Der zweite Termin ist erst um zwei.Das heißt, der Vormittag gehört uns, und Jonas füllt ihn, indem er bis Mittag verschwindet, mit irgendetwas Vagem über einen Kontakt, den er sehen muss. Ich glaube ihm das keine Sekunde lang, widerspreche aber nicht, weil Jonas eben Jonas ist und das nie ohne Grund.Damit bleiben mir Lucian und der Frühstücksraum des Hotels um halb neun.Er ist schon da, als ich runterkomme. Ein Tisch in der Ecke, Kaffee, sein Handy mit dem Display nach unten – also arbeitet er noch nicht, was selten ist, soweit ich gelernt habe. Er sieht auf, als ich reinkomme, und schaut nicht weg, obwohl er es könnte, obwohl er das manchmal tut, wenn er Abstand braucht.Heute nicht.„Setz dich“, sagt er.Keine Frage. Nicht ganz ein Befehl. Einfach: Setz dich.Ich setze mich.Der Frühstücksraum ist halb voll. Leise Gespräche, das Geräusch der Kaffeemaschine, grauer Berliner Morgen durch die hohen Fenster. Ein Kellner kommt, und ich bestelle Kamillentee, einfaches Toastbrot und Obs
Zuletzt aktualisiert : 2026-07-03 Mehr lesen