MasukBIS DU ZU MIR KAMST Zusammenfassung Lyanna, Prinzessin von Valcourt, liebt Eryk seit ihrer Kindheit. Doch um ihr belagertes Volk zu retten, muss sie den Feind heiraten: König Kael, einen erbarmungslosen Eroberer, den man den Eiskönig nennt. Sie hasst ihn aus tiefster Seele und schwört sich, niemals nachzugeben. Die Hochzeitsnacht nimmt eine unerwartete Wendung: Kael zwingt sie nicht. Er stellt eine einzige Regel auf: Sie wird jede Nacht sein Bett teilen, bis sie aus freien Stücken zu ihm kommt. Von da an entspinnt sich ein langsames, furchteinflößendes Ritual der Verführung, eine Mischung aus Geduld, sinnlicher Spannung und gegenseitiger Entdeckung. Hin- und hergerissen zwischen Eryk, der alles versucht, um sie zurückzugewinnen, und diesem eisigen König, der gegen ihren Willen ihren Körper erwachen lässt, gerät Lyanna ins Wanken. Doch im Schatten braut sich eine Verschwörung zusammen. Prinz Darius, Kaels eifersüchtiger Bruder, und Lady Isadora, seine verschmähte Mätresse, bereiten einen blutigen Staatsstreich vor. Als Gift und Schwerter drohen, rettet Lyanna Kael. Daraufhin offenbart er ihr seine geheimen Wunden, und das Eis zwischen ihnen bricht endgültig. Sie ist nicht länger seine Gefangene, sondern seine Partnerin, seine Ebenbürtige. Die endgültige Entscheidung ist herzzerreißend: Eryk, frei, fleht sie an, mit ihm fortzugehen. Sie lehnt ab. Ihr Herz hat sich für den Eiskönig entschieden, der für sie zu einem liebenden Mann geworden ist. Von einer geopferten Königin wird sie zu einer glücklichen Königin. Die Dreiecksbeziehung löst sich in Ehre und Frieden auf.
Lihat lebih banyakLyanna
--- Der Rauch steigt noch immer aus den Vorstädten von Valcourt auf, als ich den Ratssaal betrete. Der beißende Geruch von verbranntem Holz dringt durch die schlecht abgedichteten Fenster, vermischt sich mit dem kalten Schweiß der Minister, mit der Angst, die seit einundzwanzig Tagen aus den Steinmauern sickert. Einundzwanzig Tage, an denen die schwarzen Banner mit dem silbernen Wolf vor unseren Stadtmauern wehen. Einundzwanzig Tage, an denen ich aus Solidarität mit meinem Volk mit leerem Magen einschlafe. Mein Vater ist am Ende des Tisches zusammengesunken. Seine Hände zittern auf dem abgenutzten Holz. Er hat seit einer Woche nicht geschlafen. Ich weiß es, weil ich es auch nicht habe. Die Ringe unter meinen Augen sind so tief eingegraben wie die Wangen der Kinder, die ich gestern im Tempelhof gesehen habe – still, resigniert, die Augen viel zu groß in ihren abgemagerten Gesichtern. Kanzler Orvyn weicht meinem Blick aus. „Prinzessin Lyanna, nehmt Platz", murmelt er. Ich setze mich nicht. Mein ganzer Körper ist gespannt wie eine Bogensehne. „Wie viele Tage bleiben uns noch?" Mein Vater hebt den Blick. Seine Augen sind rot, von trockenen Tränen umrandet. „Keine. König Kael hat heute Morgen einen Abgesandten geschickt." Mein Herz setzt aus. Eine Sekunde. Zwei. Dann schlägt es weiter und hämmert gegen meine Rippen wie eine verzweifelte Faust. „Ein Friedensangebot", fährt Orvyn fort und entrollt eine Pergamentrolle. „Sofortig. Ohne Tributforderungen oder militärische Besatzung." Ich spüre die Falle, noch bevor er den Mund öffnet. Ich spüre sie in der lastenden Stille, in der Hand meines Vaters, die sich verkrampft, in dem Schweißtropfen, der an der Schläfe des Kanzlers glitzert. „Im Austausch wogegen?" „Eure Hand, Prinzessin." Meine Hand. Mein Körper. Mein ganzes Leben. Der Raum schwankt. Ich schüttle ungläubig und wütend den Kopf, mein Blut kocht in meinen Adern. „Er belagert mein Königreich, er lässt mein