Die Nacht war still, auf eine Weise, die bedrohlich und bedrückend wirkte, als hielte die ganze Stadt den Atem an. Julians Wohnung war düster, Schatten sammelten sich in den Ecken, das leise Summen der Heizung war das einzige Geräusch neben dem sanften Rascheln der Laken. Amelia stand in der Türschwelle, vom Licht des Flurs umrahmt, ihr Haar fiel in Wellen um ihre Schultern. Sie hielt inne, holte tief Luft, die Augen weit aufgerissen und suchend.„Ich kann das nicht mehr“, sagte sie mit zitternder Stimme. „Nicht so, nicht heimlich, nicht vor aller Augen.“ Julians Hände lagen bereits an ihrer Taille, zogen sie hinein und schlossen die Tür hinter ihnen. „Dann tu es nicht“, sagte er leise und rau, „nicht so. Mit mir. Nur mit mir.“Sie erstarrte, Unsicherheit spiegelte sich in ihren Zügen. „Aber die Welt … sie kümmert sich nicht um uns. Sie wird uns nicht …“„Schh“, unterbrach er sie und legte ihr einen Finger auf die Lippen. „Sprich nicht. Nicht heute Abend. Niemals, wenn es irgendwie g
Última actualización : 2026-08-13 Leer más