ThéoSechs Monate später erhalte ich einen Brief.Er liegt auf dem Küchentisch, ein weißer, quadratischer, schlichter Umschlag. Mein Name ist von Hand darauf geschrieben, in einer Schrift, die ich sofort erkenne. Die Schrift meines Vaters. Mein Herz bleibt stehen, meine Hände zittern, meine Kehle schnürt sich zu. Sechs Monate. Sechs Monate ohne ein Wort, ohne ein Zeichen, ohne eine Nachricht. Sechs Monate, in denen ich in der Abwesenheit lebte, im Mangel, im Warten. Und nun taucht diese Schrift, dieser Name, diese Vergangenheit wieder auf.Édouard ist im Garten, er werkelt, er pflanzt, er ist beschäftigt. Er hat mich nicht gesehen. Ich könnte den Brief wegwerfen, ihn vergessen, mein Leben weiterleben. Aber ich kann nicht. Ich öffne ihn.»Théo,ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Ich weiß nicht, ob du diesen Brief lesen wirst. Ich weiß nicht, ob du noch von mir hören willst. Aber ich muss es versuchen. Ich muss mit dir sprechen. Ich muss dir sagen, was ich an jenem Abend nicht sagen
Last Updated : 2026-08-19 Read more