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PhloxPe
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Romane von PhloxPe

Techno-Collection

Techno-Collection

AbenteuerModernIntelligentParalleluniversum
Die Zukunft beginnt nicht mit großen Revolutionen. Sie beginnt im Badezimmer. Am Berg. Auf dem Weg zur Arbeit. Ein smarter Rasierer denkt für dich mit. Ein Exoskelett bringt dich weiter, als du je gegangen bist. Ein Gehweg bewegt dich, ohne dass du einen Schritt machst. Alles wird einfacher. Effizienter. Bequemer. Doch irgendwo zwischen Komfort und Kontrolle verschiebt sich etwas. Unmerklich. Leise. Unaufhaltsam. Die Techno-Collection, bestehend aus acht Kurzgeschichten, zeigt keine allzu ferne Zukunft – sondern eine, die schon begonnen hat. Geschichten: Das Exoskelett, Der Nanitenrasierer, Der elektrische Gehweg, Die selbstreinigende Küche, Staub und Stille, Passepartouts Beobachtung (samt ASCII-Sternkarte), Wendekinder II - Musikkassetten, Das Gelenkflugzeug
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Chapter: Story 9 (von 9)
Das Gelenkflugzeug Neulich hörte ich von einem Traum. Eine Podcasterin träumte, in einem Passagierflugzeug zu sitzen, das etwa in der Mitte des Rumpfes ein Gelenk aufwies, ähnlich einem Gelenkbus. Bei einem Gelenkbus, umgangssprachlich auch Knickbus genannt, verbindet ein flexibler, witterungsfester Faltenbalg den Vorder- und Hinterwagen. In dem Traum der Podcasterin befand sich der Faltenbalg etwa zehn Meter hinter dem Tragflügel, jedoch noch deutlich vor dem Höhen- und Seitenleitwerk. Der hintere Teil des Flugzeugs musste demnach über eine Deichsel-Konstruktion mit dem vorderen Teil verbunden sein, wobei die Verbindung durch einen Drehkranz und Gleitlager erfolgte. Mein erster Eindruck war, dass Passagiere im hinteren Teil des Flugzeugs den Korridor beim Durchfliegen von Radien abknicken sehen müssten. Das erinnert an den Gelenkbus, bei dem die Passagiere aus ihrer Perspektive hin- und herschaukeln. Eine amüsante Vorstellung, wie ich finde. Auch mit meinen dreiundvierzig Lenzen
Zuletzt aktualisiert: 2026-08-16
Chapter: Story 8 (von 9)
Die Zukunft fährt hinterher Dominik fuhr auf der Bundesstraße 194 in Richtung Loitz. Hinter ihm lag ein ruhiger, erholsamer Tag, den er im idyllischen Dorf Ivenack verbracht hatte. Stundenlang hatte er den Naturpark erkundet. Er war auf den Baumwipfelpfad gestiegen und hatte dem Damwild zugesehen. Besonders die gewaltigen, alten Stieleichen hatten ihn beeindruckt. Ein Exemplar, das er besonders schön gewachsen fand, war schätzungsweise 600 bis 700 Jahre alt. Zwischen den mächtigen Stämmen der Eichen und Buchen hatte er beinahe vergessen, dass es eine Welt außerhalb dieses stillen Waldes gab. Nun holte ihn die Realität wieder ein. Ein Warnton ertönte, und Dominik warf einen Blick auf das Display seines Elektroautos. Dort standen in digitalen Ziffern noch zehn Kilometer Restreichweite. „Verdammt“, murmelte er in den Innenraum seines Wagens hinein. Er erinnerte sich sofort an die Ladesäulen auf dem Parkplatz in Ivenack, an denen er besser hätte laden sollen. Doch er war so sehr in d
Zuletzt aktualisiert: 2026-04-23
Chapter: Story 7 (von 9)
Wendekinder II Musikkassetten Bandsalat quillt aus quadratischen Öffnungen. Hat sich das Magnetband einmal unbeabsichtigt von den Spulen abgewickelt, behilft man sich mit einem Bleistift. T-Shirts, welche unlängst in Online-Stores angeboten werden und ein Paar aus Musikkassette und Bleistift zeigen, vermitteln ein schiefes Bild. Ein Bleistift ist viel zu dünn, um die kleinen Rädchen zuverlässig und rutschfrei drehen zu können. Eine bessere Methode, das Band wieder aufzuspulen, ist, einen BIC Cristal in das Löchlein zu stecken und zu drehen. Der BIC Cristal ist der Klassiker unter den Kugelschreibern. Mit dem durchsichtigen und sechskantigen Schaft kann man die Zähne des Kassettenrädchens am besten anschubsen. Dieser Tipp kommt zu spät, meinen Sie? Viele Tipps kommen zu spät. Dass Kassetten auf der Oberseite zwei Aussparungen haben, die dem Kopierschutz dienen, habe ich erst erfahren, als die Compact Disc der Music Cassette so langsam den Garaus machte. Das war ungefähr Mitte der
