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ABGELEHNT … BIS ICH UNBESIEGBAR WURDE
ABGELEHNT … BIS ICH UNBESIEGBAR WURDE
Author: Helsa

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Author: Helsa
last update publish date: 2026-08-20 13:45:58

KLARA

„Ich, Markus Schneider, Alpha des Nebelmond-Rudels, verstoße dich, Klara Hoffmann vom Nebelmond-Rudel.“

Die Worte schlugen wie eine Faust in mich ein.

Die Luft verschwand in einem einzigen gebrochenen Stoß aus meinen Lungen.

Ich stand mitten auf der Lichtung, während Mondlicht silberne Linien über die Kiefernnadeln schnitt und jedes Augenpaar des Rudels auf mich gerichtet war. Die Stille war so vollkommen, dass ich meinen eigenen Puls in den Ohren hämmern hörte.

Nur Minuten zuvor war dieselbe Bindung eingerastet und hatte mich mit der reinsten Freude erfüllt, die ich je gekannt hatte. Achtzehn Jahre Warten. Achtzehn Jahre Träumen von dem Moment, in dem ich endlich die andere Hälfte meiner Seele treffen würde. Ich hatte mir den Blick in seinen Augen vorgestellt, die Art, wie seine Arme sich um mich schließen würden, die stille Gewissheit, dass ich endlich jemandem gehörte. Und in dem Moment, als ich entdeckte, dass diese Hälfte dem Alpha des Nebelmond-Rudels gehörte, warf er sie weg wie etwas Wertloses.

Sollte es wirklich so enden?

Tränen brannten hinter meinen Augen, heiß und unnachgiebig. Ich drehte mich zu dem einzigen Menschen, der die Welt jemals sicher hatte fühlen lassen – meinem älteren Bruder Tobias. Er wusste immer, was zu tun war, wenn alles auseinanderfiel.

„Sag das der Mondgöttin!“ Seine Stimme explodierte hinter mir. Er schob sich durch die Menge und stellte sich an meine Seite. „Du kannst den Gefährten nicht verstoßen, den die Mondgöttin selbst dir gegeben hat!“

Markus’ goldene Augen blieben eiskalt. „Nun, rate mal? Ich wage es. Klara Hoffmann, nimm die Ablehnung an.“

Tobias trat vor mich, ein starker Arm schob mich fest hinter seinen Rücken. „Warum tust du das?“ forderte er, die Stimme tief und gefährlich. „Sag mir nicht, es hat etwas damit zu tun—“

„Hast du gesehen, was für eine Versagerin von Schwester du hast?“ Markus schnitt ihn mit einem grausamen Lachen ab. „Sie kann nicht einmal für sich selbst eintreten. Sie muss sich hinter ihrem großen Bruder verstecken. Wie soll ein schwaches Mädchen wie das—“

Tobias bewegte sich wie ein Blitzschlag. Er stürzte vor, packte den Kragen von Markus’ schwarzem Hemd und riss den Alpha nach vorn, bis ihre Gesichter nur Zentimeter auseinander waren.

„Du Sohn einer—“

Die gesamte Lichtung wurde totenstill. Tiefes Knurren rollte aus mehreren Kehlen. Jemand am Rand stieß einen leisen, entsetzten Laut aus. Ich roch den scharfen Anstieg von Aggression, der von den Wölfen um uns aufstieg, die Art, wie ihre Instinkte bereits Seiten wählten.

Ich zwängte mich zwischen sie, bevor der erste Schlag fliegen konnte, beide Hände packten Tobias’ dicken Arm mit aller Kraft, die mir noch blieb.

„Hör auf!“ Das Wort riss aus mir heraus. „Tobias, bitte … hör auf.“

Er erstarrte. Seine Knöchel blieben noch einen Herzschlag lang weiß um Markus’ Kragen, dann ließ er ihn langsam los.

Ich drehte mich selbst dem Alpha zu.

„Ich, Klara Hoffmann, nehme deine Ablehnung an.“

Die Worte schmeckten nach Asche und Blut.

Ein leises Wellen von Flüstern ging durch das Rudel. Die Bindung zerbrach mit einem scharfen, üblen Knacken tief in meiner Brust. Schmerz explodierte so heftig, dass meine Knie beinahe einknickten. Ich verriegelte sie fest. Ich würde nicht vor ihm fallen. Ich würde ihm das nicht geben.

„Klara!“ Ich antwortete nicht. Wenn ich den Mund wieder öffnete, würde ich zu schluchzen beginnen, und ich weigerte mich, dort zu weinen, wo sie alle mich sehen konnten – besonders wo er mich sehen konnte.

Ich drehte mich um und rannte.

Nackte Füße schlugen auf den Waldboden. Weiche Kiefernnadeln und feuchte Erde drückten in meine Sohlen. Dünne Äste peitschten über Arme und Gesicht, während Tränen jetzt frei flossen, heiß und endlos, und den Weg in einen Schleier verwandelten. Hinter mir rief Tobias meinen Namen erneut, lauter, roh vor Panik, aber ich blieb nicht stehen. Ich konnte nicht stehen bleiben. Der Schmerz in meiner Brust war lebendig. Er krallte sich die Kehle hinauf und verwandelte jeden Atemzug in zerbrochenes Glas.

Wie? Wie konnte mein schicksalhafter Gefährte – die eine Person, die die Mondgöttin selbst für mich gewählt hatte – mich so vollständig zerstören?

Meine Lungen brannten. Die Bäume begannen sich zu neigen und zu drehen. Ein erdrückender Druck legte sich auf meine Rippen, als würden unsichtbare Hände die Luft aus mir herausquetschen. Schwarze Flecken tanzten an den Rändern meines Sehens. Meine Beine wurden schwer und ungeschickt. Ich stolperte über eine Wurzel, fing mich an einem Baumstamm und zwang meinen Körper erneut vorwärts.

Doch kurz bevor die Dunkelheit mich vollständig nahm, erreichte mich etwas anderes zuerst.

Ein Duft, tief und wild und unmöglich, schnitt durch den Schmerz wie eine Klinge aus reiner Hitze und sank direkt in mein Blut, weckte etwas in mir, das nach der Zerstörung der Bindung eigentlich nicht mehr hätte erwachen können. Er rollte mit langsamer, absichtlicher Stärke durch meine Sinne und zog an den zersplitterten Stücken dessen, was von mir übrig war.

Dann sprach eine Frauenstimme, tief und gefährlich, von irgendwo ganz nah im Dunkel.

„Nun … schau, was die Mondgöttin weggeworfen hat.“

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