Volk hungern, er beschießt meine Vorstädte und er wagt es, um meine Hand anzuhalten? Sagt ihm, dass ich ablehne. Sagt ihm, dass ich lieber mit der Waffe in der Hand sterbe." Ich stürme hinaus und knalle die Tür zu, die Wangen glühend, die Kehle zugeschnürt. Meine Schritte hallen auf den eiskalten Fliesen wider. Ich laufe zu meinen Gemächern, zu der einzigen Person, die diese Wut lindern kann, die mich verzehrt. Zu Eryk. Aber ich erreiche ihn nicht. Vor meiner Tür wartet ein Mann auf mich. Ein Soldat Kaels. Riesig. Eine alte Narbe durchzieht sein Gesicht. Er trägt keine Rüstung, nur eine schwarze Tunika mit dem Wappen des Wolfes. In seiner behandschuhten Hand ein kleineres, diskreteres Schreiben als die offizielle Botschaft. „Von Seiner Majestät." Ich sollte dieses Pergament zerreißen. Es mit Füßen treten. Ihm meine Weigerung ins Gesicht schleudern. Aber meine Finger schließen sich dennoch um das Papier. Ich entfalte es. Die Handschrift ist präzise, aristokratisch, jeder Buchstabe mit absoluter Beherrschung gezogen. Ein Wort von dir, und ich verschone dein Volk. Eine Weigerung, und ich mache Valcourt dem Erdboden gleich. Jeden Stein. Jeden Turm. Jede Erinnerung. Du hast drei Tage, um zu wählen. Danach gibt es überhaupt keine Wahl mehr. – Kael Ich hebe den Blick. Meine Stimme zittert, aber es ist vor Wut. „Schreibt Euer König immer an seine Opfer, bevor er sie zermalmt?" Der Mann zuckt nicht mit der Wimper. „Seine Majestät schreibt selten. Wenn er es tut, ist er sich der Antwort bereits sicher." Er verbeugt sich und verschwindet im Treppenhaus. Ich lehne mich gegen die eiskalte Wand, das Herz pochend, das zerknüllte Pergament in meiner geballten Faust. Und plötzlich erinnere ich mich. Sechs Monate zuvor. Der Gipfel der benachbarten Königreiche. Ein Raum voller Diplomaten und Prinzen. Kael war da, an eine Säule gelehnt, schweigend, im Hintergrund. Ich hatte kein Wort mit ihm gesprochen. Aber ich hatte ihn gespürt. Seinen Blick auf mir. Schwer, beharrlich, magnetisch. Ein Blick, der auf meinem Nacken verweilte, wenn ich den Kopf drehte, auf meinen Lippen, wenn ich sprach, auf meinen Händen, wenn ich gestikulierte. Ein Blick, der mich weit mehr verwirrt hatte, als ich zugeben wollte. Ich erinnere mich, wie meine Wangen ohne Grund zu glühen begannen, mein Atem kürzer wurde, meine Finger sich fester um meinen Kelch schlossen. Ich erinnere mich, dass ich diesen Saal fluchtartig verließ, das Herz klopfend, weil etwas in mir auf diesen stummen Blick geantwortet hatte. Etwas Animalisches, Instinktives, das ich sofort unter meinem Stolz erstickt hatte. Der Bote hat es vorhin Orvyn bestätigt, in einem Flüstern, das ich beim Weggehen aufgeschnappt habe: Er sah Euch nicht wie eine Feindin an, Prinzessin. Er verschlang Euch mit den Augen. Er verschlang mich mit den Augen. Und jetzt will er den Rest. Meine Haut kribbelt bei diesem Gedanken. Nicht nur vor Angst. Vor etwas anderem, etwas Unaussprechlichem, das ich nicht benennen will. Etwas, das einer gefährlichen Neugier gleicht, einer entsetzten Faszination. Wie würden sich seine Hände auf mir anfühlen, diese Hände, die eine Armee in ihrer Handfläche halten? Wie wäre sein Atem an meinem Nacken, dieser Atem, der über das Schicksal von Königreichen entscheidet? Mein Bauch zieht sich zusammen, und ich verabscheue dieses Gefühl, stoße es mit aller Macht von mir, aber es ist da, heimtückisch, hartnäckig wie Glut unter der Asche. Drei Tage. Ich habe drei Tage, um mich zwischen meinem Volk und meiner Freiheit zu entscheiden. Zwischen meiner Pflicht und meinem