Zuletzt aktualisiert: 2026-04-23
Chapter: Story 6 (von 9)
Passepartouts Beobachtung Die Teleskope Fogg und Passepartout waren auf denselben Punkt gerichtet. Ein roter Zwergstern im Sternbild Widder: Teegardens Stern. Unspektakulär. Fast unsichtbar. Seit Jahrzehnten waren seine Koordinaten vermessen und katalogisiert — Rektaszension¹ 2 Stunden 53 Minuten, Deklination² +17 Grad. Ein Stern, etwas abseits der Ekliptik. Mit einer scheinbaren Magnitude³ von 15,1 war Teegardens Stern kaum mehr als ein dunkler Stecknadelkopf im noch dunkleren Sternenhimmel. Doch Instrumente wie Fogg, ein irdisches Teleskop, machten ihn auffindbar. „Mehr Kontrast“, sagte Kuno leise, als seine Kollegin von Fogg auf Passepartout, ein Teleskop im Orbit um Teegardens Stern, umschaltete. Mara reagierte, ohne zu antworten. Filter griffen ineinander, Algorithmen zogen Konturen aus dem Rauschen. Auf den Monitoren verdichtete sich das Bild. Eine Röhre trat hervor. Kuno und Mara saßen reglos vor dem Monitor, während Passepartout ihre Blicke führte. Vier astronomische
Zuletzt aktualisiert: 2026-04-23
Chapter: Story 5 (von 9)
Staub und Stille Artur saß auf einem Klappstuhl im Vorzelt der Mondstation. Den Helm hatte er abgenommen; das Vorzelt war luftdicht mit der Station verbunden, wurde jedoch mit vergleichsweise niedrigem Luftdruck beaufschlagt. Es diente als Staubfänger zwischen Außenwelt und Habitat. Trotzdem trug er eine eng anliegende Schutzmaske. Der feine Mondregolith schwebte als grauer Schleier in der Luft. Er kannte die Folgen einer Inhalation. Lunare Pneumokoniose – eine Erkrankung, die niemand lange genug untersucht hatte, um ihre Langzeitfolgen wirklich zu verstehen. Vor ihm auf dem Tisch lag die Leiterplatte des Energiemanagementsystems, versiegelt in einer Kassette – einem metallischen Rahmen mit Kontaktleisten an der Stirnseite. „Die muss rein“, murmelte Artur. „Die ist völlig zugesetzt.“ Er sprach vor sich hin. Er war allein auf der Station. Das Funkgerät hatte er abgeschaltet. Nach dem Ende der letzten Mission war er zurückgeblieben, um die Anlage betriebsbereit zu halten, bis die
Zuletzt aktualisiert: 2026-04-23
Chapter: Story 4 (von 9)
Die selbstreinigende Küche Tobi kletterte aus seinem Katzenkörbchen. Der Kater streckte sich. Er bog den Rücken durch, reckte das Hinterteil in die Luft und hob den Kopf empor. Die Vorderläufe zog er dabei an. Tobi hatte ausgeschlafen und machte sich daran, eine Runde durch das Haus seines Frauchens zu drehen. Er verließ den HWR und lief den Flur entlang zur Treppe. Die Stufen erklomm er in vier Sätzen. Im oberen Stockwerk war alles ruhig. Zu ruhig, dachte sich Tobi. Es wurde Zeit, einen lebhafteren Raum aufzusuchen: die Küche. Er lief die Treppe wieder hinab, huschte den Korridor entlang bis zur Küchentür, welche einen Spalt offen stand. Noch ein kräftiger Stupser mit den Vorderpfoten, und schon zwängte er sich hindurch in die Küche – ein Ort voller Möglichkeiten. Noch war es still, doch bald, vermutete Tobi, würden die Geräte und Möbel ihren magischen Tanz beginnen. Die Wartezeit vertrieb sich Tobi mit dem Bewundern von Piktogrammen auf dem Geschirrspüler. Das erste Piktogramm w
Zuletzt aktualisiert: 2026-04-23
Milchstraße M31

Milchstraße M31

AbenteuerHeldKultivierung
In einer fernen Zukunft verschmilzt die Milchstraße mit Andromeda. Die gewaltige Galaxienkollision bewirkt, dass Asteroiden, Kometen, Planetoiden und Planeten von ihren Heimatgestirnen hinfort gerissen werden und sich ziellos durch den interstellaren Raum bewegen. Der Neugier von Astronomen wird geweckt, als ein Himmelskörper ein benachbartes Sternensystem erreicht. Astronauten, denen es auch in Zukunft versagt bleiben wird, die gewaltigen Weiten des Kosmos zu durchqueren, beschließen eine Forschungsreise, zu dem neuen Nachbarn, zu unternehmen.
