Er hebt den Kopf, und in seinen Augen sehe ich Tränen. Tränen, die noch nicht fließen, aber die am Rand der Wimpern glitzern, zurückgehalten von einem letzten Rest männlichen Stolzes. Der Eiskönig, der Mann, der seit der Ermordung seiner Familie nie geweint hat, der Mann, der seinen Ruf auf Grausamkeit und Kaltblütigkeit aufgebaut hat, steht am Rande der Tränen. Weil ich mich ihm hingegeben habe. Weil ich meine Hand auf seine Brust gelegt, weil ich seine Narbe gestreichelt, weil ich ihn zärtlich geküsst habe. Und genau in diesem Augenblick, als ich diese zurückgehaltenen Tränen in seinen Sturm-Augen sehe, verstehe ich etwas Wesentliches. Was ich für ihn empfinde, ist nicht länger nur Verlangen, nicht länger nur eine krankhafte Faszination oder eine Abhängigkeit meines Körpers. Es ist etwas Tieferes, Wahreres, Dauerhafteres. Etwas, das seltsam dem ähnelt, was ich immer Liebe genannt habe, aber mächtiger, brennender, totaler.
Last Updated : 2026-07-29 Read more