MasukDie großen Gästezimmer des Oakhaven-Palastes waren mit poliertem schwarzem Marmor und schweren Silberspiegeln ausgekleidet, die das Flackern hunderter brennender Talgkerzen einfingen.Als die Sonne draußen vollständig hinter den zerklüfteten Berggipfeln versank und den Himmel in ein tiefes, bläuliches Lila tauchte, bereiteten Kane und ich uns darauf vor, in die Höhle des Löwen zu treten.Unsere Mission war klar: die Tarnung wahren, das Vertrauen dieses isolierten Hofes gewinnen und das Versteck von König Herzogs gestohlenem Siegelring ausfindig machen, bevor der Rat in Drachenauge den Verlust bemerkte. Doch die Gefahr, die über uns schwebte, fühlte sich so scharf an wie ein gezogenes Breitschwert.Kane stand vor dem hohen Spiegel und legte sich einen breiten Gürtel aus nachtblauem Leder um die Hüften. Seine Tunika war aus schwerem, dunklem S
Kane schnallte sein Breitschwert an seinen Ledergürtel, seine Stiefel klackerten auf den kalten Steinen des Arbeitszimmers.„Ich reite hinaus“, sagte Kane mit tiefer Stimme, die keinen Widerspruch zuließ. „Gebt mir zehn unserer besten Fährtenleser, und ich nehme eine Handvoll Wachen mit, überquere die südliche Grenze und jage diese Mörder selbst. Ich werde sie in eisernen Ketten zurückschleppen und sie für jeden Tropfen Blut bezahlen lassen, der in dieser Burg vergossen wurde.“Er blickte zur Tür, aber der Kapitän der Reiter kniete noch immer dort und schüttelte bitter verzweifelt den Kopf.„Wohin fahrt Ihr, Prinz Kane?“ Der Kapitän hob sein müdes, schmutzverschmiertes Gesicht. Die Spuren verloren sich in den Schluchten. Wir wissen nicht einmal, aus welchem Königreich dies
Kane wischte mit dem Saum seines dunklen Umhangs das dicke Ogerblut von seiner Klinge. Seine Brust hob und senkte sich mit stoßweisem Atem, seine goldenen Augen loderten mit tödlichem Feuer, als er in die schwarzen Wälder jenseits der zerbrochenen Tore starrte.„Los geht’s!“, brüllte Kane und richtete die Spitze seines Schwertes auf den äußeren Wald. „Nicht anhalten! Reitet sie hinab, treibt sie in die Täler, findet heraus, was vor sich geht! Bringt mir ihre Köpfe oder ihren Meister!“Zwölf Wachen ritten auf ihren Pferden hinaus, ihre eisernen Hufe sprühten Funken auf dem Kopfsteinpflaster, als sie in die Nacht galoppierten.Bevor das Geräusch der Hufe verstummte, hallte ein lautes, donnerndes Gebrüll durch die hohen Hallen der Burg.
Die Dunkelheit in meinem privaten Schlafzimmer war schwer, kalt und erdrückend.Ich stieß die schweren Wolldecken von meinen Füßen und wälzte mich auf der weichen Federmatratze hin und her. An Schlaf war nicht zu denken. Jedes Mal, wenn ich die Augen schloss, überkam mich eine Welle der Übelkeit. Meine Gedanken kreisten immer wieder um Gia.Wo war sie nur? War ihr kalt? Hatte sie Hunger? War sie in einem feuchten Steinkeller unter Dereks grausamen Stiefeln eingesperrt?Mark hatte versprochen, Nachricht zu bringen. Seine Aufgabe war es, Dereks geheime Kuriere zu beschatten und das geheime Versteck zu finden, in dem sie meine Schwester als Geisel hielten. Doch Tage waren vergangen, und Mark war mit leeren Händen zurückgekehrt. Keine Spur, kein Fetzen Stoff, kein Flüstern von außen. Die Stille machte mich wahnsinnig.Der Mitternacht
„Ich bin in diesem Palast genauso oft verraten worden wie du“, spuckte Deborah aus, ihr Kiefer zitterte vor lange verdrängtem Groll. „Der König schwor, mein Vater Kane würde mich zu seiner königlichen Braut machen. Ich war dazu bestimmt, die nächste Luna von Drachenauge zu werden. Meine Familie spendete Blut, Gold und Soldaten, um diesen Thron bei diesem heiligen Versprechen zu halten! Aber was tat Kane? Kane wandte sich von mir ab. Er sagt, er habe eine Gefährtin gefunden, die nicht von königlichem Stand ist, eine nutzlose Streunerin, und er liebt sie so sehr, dass er sich jeden Tag dem Hof widersetzt! Er ist nicht bereit…“ „Sie gehen zu lassen!“Deborah holte tief und zitternd Luft und zeigte wütend mit dem Finger auf den königlichen Flügel.„König Duke und Kane haben die widerliche Angewohnheit, ihre Versprechen zu brechen! Sie brechen ihre Eide, wann immer es ihren egoistische
König Herzog erließ einen Befehl, und Naagrani erhielt ein Quartier im königlichen Gästetrakt. Sie war offiziell in das Heilungsteam der Krone berufen worden, eine Rolle, die es ihr erlaubte, die steinernen Korridore allein, ohne Begleitung bewaffneter Wachen, zu beschreiten.Ich führte sie im Ostflügel in die für sie vorbereitete Privatsuite. Das Zimmer war groß, mit dicken Wollteppichen, einem breiten Kamin und einem geschnitzten Himmelbett, das mit sattgrünem Samt behängt war. Ich zeigte ihr das Waschbecken, die getrockneten Kräuter, die die Bediensteten zurückgelassen hatten, und den schweren Messingriegel an der Innentür.Ich nickte ihr respektvoll zu. „Sie werden hier Ihre Privatsphäre genießen, Königin Naagrani“, sagte ich. „Niemand betritt diesen Flügel ohne Erlaubnis.“„Privatsphäre ist ein Luxus f






