Sophie nickte langsam, doch ihr Blick wich nicht von Annes Gesicht. Sie spürte, dass etwas nicht stimmte – das hatte sie schon immer gewusst, diese Freundin, die sie besser kannte als jeder andere, die sie wie ein offenes Buch lesen konnte. Trotzdem hakte sie nicht nach. Sie respektierte das Schweigen, die Zurückhaltung, die Verlegenheit. Sie legte Anne einfach die Hand auf den Arm, eine schlichte Geste, die Bände sprach.„Du weißt, dass du mich anrufen kannst, oder?“, sagte sie leise. „Jederzeit, wegen allem. Sogar mitten in der Nacht. Ich bin hier, Anne. Ich habe mich nicht bewegt.“Anne nickte, unfähig zu sprechen. Tränen brannten hinter ihren Lidern, und sie kämpfte mit aller Kraft dagegen an. „Ich weiß“, murmelte sie. „Danke.“Sie wechselten ein paar Höflichkeiten, um das Thema zu wechseln – Arbeit, Kinder, Wetter. Dann warf Sophie einen Blick auf die Uhr, entschuldigte sich und ging mit ihrem Einkaufswagen davon. Bevor sie im Gang verschwand, drehte sie sich noch einmal um. „Ann
Read more