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Chapter: Kapitel 35
Kapitel 35Missionstag 57, Therapietag 47: Martin verabreicht sich die dritte und letzte Impfung seines Therapieplans. Die Luft an Bord schmeckt abgestanden, denn die CO₂-Wäscher stehen kurz vor der Kapazitätsgrenze. Die Nahrungsvorräte sind erschöpft. Die Wasservorräte sind noch ausreichend, aber leicht verschmutzt. Die treu arbeitende Wasseraufbereitungsanlage hält die Situation stabil. Martin setzt einen Notruf zur Erde ab und stellt auf die Not-Luftversorgung um. Seine Therapie zeigt Wirkung: Der Körperscan bestätigt die Verkleinerung der Metastase im Rippenbogen. Doch die Impfung forciert ein Fieber. Er handelt entschlossen. Injeziert sich Tocilizumab. Kann man sich mit Fieber in Kryostase begeben? Seine Gedanken sind wirr, sein Verstand getrübt. Mit letzter Kraft kehrt er in die Kryostase zurück – bevor er noch mehr Sauerstoff verbraucht, bevor er noch mehr CO₂ erzeugt. Die Wochen der Isolation finden ein Ende. Martin gesellt sich zu Inma und Horst in den Kryoschlaf. Ja
Zuletzt aktualisiert: 2026-03-18
Chapter: Kapitel 32, 33 & 34
Kapitel 32An disem Tag isoliert Martin Baker die RNA der T-Zellen. Unter sterilen Bedingungen verändert er ihr Erbgut so, dass diese im Stande sind spezifisch Claudin-6-exprimierende Tumorzellen anzugreifen. Er züchtet die genetisch modifizierten Immunzellen, pausiert zwischendurch, ruht sich aus, isst. Gedanken über die Erde und die Andromedaen streifen seinen Verstand. Am fünften, sechsten, siebenten Tag injiziert er sich die Chemotherapeutika. Die Nebenwirkungen setzen schnell ein. Er verliert den Appetit, rasiert sich den Kopf. Fieber. Übelkeit. Ein Rest von Schmerz kriecht durch seinen Körper. Eine Infusion mit Glukose hält ihn bei Kräften. Zehn Tage nach der Apharese holt er die modifizierten Lymphozyten, sogenannte CAR-T-Zellen, aus dem Kryolager und injiziert sie in seinen Blutkreislauf. Sein Körper reagiert heftig. Das Cytokin-Freisetzungssyndrom trifft ihn mit voller Wucht. Interleukin-6 steigt auf alarmierende Werte. Tocilizumab. Er injiziert sich das Medikament gege
Zuletzt aktualisiert: 2026-03-20
Chapter: Kapitel 30 & 31
Kapitel 30Annika Nilson lag angeschnallt in ihrer Sitzschale, die Hände fest um die Armlehnen geklammert. Der Countdown lief unaufhaltsam herunter. In wenigen Sekunden würden die chemischen Triebwerke der "Fourmi-2" zünden und sie mit brachialer Kraft von der Oberfläche des Zwergplaneten Charon ins All katapultieren. Annika saß im Cockpit des Raumfrachters "Fourmi-2", der mit der Raumstation "Fourmilière" gekoppelt war – einer modularen Konstruktion, die den kühnen Ambitionen des interstellaren Projekts Tau-Ceti Nexus entsprungen war. Ihr Ziel war klar: Die "Fourmilière" in eine stark elliptische Umlaufbahn um die Sonne zu bringen. Diese elliptische Bahn war präzise berechnet worden, sodass der von der Sonne abgewandte Abschnitt exakt in Richtung des Sternensystems Tau Ceti wies – genau in jenem Moment, wenn die "Lilienthal" auf ihrer langen Rückreise vom Tau-Ceti-System die Umlaufbahn kreuzen würde. Es war eine anspruchsvolle Mission, bei der nichts schiefgehen durfte. Kurz be
Zuletzt aktualisiert: 2026-03-20
