitarb
Der Boardroom von Hale Enterprises roch nach poliertem Mahagoni, starkem Kaffee und kaum verhüllter Panik. Sonnenlicht schnitt durch die vom Boden bis zur Decke reichenden Fenster und beleuchtete den langen Tisch, an dem neun ernste Gesichter Cassian und Elena beobachteten, als sie eintraten. Richa
Der private Salon fühlte sich enger an, als er war. Die schweren Samtvorhänge und antiken Möbel rückten wie Zeugen eines Prozesses näher. Elenas Hand blieb in Cassians festem Griff gefangen – warm, ruhig und das Einzige, was sie erdete, während Richard Hales Worte nachhallten.„Amelias Großeltern“,
Das Kleid schmiegte sich wie eine zweite Haut an Elena smaragdgrüne Seide, die sich um ihre Füße bauschte und unter den Lichtern des Ankleidezimmers schimmerte. Sie starrte auf ihr Spiegelbild, ihre Finger zitterten, als sie die Diamantohrringe befestigte, die Sophia gehörten. Heute Abend war es ni
Das Morgenlicht stach wie ein Vorwurf durch die schweren Vorhänge des Gästezimmers. Elena lag da und starrte an die Decke, ihr Seidennachthemd hatte sich um ihre Beine gewickelt nach einer schlaflosen Nacht. Jedes Mal, wenn sie die Augen schloss, sah sie Cassians sturmumwölkten Blick und hörte sein