Herzen. Zwischen Hass und etwas, das ich noch nicht verstehen will. ---Am Nachmittag gehen wir in den Gärten spazieren. Caelan läuft vor uns, jagt Schmetterlinge, pflückt Blumen, fällt hin und steht wieder auf, ohne je zu weinen. Cassian und ich gehen Hand in Hand und sprechen über alles und nichts. Über die laufenden Reformen, die Neuigkeiten aus dem Königreich, die Briefe von Kael, der wieder auf Reisen ist, über unser Leben, unsere Liebe, unsere Zukunft. — Erinnerst du dich, sage ich, an den ersten Spaziergang, den wir in diesen Gärten gemacht haben? — Ich erinnere mich. Du warst meine Gefangene, und du hast mich gehasst. — Und du warst ein Tyrann, und du hast mir Angst gemacht. — Und jetzt? — Jetzt bist du mein Mann, der Vater meines Sohnes, der Mann, den ich liebe. Er bleibt stehen und nimmt mich in seine Arme. — Und du bist meine Frau, die Mutter meines Sohnes, die Frau, die ich liebe. Und
Aelys Die glücklichen Tage sind keine außergewöhnlichen Tage. Es sind keine Tage des Festes, der Feier, der großen Ereignisse. Es sind einfache Tage, gewöhnliche Tage, Tage, die dahinfließen wie das Wasser eines ruhigen Flusses. Und in dieser Einfachheit finde ich das reinste Glück. Es ist jetzt drei Jahre her, dass Caelan geboren wurde. Drei Jahre schlafloser Nächte, Windelnwechseln, Fieberpflegen, erster Schritte, erster Worte, erster Lächeln. Drei Jahre intensiven Glücks, manchmal erschöpfend, immer wunderbar. An diesem Morgen wache ich vor der Morgendämmerung auf. Cassian schläft noch neben mir, seinen Arm um meine Taille gelegt, sein Gesicht entspannt, friedlich. Ich bleibe lange liegen und betrachte ihn, höre seinen langsamen, regelmäßigen Atem, spüre die Wärme seines Körpers gegen meinen. Er hat sich verändert in diesen drei Jahren. Die Falten um seine Augen haben sich vertieft, silberne Fäden durchzi
Ich reiche ihr das Kind, und sie nimmt es an sich. Sie betrachtet es, und ich sehe Tränen über ihre Wangen laufen. Tränen der Freude, der Erleichterung, der Liebe. — Wie sollen wir ihn nennen? fragt sie. — Ich weiß nicht. Ich habe nicht daran gedacht. — Ich auch nicht. Wir lachen, ein schwaches Lachen, ein bewegtes Lachen, ein Lachen von Eltern, die noch nicht wissen, wie sie ihr Kind nennen sollen. — Caelan, sage ich plötzlich. Wie mein Vater, aber besser. Wie ein Neuanfang. — Caelan, wiederholt Aelys. Das gefällt mir. Ich beuge mich zu ihr und küsse ihre Stirn, ihre Wangen, ihre Lippen. — Danke, murmle ich. Danke, dass du mir diesen Sohn geschenkt hast. — Danke, dass du mir diese Liebe geschenkt hast. Ich betrachte meinen Sohn, und ich weine. Ich halte meine Tränen nicht zurück, ich versuche nicht, sie zu verbergen. Ich weine v
Cassian und ich haben lange über die Wahl des Paten diskutiert. Wir hätten einen einflussreichen Adligen wählen können, einen politischen Verbündeten, einen ausländischen König. Aber wir haben Kael gewählt. Weil er Familie ist. Weil er sich verändert hat. Weil wir wollen, dass Caelan umgeben von Liebe aufwächst, nicht von Politik. Der Priester nimmt Weihwasser und gießt es sanft auf Caelans Stirn. Das Kind regt sich ein wenig, aber es weint nicht. Es öffnet die Augen, und sein Blick trifft den des Priesters. — Caelan, ich taufe dich im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Möge dieses Wasser deine Sünden abwaschen, und mögest du in die Gemeinschaft der Gläubigen eintreten als ein reines und unschuldiges Wesen. Er zeichnet ein Zeichen auf die Stirn des Babys mit heiligem Öl und wendet sich dann der Versammlung zu. — Mögen alle hier Anwesenden sich

