Chapter: Kapitel 27, 28 & 29
Kapitel 27Ein grelles Licht flackert auf. Ein leises Surren, dann ein Alarmton. Die Kryokapsel öffnet sich. Martin blinzelt, seine Gedanken sind noch träge, sein Herzschlag langsam. Ein Protokoll der Bord-KI flimmert vor seinen Augen. Medizinischer Notfall erkannt. Anomalie im Zellwachstum. Diagnose: Maligne Tumorbildung. Martin starrt auf die Worte. Sein Atem beschleunigt sich. Er weiß, was das bedeutet und zieht sich langsam aus der Kryokammer; seine Muskeln protestieren. Schwerelos schwebt er zum Medi-Pult hinüber. Mit zitternden Fingern aktiviert er den Monitor. Das Ergebnis ist eindeutig: Hodenkrebs. Er aktiviert die Protokolle für medizinische Notfälle und erweckt Horst, den Missionsbiologen. Gemeinsam analysieren sie die Lage. Eine Chemotherapie ist die einzige Option. Nachdem der Therapieplan erstellt ist, begibt sich Horst zurück in die Kryostase. Die Vorräte an Luft, Wasser und Nahrung sind nur begrenzt im All. Es ist ein riskantes Unterfangen, doch es gibt keine Al
Zuletzt aktualisiert: 2026-03-20
Chapter: Kapitel 25, Zwischenspiel & Kapitel 26
Kapitel 25»Da ist er ja wieder«, stellt Horst fest, als Martin, der in seiner Koje liegt, die Augen aufschlägt. Horst, »Kannst du sprechen?« Martin, der sich räuspert, antwortet mit schwacher Stimme: »Ja, ich denke, es geht.« Horst: »Du weißt sicher noch, dass du dich in den Raumanzug hinein übergeben hast.« Martin: »Als ich mit T'Mahan dort über dem Tau-Ceti schwebte, habe ich die Wolkendecke unter mir wegziehen sehen. Unterschiedliche Farbtöne und Schattierungen. Irgendwann ist mir schlecht geworden.« Horst, in fragendem Tonfall: »Das war hypnotisch?« Martin: »Ja, ich habe gespuckt und danach habe ich durch das Visier kaum was erkennen können, meine Nase war blockiert und ich habe geröchelt. Als ich mich ein zweites Mal übergab, war auch die Mundatmung nicht mehr möglich, aber da hatte mich T'Mahan schon längst gepackt.« Horst: »Er hat sie durch die Außenluke ins Schiff hinein gestoßen.« Martin: »Da war ein Aufprall, danach …« Horst: »Danach war ein Zischen. Das w
Zuletzt aktualisiert: 2026-03-20
Chapter: Kapitel 23 & 24
Kapitel 23Pip-Pip-Pip – Pip-Pip-Pip. Der Annäherungsalarm mischt sich mit den Geräuschen der Aggregate des Raumanzugs. Das Display des digitalen Helmvisiers zeigt die Entfernung zum Andromedaen an. Zahl und Einheit schweben, in Grün, neben dem Raumanzug des Andromedaen.Vierhundert Meter. Die Umrisse des Helms sind deutlich erkennbar. Das Gesicht des Aliens ist noch nicht zu erkennen.Zweihundertfünfzig Meter. Torso mit Helm, zwei Ärmeln und zwei Hosenbeinen. Humanoide Gestalt. Arme, Beine, Kopf knüpfen an den gleichen Stellen des Rumpfes an, wie auch beim Menschen.Zweihundert Meter. Weiße, kegelförmige Abgasfahnen gehen vom Anzug des Aliens ab. Verdickungen am rechten Bein des Andromedaen. Seltsam, denkt sich Martin.Achtzig Meter. Ein breiter Nasenrücken zeichnet sich ab. Die Verdickungen scheinen ein Schlauch zu sein, der sich spiralförmig um das rechte Bein der Aliens windet.Sechzig Meter. Schlauch wickelt sich vom Bein ab! Eine Waffe? Zu spät, um umzudrehen, denkt
Zuletzt aktualisiert: 2026-03-20
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