Daddy und ich

Daddy und ich

last updateZuletzt aktualisiert : 14.07.2026
Von:  DéesseGerade aktualisiert
Sprache: Deutsch
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Zusammenfassung

Süße Romantik

18+

Hexe

CEO

Milliardäre

Arrogant

Affäre

Vergebung

Campus

Die freiwillige Sklavin Blanche Sterling wird im Club „L'Œil" von Damien Cross enttarnt und willigt in einen dreißigtägigen Pakt ein: ihm gehorchen, ihm gehören. Er nimmt ihr das Augenlicht, zeichnet ihren Körper mit Hitze und Peitsche. Jedes „Daddy" ist tiefere Hingabe. Doch unter Leder und Befehlen wird es mehr. Seine Hand wird zärtlich, er verliert die Kontrolle, zittert. Dann der Verrat: Er reißt ihr das Halsband ab – die Leere ist schlimmer als alle Schläge. Als der Club in Flammen steht, rettet sie ihn. In der Genesung kehrt sie die Macht um: „Heute Abend, Daddy, habe ich das Kommando." Das Verlangen bleibt, brennender denn je. Das Spiel beginnt von Neuem und wird niemals enden.

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Kapitel 1

Kapitel 1: Die Maske

Blanche

Das Erste, was mich trifft, als ich die Tore von L'Œil durchschreite, ist der Geruch.

Ich war auf alles vorbereitet. Auf Schweißgeruch, auf billige Parfums, die die Ausschweifung schlecht überdecken, auf den beißenden Gestank der Hinterzimmer, in die ich für andere Recherchen eingedrungen war. Doch hier, nichts von alledem. Die Luft ist gesättigt von edlem Leder, von Bienenwachs, das von Hunderten Kerzen erwärmt wird, von einem Duft sauberer Haut, vermischt mit etwas Animalischerem, Tieferem. Ein Geruch von Macht.

Die Halle öffnet sich vor mir wie eine unterirdische Kathedrale, gegraben in die Eingeweide Bostons. Die Decken verschwinden in einem Halbdunkel, das die Kandelaber nie ganz durchdringen. Purpurne Wandbehänge, dick wie Leichentücher, fallen kaskadenartig von den Simsen. Die Wände sind mit halbdurchlässigen Spiegeln bedeckt, hinter denen ich Präsenzen erahne, Blicke, stumme Urteile. Die Musik ist ein langsamer, organischer Bass, der durch den schwarzen Marmorboden aufsteigt und in meine Knochen sickert, den Rhythmus meines Herzens ohne meine Erlaubnis verändernd.

Ich heiße heute Abend Eva.

Eva existiert nicht. Eva ist ein Konstrukt, eine maßgeschneiderte Lüge für diese Welt. Ein schwarzes Etuikleid, das jede Rundung wie eine zweite Haut umschmeichelt. Pumps, die mit einer Autorität auf den Marmor schlagen, die ich nicht besitze. Ein kalter Blick, dunkelrot bemalte Lippen, ein Hüftschwung, der verkündet: Ich bin hier am richtigen Platz, während jede Faser meines Wesens das Gegenteil schreit.

Ich wiederhole mein inneres Mantra, während ich die monumentale Treppe hinabsteige, die zum Hauptsaal führt. Ich bin Eva. Kunstberaterin. New Yorkerin. Neugierig, aber nicht leicht zu beeindrucken. Ich bin hier, um zu beobachten, nichts weiter.

Die Stufen sind breit, poliert von Tausenden Schritten vor den meinen. Jede Stufe senkt mich tiefer in eine Welt, die Gesetzen gehorcht, die ich noch nicht kenne. Das schmiedeeiserne Geländer ist kalt unter meiner feuchten Handfläche. Ich zähle die Stufen, um Haltung zu bewahren. Zwölf. Vierundzwanzig. Sechsunddreißig. Der Club entfaltet sich allmählich vor mir, wie ein Gemälde, das sich fragmentweise enthüllt.

Körper sind überall.

Das ist keine Redewendung. Es ist eine Realität, die mich am Fuß der Treppe mit der Gewalt eines Faustschlags ins Brustbein trifft. Nackte Körper, halb bekleidete Körper, angekettete Körper, kniende Körper. Eine Frau durchquert auf allen Vieren den Raum, völlig nackt, an der Leine gehalten von einem Mann im Dreiteiler, der sich mit einem anderen Gast unterhält, als wäre nichts dabei. Sie trägt eine Ledermaske, die nur ihre Lippen sehen lässt, leicht geöffnet, und ihr Rücken ist von frischen Striemen gezeichnet, rote Linien, die eine Geografie willentlich erlittenen Leidens zeichnen.

Niemand schaut weg. Niemand reagiert. Kein Stirnrunzeln, kein schockiertes Murmeln. Es ist normal hier. Es ist die Kulisse, die lebende Dekoration einer Welt, die unsere Gesetze nicht kennt, die ihre eigenen geschaffen hat, älter, dunkler, vielleicht ehrlicher.

Mein Notizbuch ist in meinem Kopf. Mein Diktiergerät ist in der Wohnung geblieben, zu riskant. Also graviere ich jedes Detail mit der manischen Präzision des verdeckten Journalisten in mein Gedächtnis. Die halbdurchlässigen Spiegel, die die Nordwand bedecken, vom Boden bis zur Decke. Wie viele Personen dahinter? Wer schaut zu? Die Anordnung der Räumlichkeiten: die erhöhte Bühne in der Mitte, die halbkreisförmigen Alkoven, die massive Mahagonibar rechts, die verborgenen Treppen, die zu verbotenen Stockwerken führen. Die Männer, stehend, Glas in der Hand, die beobachten ohne zu berühren, Fleischsammler, die auf ihre Stunde warten. Die Frauen, auf Samtkissen kauernd, funkelnde Halsbänder an der Kehle, gesenkte Blicke, Hände auf den Schenkeln in einer Haltung der Erwartung, die mehr an Kunstwerke als an Menschen erinnert. Einige tanzen, nackt, Seidenbänder um die Handgelenke geknotet, ihre Bewegungen hypnotisch, ihre Augen leer oder ekstatisch – ich kann den Unterschied noch nicht erkennen.

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