Punkt acht Uhr erhalte ich eine SMS. Unterdrückte Nummer, keine Unterschrift. Heute Abend, zwanzig Uhr. Dieselbe Tür. Komm nicht zu spät. Keine Höflichkeitsformel. Keine Drohung. Nur der Befehl, nackt, unerbittlich. Er weiß, dass ich gehorchen werde. Er weiß, dass ich den Tag damit verbringen werde, mich in den Netzen meiner eigenen Angst zu winden, alle Auswege in Betracht zu ziehen, um sie einen nach dem anderen zu verwerfen, und dass ich zur festgesetzten Stunde vor seiner Tür stehen werde, weil ich keinen anderen Ausweg gefunden haben werde. Ich verbringe den Tag wie ein Automat. Eine brennend heiße Dusche, die nichts erwärmt. Einen Kaffee, den ich nicht trinke, der in seiner Tasse kalt wird. Kleider, gefaltet in einem Koffer, von dem ich nicht weiß, ob ich ihn mitnehmen werde, mechanische Gesten einer Reisenden ohne Ziel. Um zwölf Uhr rufe ich meine Mutter an. Ich sage ihr, ich fahre auf eine Reportage ins Ausland, sei eine Zeitlang nicht erreichbar, ich liebe sie. Meine
Zuletzt aktualisiert : 2026-07-14 Mehr lesen