Der Winter legte sich in diesem Jahr langsam und ohne Eile über die Stadt.Elara wachte an einem dieser stillen Morgen auf, an denen das Licht hinter den Gardinen milchig und weich war. Kein grelles Weiß, kein hartes Grau. Nur ein blasses, geduldiges Silber, das die Umrisse des Zimmers behutsam sichtbar machte. Lucien schlief noch. Ein Arm lag schwer und warm über ihrer Taille, sein Gesicht war in das Kissen gedrückt, der Atem ging tief und gleichmäßig gegen ihren Rücken. Sie lag ganz still und lauschte.Dem fernen Rauschen der Straße, die nie ganz verstummte.Dem leisen, unregelmäßigen Knacken der Heizung.Dem Herzschlag hinter ihr – ruhig, zuverlässig, real.Es war kein besonderer Tag. Kein Jahrestag. Kein Datum, das man im Kalender markierte. Kein Morgen, der nach großem Abschied oder großem Beginn schmeckte. Nur ein weiterer Tag in einem Leben, das sie sich aus freien Stücken gebaut hatten. Und genau deshalb fühlte er sich wichtig an.Sie drehte sich vorsichtig um. Luciens Augen ö
Última atualização : 2026-10-10 Ler mais