Sie klopfte am nächsten Morgen um neun Uhr an die Tür der Bibliothek.Nicht Reeds Klopfen – Reeds Klopfen war präzise, dreimal, mit gleichmäßigen Abständen, das Klopfen eines Mannes, der über zwanzig Jahre hinweg seine ganz eigene Art entwickelt hatte. Dieses hier war anders. Zwei Klopfer, leicht unregelmäßig, das Klopfen eines Menschen, der beschlossen hatte, es zu tun, bevor er sich ganz zu dieser Entscheidung durchringen konnte.„Komm rein“, sagte ich.Sie kam herein.Sie trug andere Kleidung als gestern – sie hatte ausgepackt und sich inzwischen genug eingelebt, um sich umzuziehen, was für sich genommen schon eine gewisse Information war. Ihre Hände lagen um eine Tasse Tee, die Reed ihr vermutlich gegeben hatte, und sie betrachtete den Raum so, wie sie ihn gestern betrachtet hatte – Sebastians Bücher in den Regalen, das Fenster, den neu positionierten Sessel.Dann sah sie mich an.„Darf ich?“, fragte sie und deutete auf den Stuhl mir gegenüber.„Bitte“, sagte ich.Sie setzte sich.
Last Updated : 2026-09-14 Read more