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Kapitel 61 – Die Gefangennahme von Darius 2

Author: Déesse
last update publish date: 2026-08-01 08:23:32

Ich sehe ihnen zu, auf der Schwelle erstarrt, das Herz pochend, machtlos. Jedes Mal, wenn Darius’ Schwert sich Kael nähert, gefriert mein Blut. Jedes Mal, wenn Kael zurückschlägt und seinen Bruder zurückweichen lässt, atme ich etwas freier. Der Kampf ist hypnotisch, großartig in seiner Wildheit, zwei Brüder, die sich in einer verfallenen Festung zerfleischen, zwei Schicksale, die sich im Klirren des Stahls entscheiden.

Nach wenigen Minuten, die wie eine Ewigkeit dauern, ist
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    LioraDer Frühling hat die Gipfel von Volcra milder gestimmt, doch in meinem Herzen verharrt ein uraltes Eis, ein Eis, das weder die Liebe noch die Zeit vollständig zu schmelzen vermocht haben. Ich bin nun Königin, gekrönt vor dem Hof, geliebt am hellen Tag. Der Mondsteinring funkelt an meinem Finger wie ein gefangener Stern, und das Mal im Bogen meiner Lenden pocht sanft in der Dunkelheit. Und dennoch gibt es Nächte, in denen ich jäh erwache, mit stockendem Atem, heimgesucht von Bildern, die nicht verblassen wollen. Die Obstgärten meines Vaters in Flammen. Die große Bibliothek von Eldoria, in sich zusammengestürzt. Der Thron meiner Kindheit, entzweigebrochen wie ein Spielzeug aus Weidengeflecht.Ich habe die Ruinen nie gesehen. Ich bin direkt vom brennenden Palast in den goldenen Käfig von Volcra gelangt, ohne Übergang, ohne Trauer. Der Krieg hat mir mein Königreich geraubt, aber er hat mir auch meine Toten geraubt. Ich konnte meinen Vater nicht begraben. Ich konnte mich nicht von me

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    Er nähert sich und zieht einen Stuhl für mich heran. Eine einfache galante Geste, die er nie zuvor gemacht hat.— Weil du mir das Leben gerettet hast, sagt er und setzt sich mir gegenüber. Und weil dein Leben vor mir einen Wert hatte. Einen Wert, den ich dir gestohlen habe.Das Geständnis ist so direkt, so ungeschminkt, dass ich nichts dagegensetzen kann. Wir beginnen schweigend zu essen, aber es ist ein anderes Schweigen, ein Schweigen, das nicht schwer von Drohungen ist, sondern geladen mit einer Emotion, die ihre Worte noch nicht gefunden hat. Der bernsteinfarbene Wein ist süß, er wärmt meine Adern, löst die Spannung in meinen Schultern.Als das Mahl beendet ist, steht Dorian auf und geht um den Tisch herum. Er kniet sich wieder vor mich hin, wie am Vorabend. Aber diesmal gibt es keine Angst. Es gibt nur Feierlichkeit.— Hier ist mein Geschenk, sagt er. Für diese Nacht, bis zum Sonnenaufgang, bin ich nicht der König, und du bist nicht

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